Klimaschutz ist auch bloß eine Diät

Was haben diese Politiker wieder versagt. Anstatt bei einer Umweltkonferenz den Planeten zu retten, haben sie den jungen Freitags-Demonstranten den Stinkefinger gezeigt und der Welt ein  Ziemlich-Weiter-so verordnet. Was machen wir nun – mit unserer ganzen Machtlosigkeit gegenüber Gestalten wie Trump oder Bolsonaro?

Vermutlich wäre es gut, den Klimaschutz ganz menschlich und individuell zu betrachten. Vergleichen wir ihn mit den von uns selbst zahlreich erprobten Diät-Programmen. Nach einer neuen Studie sind 60 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen übergewichtig. Sie tragen zuviel Bauchfett vor sich her, der Blutdruck ist zu weit oben, Rücken und Kniegelenke tun weh, Gichtanfälle verursachen schlimme Schmerzen.

Alles spräche dafür, dagegen etwas zu tun. Wir versuchen es ja auch. Mal lassen wir Kohlehydrate weg, bei anderer Gelegenheit rühren wir uns angeblich schlankmachende. Dann taucht irgendein neues Diät-Programm auf, das die Bestsellerlisten schon deshalb stürmt, weil es bei Gewichtsverlust unseren sensibelsten Freund, den Darm, schont.

Wir schaffen das, sehen morgens endlich wieder vergnügt auf unsere Badezimmer-Waage. Aber dann: Wir sitzen erneut mit der Chips-Tüte auf dem Sofa. Und dort, wo sich Taille abzeichnete, wächst wieder Bauch.

Immerhin: Wir haben gelernt, dass Friss-die-Hälfte eine clevere Abnehm-Strategie ist. Ebenso wie das Intervall-Fasten.

Wäre es demnach nicht auch ein Klimaschutz-Gedanke, es auf diese Weise zu probieren? Indem wir an jedem vierten Tag unser Auto stehen lassen, keine Wurst oder Fleisch essen, den Schrank mit den Süßigkeiten verriegeln und statt Bier oder Rotwein chemiefreien Tee trinken?

Das müsste doch möglich sein. Wir fühlen uns besser, dem Klima hilft’s. Die Welt wird es nicht retten. Aber Bolsonaro oder Trump würden wenigstens ohne uns versagen.