Sagen, wenn’s Mist ist.

Bekanntlich gewöhnt man sich an alles. Was vorgestern ein Skandal und gestern ein Aufreger war, ist normal geworden. Dieser Effekt gilt auch für einen der seltsameren Politiker dieses Planeten: Donald Trump

Hätte er seine jüngste Davoser Rede vor drei Jahren gehalten, wäre die Aufregung groß gewesen.  Wir hätten uns über die Plumpheit des überbordenden Selbstlobes erregt und hätten uns wieder gefragt, wie ein solcher Mensch Wählerstimmen bekommen kann.

Wenn einer in Zeiten des Klimawandels einfach mal feststellt, dass der von ihm regierte Staat, und nur dieser  sauber und schön sei, staunt man schon. Wenn er zynisch über Forscher herzieht, weil sie sich wegen ihres Wissens Sorgen um die Zukunft der Erde machen, tippt man sich an die Stirn. Aber letztendlich kennt man ihn ja, den wilden Donald.

Was passiert also, wenn sich jemand trotzdem aufregt? Er bekommt Probleme.  Sicher, Robert Habeck hat weit übertrieben, als er feststellte, dass er nie zuvor eine schlechtere Rede gehört habe.

Der Grünen-Vorsitzende sitzt im Bundestag, er musste schon etliche merkwürdige Parteitags-Reden über dich ergehen lassen. Da wird schon auch richtig Schlechtes dabeigewesen sein.

Trotzdem hat er recht. Politik sollte nicht bedeuten, dass man jeden Mist klaglos hinnehmen muss. Etwas Gegenwind schadet auch einem Donald  Trump nicht. Zumal die Präsidentenfrisur dann besser hält.

Strafzölle für Ehrlichkeit sind eine Auszeichnung. So viel Mut muss sein.