Der Mut der reichen Erben

Es gibt unbestechliche Institutionen. Die Krisensitzungen im englischen Königshaus waren noch nicht beendet, da hat das weltberühmte Londoner Wachsfigurenkabinett „Madame Tussauds“ die Konsequenz gezogen: Die Ebenbilder von Prinz Harry und Herzogin Meghan sind vom Rest der königlichen Familie getrennt. Bislang standen Harry und Gattin neben Oma Elizabeth und Opa Philip.

Was sind die beiden doch undankbar. Sie könnten im schönsten Schloss wohnen, liebevoll umsorgt von untertänigem Gesinde. Ab und zu gingen sie auf eine Reise, wo sie herzlicher empfangen würden, als jeder noch so reiche Tourist.

Alleine dafür müsste man doch ertragen können, dass Freizeit-Revue, Goldenes Blatt oder Neue Post gelegentlich über nicht vorhandene Zwillings-Schwangerschaften, ein zu Unrecht vor Kameras verstecktes Baby,  den drogenkranken Vater der Herzogin oder royalen Streit wegen einer unmittelbar bevorstehenden Trennung spekulieren. Gemäß des Mottos, dass es alle Probleme von Normalverbrauchern auch in Königshäusern geben muss, damit die Leserschaft ihr glanzloses Dasein nicht so traurig findet.

Aber es kann eben auch passieren, dass ein junges Paar die täglichen Rituale und dumme Gerüchte satt hat. Erst recht, wenn es eine andere Herzogin gibt, die ihren Job als künftige Königin so perfekt ausübt, als wäre sie in einem Genlabor dafür geschaffen werden.

Meghan und Harry wollen nun ihr Geld selbst verdienen. Der Herzogin dürfte es leicht fallen, weil Hollywood auf die Geschichte einer reuevoll heimgekehrten  Prinzessin lieben dürfte. Prinz Harry wiederum hat kann Hubschrauber fliegen, ist aber auch ein gut gesattelter EEre seiner Mutter. Außerdem werfen die Ländereien von Papa Charles Gewinne ab. Alles in allem schätzen Experten die jährlichen Einnahmen des Paares auf mindestens eine Million Euro, ohne dass auch nur ein Finger gekrümmt wurde.

Das ist zwar nicht im Vergleich zu den mehreren hundert Millionen Euro, die die BMW-Erben Susanne Klatten und Stefan Quandt jedes Jahr an Dividende einstreichen.

Aber so viel Geldadel muss es nicht sein. Freuen wir uns also mit Meghan und Harry, und seien es sicher, dass es auch aus deren Asyl unglaubliche Geschichten geben wird. Nur eines wird – zum Leid der Klatschpresse – nie passieren: Im RTL-Dschungelcamp wird man diese beiden nicht erleben. Zu sicher ist das Auskommen reicher Erben. Und: Madame Tussaud verabscheut Kakerlaken,

 

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