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Endlich wieder Dschungelcamp!
Na, das ist nach all dem Fußball-Elend gestern doch wirklich mal eine gute Nachricht: Im Winter 2011 kehrt das von mir sehr verehrte Dschungelcamp bei RTL zurück. “Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!” hatte wegen zu hoher Kosten pausieren müssen. Nur böse Zungen behaupten, das habe an Dirk Bachs Essensrationen gelegen.
Wer das nicht erwarten kann, sollte mal bei “Switch Reloaded – Dschungel Spezial” reinschauen. Am Dienstag, 13. Juli, sind bei ProSieben um 22.15 Uhr Karl Lagerfeld, Günther Jauch, Peter Zwegat und andere Promis auf dem Weg zum Herrscher über den australischen Regenwald.
Apropos Jauch: Der 53-jährige Moderator, der kürzlich einen Vertrag bei der ARD unterschrieben hat, bekommt bei seinem Haussender RTL eine neue „Event-Show“ namens „Alt gegen Jung - Das Duell der Generationen“. In ihr soll getestet werden, wer cleverer und geschickter ist und wer das bessere Gedächtnis hat: Mama oder Sohn, Oma oder Enkel.
Rote Karte für die ARD
Fußball hin oder her: So nicht! Die ARD brachte es gestern doch tatsächlich fertig, die am längsten laufende Serie des deutschen Fernsehens ausfallen zu lassen: Die Lindenstraße, die um 19.30 Uhr gesendet werden sollte, wurde auf 5 Uhr morgens (!!!) verschoben. Das gab’s in 25 Jahren noch nie, nicht bei Wahlen, nicht bei Katastrophen, nicht bei Olympia, niemals nie nie nie. Fassunglos saß ich mit Freunden neben mir und Grillgut auf dem Teller vor dem Fernseher. Statt Hilde Scholzens Erbsen in der Dose sahen wir aber nur Waldemar Hartmanns Brezen-Kollektion. Grusel-TV aus der Mottenkiste des Fernsehens ist das (und ich will jetzt niemanden hören, der genau das über die Lindenstraße sagt!). Dafür unsere Lieblingsserie ausfallen zu lassen, geht schlichtweg gar nicht. Um es mit dem Titel der Folge zu formulieren: “Ein großer Fehler!”.
Weil’s so schön war guckten wir dann übrigens eine Stunde später auch noch beim Achtelfinale zwischen Mexiko und Argentinien in die Röhre: Totalausfall von RTL während der ersten Halbzeit bei Kabel Deutschland in Nürnberg.
Ein verkorkster Fernsehabend. Dafür war das Essen aber lecker.
Michael Jackson auf allen Kanälen
Ist das schon wieder ein Jahr her? Ja. Am 25. Juni 2009 starb Michael Jackson. In diesen Tagen erinnern die Fernsehsender an den “King of Pop”.
Den Anfang macht am Freitag, 18. Juni, um 23.55 Uhr das ZDF mit der Reportage „Michael Jackson – King of Pop“. Markus Lanz, der sonst eher talkt und kocht (oder vielmehr isst) hat sich dafür eigens nach Kalifornien begeben, um investigativ zu recherchieren. Die ARD legt am Montag, 21. Juni, um 21 Uhr nach: Die neue Staffel der Porträtreihe „Legenden“ startet mit einem 45-minütigen Film über Jacko.
Gleich einen ganzen Jackson-Tag gibt es am Donnerstag, 24. Juni, auf Pro7. Gezeigt wird auch “This is it”, der Kinofilm, der kurz nach dem Tod des Sängers ins Kino kam und ihn bei den Proben für seine geplanten Comeback-Shows zeigt. Danach gibt’s ein „Focus TV Spezial – Die letzten Tage im Leben des King of Pop“ (22.15 Uhr) und die US-Dokumentation „Gone To Soon“ des Journalisten Ian Halperin.
Wer’s noch nicht gesehen hat: In der Nacht auf den 25. Juni läuft im ZDF das Münchner Konzert der „HIStory Tour“ aus dem Jahr 1997 – um 1.05 Uhr. Am Todestag selbst wiederholt RTL die Hommage „100 Prozent Michael Jackson“ (23.15Uhr).
Jauch kehrt heim zur ARD
Ich staunte nicht schlecht, als ich eben folgende Meldung las: Günther Jauch kehrt zur ARD zurück und macht sich ab Herbst 2011 auf Anne Wills Sendeplatz am Sonntagabend um 21.45 Uhr breit. Mit einem Polittalk (dass er das kann, steht außer Frage).
Ein überraschender Schachzug. Denn man erinnert sich: Im Jahr 2007 scheiterte der groß angekündigte Wechsel zum Ersten, wo Jauch Nachfolger von Sabine Christiansen werden sollte. Man habe ihn zu sehr an die ARD binden wollen, sagte der Moderator damals, und grantelte über “Gremien voller Gremlins”. Das haben sich die Verantwortlichen nun wohl anders überlegt: Jauch moderiert bei RTL weiterhin das Erfolgsformat “Wer wird Millionär”, “Stern TV” gibt er jedoch ab. Wer die Sendung übernimmt, soll erst 2011 bekannt gegeben werden. Wobei “Stern TV” ohne Günther Jauch wie Erdbeerkuchen ohne Sahne ist.
Der 53-Jährige erhält einen Dreijahresvertrag. Da stellt sich die Frage: Wer soll das bezahlen? Der ARD-Vorsitzende Peter Boudgoust gibt allerdings Entwarnung: Die Verpflichtung Jauchs koste den Gebührenzahler „keinen Cent mehr“. Jetzt, wo wir alle bald eine GEZ-Flatrate haben, muss ein Mega-Datenpaket wie Jauch ja wohl auch drin sein.
Anne Will, die in letzter Zeit öfter in der Kritik stand, behält ihre Talksendung übrigens und erhält einen neuen Sendeplatz.
Ich kann auch ohne Dieter Bohlen

Quote machen mit Niedermachen: In der Jury von "DSDS" sitzen wieder sitzen Dieter Bohlen (55, li.), MTV-Moderatorin Nina Eichinger (28) und Musik-Manager Volker Neumüller. Foto: dpa
Jetzt stänkert er wieder: Dieter Bohlens RTL-Castinggedöns „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) hat wieder begonnen. Und dabei den besten Start in seiner Geschichte hingelegt. Die erste Folge der siebten Staffel sahen nach Senderangaben um 20.15 Uhr 7,37 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 20,9 Prozent). Jetzt frage ich mich: Hallo, wer guckt den Mist denn bitte noch? Und warum? Da ich es ernsthaft nicht verstehen kann, bitte ich um Meldungen. Worin liegt die Faszination dieses kruden Spektakels? Zugegeben war ich bei Staffel 1 und 2 ja auch streckenweise amused, da waren die Sprüche aber auch noch nicht so elend auf Krawall gebürstet. Zumindest in meiner beschönigenden Erinnerung.
Einen ersten sprichwörtlichen Tiefpunkt hat die Sendung ja gleich in der ersten Ausgabe erreicht, wie ich den Zeitungen entnommen habe: Chefjuror Dieter Bohlen machte sich über einen Kandidaten lustig, der mit nassem Fleck auf der Hose zum Vorsingen antrat. Bohlinator hatte gleich ein paar Tricks bei der Hand, wie man solche kleinen Missgeschicke verhindern kann. Puh. Sowas muss ich mir echt nicht anschauen, vor allem weil ich mich doch immer gleich so fremdschämen muss, und da weiß man ja nicht mal, ob man wegen Bohlen oder wegen des Kandidaten rot werden soll. Dessen Vater nun übrigens Klage eingereicht hat. Was sich vielleicht auch eine offenbar füllige Dame überlegen sollte, die sich beklagte, dass ihre teuren hochhackigen Schuhe Schmerzen verursachen. Dieter weiß natürlich Rat: „Hau dir selber in die Fresse, um dir wehzutun. Das ist jedenfalls billiger.“
Super Sache. Deswegen lass ich den Fernseher auch bei der nächsten Folge DSDS aus und halte meine Hand lieber auf die heiße Herdplatte. Das is auch billiger. Und tut nicht ganz so weh.
Das große Promi-Sharing beginnt

Bis einer weint! Johannes B. Kerner quetscht bei Sat1 Verona und Franjo Pooth aus. Foto: dpa
RTL und ZDF haben dazugelernt: Nein nein, nicht generell, aber in Bezug auf ihre Jahresrückblicke. Die senden sie heuer nicht zeitgleich, dafür aber genau so früh wie immer. 11 Monate müssen für so ein Jahr ja wohl auch reichen. Wer jetzt noch stirbt, hat Pech gehabt.
Den Anfang macht heute Abend um 20.15 Uhr Johannes B. Kerner, der 2008 noch für die ZDF-Jahresbilanz im Einsatz war, bei Sat1. Wer denkt, das müsse er unbedingt sehen, lese sich bitte folgende Ankündigung durch: “Joe Jackson mit einer Botschaft für den toten Michael, Verona und Franjo Pooth über die Insolvenz und ihre Folgen, Oliver Pocher ohne Schweinegrippe und ein 13-jähriges Mädchen mit einem unglaublichen Schicksal”. Entscheiden Sie selbst.
Als Kerner-Nachfolger wurde im ZDF übrigens Kollege Thomas Gottschalk verpflichtet: Gesendet wird das Ganze am Sonntag, 6. Dezember, um 20.15 Uhr. Latoya Jackson darf über ihren toten Bruder reden und hat sicherlich die neuesten Mordtheorien mit dabei. Am 13. Dezember steigt dann Günther Jauch für RTL mit der Sendung “2009! Menschen, Bilder, Emotionen” in den Ring. Soweit ich das überlicke, hat er keinen willigen Plauderer aus dem Jackson-Clan verpflichtet, dafür aber Nena, die bald Oma wird.
Ansonsten teilen sich die drei großen Rückblick-Shows die Gäste wieder schwesterlich. Jeder kriegt sein Stück Kuchen aus dem reichhaltigen Angebot an Sportlern, Politikern, Alltagshelden, Schicksalsgebeutelten und Musikern ab.
Die ARD macht’s bescheidener und vor allem zu einer angemessenen Zeit kurz vor Silvester: Am 28. Dezember moderiert Tom Buhrow ab 22.30 Uhr. Mein Favorit ist und bleibt aber das “Album 2009- Bilder eines Jahres” im ZDF, das ohne Gedöns und Promigeschunkel auskommt. Das gibt’s dieses Mal am 20. Dezember um 19.15 Uhr.
Niederlagen für “Tatort” und Reich-Ranicki
Tja, quotenmäßig war das mit dem “Tatort” eher nichts: Ein Marktanteil von 18,4 Prozent, normalerweise erreicht die ARD-Reihe zwischen 22 und 24 Prozent. Und was wollten die Zuschauer, wenn nicht Verfolgungsjagd und Zeitbomben-Nervenkitzel? Grüne Wiesen und Sonnenschein im Pilcher-Film “Entscheidung des Herzens”. Der erreichte 19,8 Prozent Marktanteil.
Zum Trost mag man den Bamberger Drehbuch-Autoren zurufen, dass es Marcel Reich-Ranicki auch nicht viel besser erging. Die Verfilmung seiner Autobiografie “Mein Leben” (ARD) musste sich mit 12,9 Prozent zufrieden geben, wohingegen die um 21.15 Uhr beginnende Pleitegeier-Show “Raus aus den Schulden” (RTL) auf 16,2 Prozent kam.
Und was lernen wir daraus wieder? In Zeiten der Wirtschaftskrise muss es entweder Ablenkung in Form von heiler Kaschmirpulli- und Gutsherren-Welt sein oder konkrete Lebenshilfe dahingehend, wie man seine kleine persönliche Finanzkrise schultert.
Alle gegen Gottschalk
Von wegen Leuchtturm des Samstagabend-Vergnügens, Flaggschiff der Fernseh-Familienunterhaltung: Heute Abend fehlt RTL, junge 25 Jahre alt, eindeutig der Respekt gegenüber dem Alter, sprich dem 55-jährigen ZDF. Man sendet schamlos seine quotenstärksten Formate “Deutschland sucht den Superstar” und “Ich bin ein Star – holt mich hier raus!” gegen Thomas Gottschalks “Wetten, dass…?”. Das kann ja nur schiefgehen – fürs ZDF.
Gottschalk wird die Sache zweifach stinken, ist das Dschungelcamp doch zum Ausbildungslager für “Wetten, dass…?”-Nachfolger geworden, seit Giulia Siegels Mama ihre Tochter als Nachfolgerin für den Moderator ins Spiel gebracht hat. Schätze, dass diese Bewerbung allerdings an einer Gummibärchenphobie scheitern wird. Am Ende plant in Wirklichkeit Desirée Nick, Ex-Dschungelkönigin, die feindliche Übernahme: Sie nimmt heute auf Gottschalks Sofa Platz.
Man muss nun kein Wahrsager sein, um den Ausgang des Duells vorherzusagen: Vergangenes Jahr, als es zur gleichen Konstellation gekommen war, siegte Thomas Gottschalk zwar bei der Gesamtzusschauerzahl, in der Gruppe der 14 bis 49-Jährigen lag RTL mit seinen Formaten aber vorne.
Wer nun eh keine Freunde zur Samstagabendgestaltung hat oder mit Erkältung daheim ans Sofa und die Fernbedienung gefesselt ist, sollte sich auf keinen Fall an Gottschalks Rat halten und in den Werbepausen des Dschungelcamps (Beginn 21.30 Uhr) mal schnell rüberschalten, weil man auf Coldplay oder Tom Cruise treffen könne: Da verbreitet die gruseligste Dschungelprüfung ja weniger Schrecken.
Dschungel versus Kühlschrank: Happy Camper allerorten

Betreutes Wohnen im Dschungel: Günther Kaufmann, Peter Bond, Christina Lugner, Norbert Schramm, Gundis Zambo (oben von links), Lory (einst Lorenzo), Giulia Siegel, Ingrid van Bergen, Michael Meziani und Nico Schwanz. Foto: dpa
Das neue Jahr hat begonnen, mit ihm die Erfüllung einer Reihe von guten Vorsätzen. Passend dazu beglücken uns die Sender gleich mit zwei Abnehmshows. Katarina Witts “Biggest Loser” auf Pro7 und “Ich bin ein Star – holt mich hier raus” auf RTL, im Volksmund liebevoll “Dschungelcamp” genannt. Ums gleich zu sagen: Das Fettcamp wird in Sachen Quote nicht die geringste Chance gegen Dirk Bachs und Sonja Zietlows Wildnis-Wahnsinn haben.
Wenn Kati Witt wenigstens eine flotte Eis-Domina geben würde, aber nein: Sie tauchte gefühlte drei Mal überhaupt auf in der Speck-weg-Show. Den Rest der Zeit durfte man den armen Dicken beim Schwitzen zusehen. Und wieder ein Format, bei dem mit den Träumen mehr oder weniger unbedarfter Kandidaten gespielt wird. Nur viel viel schlechter als zum Beispiel “Bauer sucht Frau”.
Im Dschungelcamp dagegen sitzen – ebenso schwitzend und teils ebenso dick – zehn gestandene Medienprofis, die mittlerweile auch freimütig bekennen, dass sie sich zum öffentlichen Kakerlakenfressen (was haben die eigentlich für einen Nährwert?) wegen der Gage und des erhofften Popularitätsschubes anmelden. Wobei der bei den meisten anderen ausblieb. Oder erinnert sich noch jemand daran, wie die blonde Tänzerin aus der letzten Staffel hieß? Eben.
Geschrieben worden ist eigentlich alles über die Busch-Herberge des Grauens. Wer sich durch das angeblich menschenunwürdige Format belästigt fühlt, sollte einfach ausschalten und mal wieder “Herr der Fliegen” lesen. Alle anderen, und das waren zum Auftakt mit 5 Millionen Zusehern 400000 mehr als im vergangenen Jahr, dürfen sich ruhig köstlich amüsieren über das – erstaunlicherweise nur in dieser Kombination bei dieser Show – herrlich verrückt-witzige und vor allem selbstironische Moderatorenduo und eine einfach gut gemachte Sendung, die sich weder selbst zu ernst nimmt noch irgendjemanden vorführt (außer den Tieren vielleicht).
Hier wissen alle, was sie tun, und sie tun es offensichtlich mit Spaß. Bei aller offensichtlichen Inszenierung (das Magazin “Frontal21″ deckte ja schon auf, dass das angeblich ach so tief im Dschungel liegende Camp ne ehemalige Farm in der Nähe einer Hauptverkehrsstraße ist) ist die wackere D-Promi-WG einfach eine ziemlich ehrliche Angelegenheit. Da beißt die Maus keinen Schwanz ab. Ups. Da sind jetzt 50 Cent für Sonjas Strafsparschwein fällig.




Hallaschka geht zu Stern TV
Steffen Hallaschka (links) ist der neue Günther Jauch. Fotos: dpa
Die gute Nachricht des Tages: ARD-Moderator Steffen Hallaschka ist der neue Günther Jauch bei RTLs “Stern TV“. Der 38-Jährige hat sich als Interims-Quassler bei der NDR Talk Show wärmestens empfohlen. Guter Mann, gute Wahl. Los geht’s ab Januar 2011. Jauch wird bekanntlich ab Herbst 2011 sonntags nach dem “Tatort“ eine politische Talkshow im Ersten moderieren.
Die schlechte Nachricht: DVBT-Nutzer im Großraum Nürnberg können an den Mittwochabenden schon mal das Scrabble oder Monopoly rausholen, denn bis zu Hallaschkas erstem Einsatz sind die Sender RTL, RTL II, Super RTL und Vox sowieso aus dem Angebot verschwunden. Stichtag ist der 1. November. Die Bundesnetzagentur hat die bisher genutzten Frequenzen nämlich dem Mobilfunk für die “Breitbandversorgung des ländlichen Raums” zugewiesen. Die RTL-Mediengruppe könnte auf einen anderen Frequenzbereich wechseln, stattdessen macht sie aber lieber von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch. Ob das eine kluge Entscheidung ist? Abwarten.