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Glory of the 80s

Unverzichtbar in den 80ern, besonders für Hardrock chicks: Big hair und Fanshirt. Foto: namenloser durchgeknallter Ire
Ja, ich gestehe: Ich bin ein Kind der 80er. Und wenn ich nicht so feige wäre und Angst vor Schmähung, Häme, Hass und Totalignoranz meiner Mitmenschen hätte, würde ich heute noch Dauerwelle, pinke Hosenträger, Schweißband und Röhrenjeans tragen. Und eine schicke Achselhaar-Frisur, wie einst Nena. Manchmal überkommt’s mich aber. Beweisfoto siehe links.
Und was hat das jetzt mit Fernsehen zu tun? Arte hat den “Summer of the 80s” ausgerufen und beglückt seine Zuseher noch bis 31. August dienstags und donnerstags mit bonbonbunten Videoclips, Kultfilmen, Dokumentationen. Und einer Moderatorin, die wir auch noch von damals kennen: Ex-Formel1-Mädel Stefanie Tücking. Apropos Nena: Die hat eigens für den Sondersoundsommer ihre “99 Luftballons” neu eingespielt.
Herzlichst empfehlen kann ich den kommenden Dienstag (21. Juli). Um 21 Uhr läuft “Betty Blue – 37,2 Grad am Morgen” mit Beatrice Dalle als herrlich tragisch-durchgeknallte Betty. Anschließend zeigt Arte “George Michael, a different story”, ein Porträt aus dem Jahr 2005, in dem der Sänger nicht nur nach 20 Jahren erstmals wieder auf seinen Ex-Wham-Partner Andrew Ridgeley trifft, sondern auch über den….äh….Toilettenvorfall spricht. Was mich wieder daran erinnert, wie jammerschade es ist, dass George Michael sein Talent so verschwendet. Auf die Fortsetzung seines grandiosen Albums “Listen Without Prejudice – Volume 1″, das bei mir derzeit in der Dauerschleife läuft, warte ich heute noch sehnsüchtig. Welches übrigens eine wunderschöne Version von Stevie Wonders “They Won’t Go When I Go” enthält, das jener wiederum bei Michael Jacksons Trauerfeier sang. Und so schließt sich der Kreis.
Letzter Vorhang für Jacko
Das war er nun, der lange noch nicht letzte Teil des öffentlichen Todes von Michael Jackson.
Ob er das “Tamtam”, wie es seine gute Freundin Liz Taylor nannte, so gewollt hätte: Man weiß es nicht.
Diejenigen, die angesichts der Gedenkfeier von maßloser Übertreibung, peinlichem Firlefanz und widerwärtiger Banalität sprechen, haben sicher recht.
Und diejenigen, die sagen, man könne den King of Pop gar nicht pompös genug würdigen, sicher auch. Wer bei den Worten der kleinen Paris keine feuchten Augen bekam, hat eh kein Herz. Sie müsste ihren Brüdern nur mal verklickern, dass man den Kaugummi artig vor Papas Trauerfeier ausspuckt oder unter den Sitz der Oma klebt, aber doch bitte nicht versucht, das rosa Ding mit offenem Mund und extremstem Kiefermuskeleinsatz klein zu kriegen.
Mehr will ich auch gar nicht meckern. Und mich auch nicht weiter lustig machen. Spott hat Michael Jackson nun wahrlich genug ertragen müssen. Ganz abgesehen davon halte ich ihn für einen der weltbesten Musiker und Tänzer. Das soll ihm alles erstmal einer nachmachen. Punkt.
Ich hätte nicht in der Haut der Jacksons, der wohl größten Show-Familie Amerkas, stecken wollen. Wie sie es macht, ist es falsch. Dass Diana Ross und Liz Taylor nicht da waren, ist sicher ein Zeichen, dafür waren’s Smokey Robinson oder Stevie Wonder. Klar wurde mir bei dieser Veranstaltung, wie die schwarze Gemeinde den am Ende weiß gewordenen Megastar aus ihren Reihen für sich eingenommen hatte. Gefeiert wurde er beinahe als ein schwarzer Messias, und Vater Joseph, der seine Kinder bekanntlich zum Erfolg geprügelt hat und vor dem Jacko offenbar eine geradezu körperliche Angst hatte, wurde herzlich dafür gedankt, dass er Michael in die Welt gesetzt hat.
Ein wenig ratlos bleibt man zurück, sieht betroffen den Vorhang zu – und alle Fragen offen.
Auf Wiedersehen, Michael
Wegen vielfacher Rüffel endlich wieder ein Eintrag. Michael Jackson wird am Dienstag beerdigt – ohne Hirn, was ich für keinen großen Skandal halte, denn viele Zeitgenossen überstehen ein ganzes Leben ohne selbiges.
Fest steht, dass Jackos Familie von zweifelhaftem Ruf nach der Beerdigung im “engsten Kreis” um 15 Uhr am Dienstag um 19 Uhr MEZ eine Trauerfeier in Los Angeles veranstaltet. Wer nicht mal eben rüberfliegen kann oder ohnehin bei der Ticket-Lotterie kein Glück hatte, kann sich in Deutschland an folgende Fernsehsender halten:
N24 startet ab 17.05 Uhr mit einer Dokumentation in die Berichterstattung ein, danach wird live nach Los Angeles geschaltet. Bei n-tv wird der verblichene King of Pop zum Programmschwerpunkt erhoben, um 18.30 Uhr beginnt ein mehrstündiges Spezial zur Trauerfeier. Phoenix ist ebenfalls ab 18.30 Uhr dabei.
Die ARD verzichtet tatsächlich auf Pilawas muntere Quiz-Show und berichtet von 18.50 bis 20.00 Uhr in einem “Brisant Spezial”. Auch das ZDF lässt sich nicht lumpen und sendet von 19.25 bis 20.15 Uhr, ab 18.30 Uhr sind die Feierlichkeiten im ZDF Infokanal zu sehen.
Und wer des Englischen einigermaßen mächtig ist, schaltet natürlich zu CNN.
Kostenlos zu sehen ist die Feier außerdem bei EOnline.
Rest in Peace.



Michael Jackson auf allen Kanälen
Zum ersten Todestag dauerpräsent im deutschen Fernsehen: Michael Jackson. Foto: dpa
Ist das schon wieder ein Jahr her? Ja. Am 25. Juni 2009 starb Michael Jackson. In diesen Tagen erinnern die Fernsehsender an den “King of Pop”.
Den Anfang macht am Freitag, 18. Juni, um 23.55 Uhr das ZDF mit der Reportage „Michael Jackson – King of Pop“. Markus Lanz, der sonst eher talkt und kocht (oder vielmehr isst) hat sich dafür eigens nach Kalifornien begeben, um investigativ zu recherchieren. Die ARD legt am Montag, 21. Juni, um 21 Uhr nach: Die neue Staffel der Porträtreihe „Legenden“ startet mit einem 45-minütigen Film über Jacko.
Gleich einen ganzen Jackson-Tag gibt es am Donnerstag, 24. Juni, auf Pro7. Gezeigt wird auch “This is it”, der Kinofilm, der kurz nach dem Tod des Sängers ins Kino kam und ihn bei den Proben für seine geplanten Comeback-Shows zeigt. Danach gibt’s ein „Focus TV Spezial – Die letzten Tage im Leben des King of Pop“ (22.15 Uhr) und die US-Dokumentation „Gone To Soon“ des Journalisten Ian Halperin.
Wer’s noch nicht gesehen hat: In der Nacht auf den 25. Juni läuft im ZDF das Münchner Konzert der „HIStory Tour“ aus dem Jahr 1997 – um 1.05 Uhr. Am Todestag selbst wiederholt RTL die Hommage „100 Prozent Michael Jackson“ (23.15Uhr).