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Raab sucht den Star für Oslo
Stefan Raab inmitten seiner Lieben.
Na also, es geht doch auch ohne Gedöns: Stefan Raab bewies in der ersten Grand-Prix-Vorentscheidsendung auf ProSieben, dass Castingshows nicht zwangsläufig auf billige Effekthascherei setzen müssen. Die Einschaltquote war allerdings ausbaufähig: 2,62 Millionen sahen zu (Marktanteil 8,5 Prozent).
Eigentlich, so betonen Marius Müller-Westernhagen und Yvonne Catterfeld unermüdlich, seien sie ja total gegen Castingshows und hätten schon gar keine Lust, bei derartigen Sendungen in der Jury zu sitzen. Aber bei der Mission Grand Prix, von Stefan Raab zur „nationalen Aufgabe“ erhoben, sieht die Sache anders aus. Die beiden Musiker standen in der Auftaktsendung, bei der „Unser Star für Oslo“ gesucht wird, Raab willig zur Seite.
Sie schlugen sich wacker, wenngleich ab und an dann doch erhöhter Kuschel-Alarm herrschte. Auch Raab gab eher den sanften Onkel. Aber alles ist besser als die von Dieter Bohlen angeführte Findungskommission des Grauens bei „Deutschland sucht den Superstar“. Im Prinzip ist das Jury-Urteil aber egal: Übers Weiterkommen entscheiden die Zuschauer. Vorerst schafften es fünf von zehn. Am 9. Februar treten wiederum zehn neue Bewerber an, die so gefundenen zehn Besten müssen sich bis zum Finale durchkämpfen: Zwei Kandidaten singen jeweils die drei Songs, die von Raab und NDR-Verantwortlichen für Oslo (29. Mai) ausgewählt wurden. Die Zuschauer bestimmen zunächst ein Lied und dann den Kandidaten.
Dieses Vorentscheid-Spektakel verdanken wir der puren Verzweiflung: Der Eurovision Song Contest geriet in den vergangenen Jahren zum Debakel für Deutschland. Der ausrichtende Sender NDR entschloss sich zu einem Schritt, der ihm nicht ganz leicht gefallen sein dürfte: Er bat den mit allen Grand-Prix-Wassern gewaschenen Stefan Raab („Wadde hadde dudde da?“) und damit Privatsender ProSieben um Hilfe. In acht Shows wird nun ein „Star“ gesucht, Viertelfinale und Finale laufen in der ARD.
Wenn‘s hilft, soll es recht sein. Publikums- und Juryliebling war die 18-jährige Lena, die Adeles „My Same“ interpretierte und auch der fachfräuischen Begutachtung durch die Jury in meinem heimischen Wohnzimmer standhielt. Wobei wir einfach in der Mitte einen Schnitt gemacht hätten: Die ersten fünf fliegen, die zweiten fünf bleiben. Das sah nicht jeder so: Julia Timoschenko-Lookalike Kerstin Freking (21) aus Osnabrück, Katrin Walter (27) aus Köln, Meri Voskanian (22) aus Würzburg, Lena Meyer-Landrut (18) aus Hannover und Cyril Krueger (21), ebenfalls aus Hannover, setzten sich durch (Foto: obs/ProSieben Television GmbH).
Wir hatten uns ja schon Nüsschen und Kaffee bereitgestellt, weil wir circa um halb drei mit der Entscheidungsverkündung rechneten. Aber kaum waren die Nummern durchgegeben, war’s auch schon vorbei.
In welches Profil der oder die Auserwählte nun letzten Endes passen soll, blieb allerdings offen. Ich persönliche plädiere ja noch für den Ventilator-Härtetest. Ohne Windmaschine geht beim Grand Prix ja bekanntlich gar nichts mehr.