Freitag, Januar 8th, 2010 von Susanne Helmer

Ich kann auch ohne Dieter Bohlen

Quote machen mit Niedermachen: In der Jury von "DSDS" sitzen wieder sitzen Dieter Bohlen (55, li.), MTV-Moderatorin Nina Eichinger (28) und Musik-Manager Volker Neumüller. Foto: dpa

Quote machen mit Niedermachen: In der Jury von "DSDS" sitzen wieder sitzen Dieter Bohlen (55, li.), MTV-Moderatorin Nina Eichinger (28) und Musik-Manager Volker Neumüller. Foto: dpa

Jetzt stänkert er wieder: Dieter Bohlens RTL-Castinggedöns „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) hat wieder begonnen. Und dabei den besten Start in seiner Geschichte hingelegt. Die erste Folge der siebten Staffel sahen nach Senderangaben um 20.15 Uhr 7,37 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 20,9 Prozent). Jetzt frage ich mich: Hallo, wer guckt den Mist denn bitte noch? Und warum? Da ich es ernsthaft nicht verstehen kann, bitte ich um Meldungen. Worin liegt die Faszination dieses kruden Spektakels?  Zugegeben war ich bei Staffel 1 und 2 ja auch streckenweise amused, da waren die Sprüche aber auch noch nicht so elend auf Krawall gebürstet. Zumindest in meiner beschönigenden Erinnerung.

Einen ersten sprichwörtlichen Tiefpunkt hat die Sendung ja gleich in der ersten Ausgabe erreicht, wie ich den Zeitungen entnommen habe: Chefjuror Dieter Bohlen machte sich über einen Kandidaten lustig, der mit nassem Fleck auf der Hose zum Vorsingen antrat. Bohlinator hatte gleich ein paar Tricks bei der Hand, wie man solche kleinen Missgeschicke verhindern kann. Puh. Sowas muss ich mir echt nicht anschauen, vor allem weil ich mich doch immer gleich so fremdschämen muss, und da weiß man ja nicht mal, ob man wegen  Bohlen oder wegen des Kandidaten rot werden soll. Dessen Vater nun übrigens Klage eingereicht hat.  Was sich vielleicht auch eine offenbar füllige Dame überlegen sollte, die sich beklagte, dass ihre teuren hochhackigen Schuhe Schmerzen verursachen. Dieter weiß natürlich  Rat: „Hau dir selber in die Fresse, um dir wehzutun. Das ist jedenfalls billiger.“

Super Sache. Deswegen lass ich den Fernseher auch bei der nächsten Folge DSDS aus und halte meine Hand lieber auf die heiße Herdplatte. Das is auch billiger. Und tut nicht ganz so weh.


Kategorie: Standard
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5 Kommentare

Januar 8, 2010

Gar fürchterliche Dinge weiß die Zeitung mit den vier Buchstaben zu vermelden: Bohlen-Sprüche werden zusammengeschnitten und dann – unabhängig davon, wem sie galten – demjenigen Kandidaten aufgeklebt, bei dem sie im Nachhinein am besten passen…
Aber Hand aufs Herz: Ist das nicht alles Konzept des Formates? Diese bewusste Skandalisierung, dieses kalkulierte Ablästern um der Schadenfreude willen? Die Zuschauer wollen zwei Dinge: Über die Kandidaten herziehen, weil sie nämlich selbst gerne welche wären; und gleichzeitig mit den Kandidaten mitfiebern, die ihnen sympathisch sind. Der Bohlen bedient einfach alle Bedürfnisse, vor allem die niedersten. So lange das so ist und die Quote stimmt, so lange wird das auch so weitergehen. Bohlens erklärtes Ziel ist es, Thomas Gottschalk in der technisch messbaren Publikumsgunst zu überrunden. Das schafft er binnen der nächsten zwei Jahre, da bin ich mir sicher.


Januar 8, 2010
na ich

Bohlen ist das größte Arschloch aller Zeiten !!!!! Nix in der Birne….arum musste er ja zu Tv gehen weils für ordentliche Arbeit nicht reicht….kein Wunder bei der Kinderstube….er hat die hässliche Fresse seiner Mutter und nix in der Hose….die Nutten zu denen er geht haben genauso wenig Hirn wie Bohlen


Januar 11, 2010
ueberdosis

Wozu die Aufregung über Dieter Bohlen?

Die profilierungssüchtigen “Kandidaten” sind doch an der Niedermache selbst schuld! Wer ein bißchen Hirn in der Schale hat, wird ja wohl selbst einschätzen können, ob er/sie tatsächlich singen kann. Da kreuzen Persönchen auf, mit der Meinung, ein bißchen Makeup, sexy Klamotten und der eigenen unumstößlichen Überzeugung, der Superstar 2010 zu sein. Außer etwas Geplärre und eventuellem Herumgehample (“Performance” genannt) bieten diese Typen nichts, aber auch gar nichts. Und das Heruntergeputzt werden haben sie sich doch selbst eingebrockt. Mitleid kann man als Zuschauer doch nun wirklich nicht haben; eher noch mit der Jury, die solchen Dünnsch… über sich ergehen lassen muß. Aber die bekommen’s ja bezahlt.

Der Kommentator “Na Ich” hat übrigens auch nichts in der Birne: Bohlen ist zwar auch nicht unbedingt mein Freund, aber immerhin einer der erfolgreichsten Sänger und Produzenten in Deutschland. Es reicht wohl doch zu “ordentlicher Arbeit”, oder?


Januar 11, 2010

Tja, wir leben in einer Welt des unablässigen Benchmarkings.
Kandidatinnen und Kandidaten gab`s aber schlon früher:
http://www.youtube.com/watch?v=scjH6A6lSMU&feature=related


Januar 12, 2010
kein Blatt

Frau Helmer legt gerne mal ihre Hand auf die heiße Herdplatte?

Wieder was gelernt.

Was fernsehen alles aus uns macht …



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