Ode an Bob Ross
Er ist seit 1995 tot, aber in unseren Wohn- und Schlafzimmern so dauerpräsent wie kaum ein anderer Verblichener: Der Amerikaner Bob Ross (Foto: BR). “The Joy of Painting” heißt sein Mal-Kurs für die Mattscheibe, den BR Alpha täglich nachts ausstrahlt, auf dass der fröhliche Mann mit der Minipli-Matte uns in den Schlaf säusele (alle Sendetermine finden Sie hier).
Gegen seinen hypnotisch-beruhigenden Singsang ist das Zischen von Schlange Kaa aus dem “Dschungelbuch” der müde Versuch einer dilettantischen Anfängerin. Außerdem hat Bob Ross ja wohl die buddhistische Gelassenheit gepachtet und lebt die perfekte Verbindung mit der Natur: Bäume sind für ihn “little friends”, und niemals wird einer davon allein auf einem seiner Bilder stehen. “Waterfall Wonder” oder “Mountain Mirage” heißen seine romantisch-kitschigen Ölschinken. Hach, da geht einem doch das Herz auf.
Ich will ja nicht angeben, aber ich habe die berühmte, von ihm erfundene “Nass-in-Nass-Methode” schon ausprobiert, und ich muss sagen: Sie flutscht! Das Ergebnis ziert nun konsequenterweise eine Wand in meinem WC. Sieht fast so aus wie das Bild oben, nur etwas bescheidener.
Und jetzt soll mir keiner damit kommen, dass das doch gar keine Kunst sei! Kunst kommt von schließlich von müssen, nicht von können, und dass Bob Ross ein Besessener war, steht ja wohl außer Frage.
God bless, my friend.
2 Kommentare
Schön und gut, auch wenn der Kommentar zuvor stellenweise ziemlich zynisch klingt.
Für mich war Bob Ross nicht nur als Maler, sondern auch mit seiner beruhigenden Art, seine Malerei zu kommentieren, ein ganz Großer.
Und wenn dies Kitsch sein soll – ich mag seine Gemälde, die allermeisten zumindest!
Why do good always die first?

Bob Ross is King! I love his relaxing voice. I could listen to the guy all day. zzzzzz