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Augen auf, am Wöhrder See!
natürlich haben wir alle unsere gewohnten Strecken, auf denen wir uns längst wie auf Knopfdruck bewegen. Als ob wir eine mehr oder weniger dampfende Lokomotive wären, die sich auf Schienen fortbewegt. Mit der Folge, dass wir von der Umgebung ziemlich wenig mitkriegen. Und das macht es manchmal notwendig, dass wir mal eine Auszeit einlegen, bevor man durch die Macht der Gewohnheit über die eigenen Füße stolpern, weil man weder nach links noch rechts guckt.
Ein heißer Hamburger
Hamburger sind eine Sache für sich. Meint man die - englisch Hämbörger gesprochenen – Bulettenbrötchen der knautschigen Art samt Gurke und Ketchup, dann steht ganz klar fest: Sie sind definitiv nichts für Läufer, weil sie einem ziemlich schwer im Magen liegen können. Gerade auf einer längeren Strecke sollte man deshalb eher zur Banane oder zum Energieriegel greifen, wenn sich nach zwanzig Kilometern so ein leichtes Hüngerchen einstellt.
Ohrstöpsel raus oder leiser drehen!
Es ist nicht zu übersehen: Immer mehr Läufer kapseln sich von ihrer Umgebung ab, indem sie Ohrstöpsel in ihre Gehörgänge stecken und ihren MP3-Player aufdrehen. Volle Pulle am liebsten. Und na klar, es ist sehr stimulierend, wenn zum Beispiel mit Coldplays Hymne “Viva la vida” eine Überdosis Lebensfreude via Hörnerv und Blutbahnen in die Muskeln schießt. Da schlägt das Herz höher und man glaubt, über den Asphalt zu fliegen. Herrlich.



Ein heißes Glück!
Kurz vor dem Ziel: Im Greuther-Fürth-Auswärtstrikot bewältigte Jo Seuß das heiße Vergnügen des Metropolmarathons in Fürth.
Na, ihr viertelten, halben bis ganzen Marathonis & Ma(ra)donnen? Wieder alles klar in den Waden, Oberschenkeln und Patellasehnen? Sind die Glykogendepots wieder aufgefüllt und der Flüssigkeitsspiegel ausgeglichen? War gar nicht so einfach, denn es war wirklich ziemlich heiß beim Metropolmarathon in Fürth. Sozusagen subtropisch und eher suboptimal für Läufer, die persönliche Bestzeiten anpeilten. Erhobenen Hauptes und gleichmäßigen Schrittes ankommen, das war mein Ziel beim Halbmarathon gewesen – und das am besten unter zwei Stunden.
Und ich muss sagen: Es hat geklappt! So um die 1:57 hab ich gebraucht und dabei die meiste Zeit das Feld von hinten aufgeräumt (beim Ronhof war’s Fürths OB Thomas Jung …). Denn wer halt vor dem Start zu viel mit Freunden und Kollegen quatscht, steht dann ziemlich weit hinten im Pulk und darf die ersten zwei, drei Kilometer gemächlich Slalom laufen. Was vermutlich richtig gut war in Fürth – wer hier zu flott loslegte und zu spät das Trinken anfing (ein Riesenlob an dieser Stelle an die Organisatoren – toll, dass es mindestens alle zwei Kilometer eine Station gab!), der robbte irgendwann auf dem Zahnfleisch daher.
Ein bisschen gequält haben uns die vielen Anstiege, Kurven und Wendungen allerdings schon. Und ehrlich gesagt: Den erhebenden Lauf über den roten Teppich durch die Grüne Halle fand ich letztes Jahr bei etwa Kilometer 17 passender als jetzt in Gegenrichtung bei der Hälfte der Strecke. Dieser Kick ist Gold wert – die Veranstalter sollten darüber nachdenken.
Heilfroh war ich übrigens, dass ich offenbar in einer gewissen weisen Voraussicht in Sachen Wetter zwei Monate vorher kurzerhand auf Zuruf nur den halben Marathon gebucht hatte. Die armen Jungs und Mädels, die mehr oder weniger einsam und verlassen auf die zweite Runde gingen, taten mir echt leid. Während ich schon sieben Becher Wasser, Isodrinks und alkfreie kühle Bierchen reingezischt hatte und radelnd auf dem Heimweg war, sah ich die armen Schweine durch die Hitze traben. Ich hoffe, sie haben trotzdem auch erhobenen Hauptes ihr heißes Glück gefunden!
(Und übrigens: Unter http://www.nordbayern.de/region/fuerth könnt ihr noch mehr über den Metropolmarathon erfahren!)