Posts Tagged ‘ICE’
Was ist “alt” im Zusammenhang mit Zügen?
Hach, da sprühen die Funken, da rauchen die Köpfe, die Argumente fliegen lustig durch das Internet… Hatte ich mich doch erdreistet, die Baureihe 642 als “alt” zu bezeichnen. @LukasIffländer ist als Siemensianer deprimiert
über die Wortwahl. Ein anderer Leser weist mich darauf hin, dass die Züge ja noch nicht mal ein Jahrzehnt unter den Rädern haben und deswegen nicht als “alt” bezeichnet werden können.
Ja nun. Alt ist relativ. Ich zum Beispiel feiere bald meinen 47. Geburtstag (er fällt auf dasselbe Datum wie die Wiegenfeste von Willy Brandt und Keith Richards, die beide schon in jungen Jahren sehr alt aussahen…). Aber bin ich deswegen alt? (Bitte hierzu keine Kommentare!)
Die alten Silberlinge fahren bekanntlich immer noch, so sie nicht durchgerostet oder auf den Balkan verkauft sind. Es gibt ernst zu nehmende Bahnreisende, denen diese nicht mehr ganz taufrischen Beförderungsschaukeln lieber sind als jeder ICE. Andere wiederum, zu denen ich gehöre, würden gerne auf diese Art des Reisens verzichten (nicht nur, aber auch wegen der Dreh-Falt-Türe).
Im Übrigen kann ich jetzt aufklären, woher die frischen, aber doch nicht mehr ganz frischen 642-er Wagen kommen, die jetzt auf der Gräfenberg-Linie eingesetzt werden. Sie fuhren bisher zwischen Augsburg, Friedberg, Aichach und Schrobenhausen nach Ingolstadt als Paartalbahn. Die letzte Ausschreibung für die Paartalbahn verlor die DB gegen den Veolia-Konzern, so dass die Wagen frei wurden – und jetzt auf der Gräfenbergbahn zum Einsatz kommen.
Leidensfähigkeit, Geduld, Idealismus
Die gute Nachricht gleich am Anfang: Gestern hat die Rückfahrt nach Forchheim problemlos funktioniert. Keine Lok blieb liegen, die Verspätung hielt sich im Rahmen.
Heute morgen allerdings fiel sie aus demselben. 15 Minuten Verzögerung bei der Abfahrt, akkumuliert bis Nürnberg auf 23 Minuten. Na gut, Leidensfähigkeit, Geduld, ein gewisser Idealismus sind beim Bahnfahren immer dabei. Außerdem: Bauarbeiten dienen ja dem Fortschritt. Also sei’s drum. Aber ich bin dennoch froh, dass ich keinen Anschlusszug benötigte (der ICE z.B. wartete nicht), dass ich keinen Termin um 9.30 Uhr ausgemacht hatte (was bei normaler Ankunftszeit kein Problem gewesen wäre) und dass ich nicht sklavisch zu einer bestimmten Zeit einlaufen muss.
Gestern jubelte ich, dass im Forchheimer Bahnhof ein ohnehin löchriges Dach beseitigt wurde. Ich übersah dabei geflissentlich, dass ja derselbe Typ Dach auf dem Bahnsteig 1 und auf 4/5 durchaus erhalten bleibt. Die Bahn erneuert wirklich nur das für die S-Bahn dringend Nötige, der Rest bleibt liegen resp. stehen bis 2017 ff, wenn dereinst für die ICE-Strecke in größerem Maßstab umgebaut werden muss. Ob das wirklich wirtschaftlich ist?
Es geht dabei ja nicht nur um Forchheim. Auf der ganzen Strecke zwischen Bamberg und Nürnberg wird an den Bahn-Halten herumgebaut. Wäre es nicht sinnvoller gewesen, gleich nachhaltig an die Sache heranzugehen? Ich wette, 2017 kommt die ICE-Strecke nicht oder nicht wie vorgesehen. Mit der Wirtschaftlichkeit ist es dann nämlich erst recht nicht weit her, wenn der Staat schon gar kein Geld mehr hat…
Horrorfahrt im ICE – die Bahn hält still
Der Pendler pendelt zwar täglich mit der Bahn von seiner Wohn- in die Arbeitsstätte. Dennoch handelt hier nicht jedes Posting von der Bahn. Es wäre falsch zu glauben, hier fänden sich ausschließlich Beiträge, die sich mit der Deutschen Bahn beschäftigen.
Auf der anderen Seite: Das Staatsunternehmen DB AG gibt halt jede Menge Stoff ab. Nehmen wir nur den jüngsten bekannt gewordenen Fall: Ein ICE fährt auf dem Weg von München nach Nürnberg zu schnell über eine Weiche. Den Zug reißt es ruckartig von einer Seite zur anderen. Gepäckstücke fliegen aus den Ablagen. Im Speisewagen stürzt ein Mitarbeiter und ist erst einmal bewusstlos.
Mal angenommen, ich wäre in dem Zug gesessen: Ich hätte zumindest erwartet, dass der ICE anhält, dass eine Durchsage gemacht wird und die Passagiere Informationen darüber erhalten, was sie denn da gerade durchgeschüttelt hat. Offenbar geschah nichts dergleichen. Statt dessen hielt der Zug erst in Pfaffenhofen. Ein Notarzt kam an Bord und versorgte den Verletzten, der schließlich ins Krankenhaus gebracht wurde. Anschließend ging die Fahrt weiter nach Nürnberg, im Schneckentempo 120 km/h.
Als Passagier hätte ich mir gedacht: Was ist mit den Achsen? Das weiß man ja inzwischen: Die Bahn hat Probleme mit ihren Achsen. Einige Fahrgäste wollten tatsächlich nicht weiterfahren und haben in Pfaffenhofen den Zug verlassen. Ich kann das verstehen.
Das schlimmste ist aber: Die Bahn hat über den Vorfall niemanden informiert. Auch nicht das Eisenbahnbundesamt, und nicht die Bundespolizei. Soll hier etwas vertuscht werden?
Ans Licht der Öffentlichkeit geriet die Sache zuerst durch einen Fahrgast. Er stellte am Tag danach eine Anzeige. Pech für die Bahn: Im zug saßen Mitarbeiter des Bayerischen Rundfunks. Der hat den Unfall jetzt publik gemacht.
Was auch immer bei den Untersuchungen herauskommt: Das Verhalten der Bahn ist alles andere als Vertrauen erweckend. Wenn ich sowieso schon mit dem Rücken zur Wand stehe und ein Problem mit der Außendarstellung habe, dann nutze ich doch jede Gelegenheit, die Öffentlichkeit offensiv zu informieren. Nur so kann Vertrauen zurückgewonnen werden. Heimlichtuerei bewirkt genau das Gegenteil.
Der Deutschen Bahn sind gehbehinderte Kunden egal
Die jüngste Auskunft der Bahn zu dem Thema, wie sie in Forchheim mit gehbehinderten Kunden umgehen will, lässt nur einen einzigen Schluss zu: Der Deutschen Bahn sind gehbehinderte Kunden egal.
Seit vielen Jahren kämpfen nicht nur Kommunalpolitiker, sondern auch Vertreter von Sozial- und Behindertenverbänden dafür, dass am Forchheimer Bahnhof ein behindertengerechter Zugang zu den Gleisen geschaffen wird. Ihr Einsatz prallt aber an der Bahn ab wie ein Zug am Prellbock.
Vor langer Zeit wurde am Bahnhof Forchheim das Gleis eins abgeschafft. Das bedeutet: Egal, in welche Richtung du von Forchheim aus fahren willst oder aus welcher Richtung du in Forchheim ankommst: Immer musst du eine steile, ausgetretene Steintreppe abwärts laufen und eine ebenso steile, abgetretene Treppe wieder hinauf (siehe Bild oben).
In den kommenden zwei Jahren nun wird Gleis 1 reaktiviert, gleichzeitig alle Bahnsteige angehoben und die wasserdurchlässigen “Dächer” durch neue Konstruktionen ersetzt. Das heißt: Diese Maßnahmen hat die Bahn versprochen. Wir werden sehen, was tatsächlich kommt. Als Forchheimer Bahn-Benutzer ist äußerste Skepsis angebracht bei derartigen Ankündigungen.
Gleis 1, heute ein wild wuchernder Grünstreifen (siehe Bild rechts), wird reaktiviert, weil hier dereinst die S-Bahn aus Richtung Nürnberg enden wird. Gehbehinderte können dann tatsächlich auf gleichem Niveau in den Zug einsteigen und in Richtung Süden fahren. Wer nach Norden will, und sei es mit der S-Bahn, muss weiterhin auf Gleis 3: treppab, treppauf. Einen Aufzug wird es nicht geben, sagt die Bahn. Punkt.
Denn: 2017, wenn der viergleisige Ausbau für die ICE-Strecke Palermo-Berlin kommt, also hier das Teilstück Nürnberg-Erfurt, dann muss ja der Bahnhof Forchheim sowieso noch einmal umgebaut werden. Ergo würde sich der behindertengerechte Ausbau zum jetzigen Zeitpunkt nicht lohnen.
Ich sage: Das ist eine ungeheuerliche Haltung. Der Bahn sind gehbehinderte Menschen als Kunden, sofern sie in Forchheim ein- oder aussteigen, piepegal. Die Gründe sind vorgeschoben. Für die sieben, eher acht oder neun Jahre bis zum ICE-tauglichen Ausbau würde sich der Einbau von Aufzügen oder anderen Hilfskonstruktionen in jedem Fall lohnen – nämlich für jeden einzelnen Gehbehinderten, dem das Fortkommen damit erleichtert werden würde. Würde die Bahn bei jedem Projekt so spitz rechnen, käme sie nie auf einen grünen Zweig. Aber aus politischen Gründen ist es immer noch bequemer, eine Neubaustrecke München-Nürnberg doppelt so teuer wie geplant zu bauen, als in Forchheim behindertengerechte Zugänge zu den Gleisen zu schaffen, selbst wenn es nur für zehn Jahre wäre.
Sprechen wir es ruhig aus: Der Bahn sind nicht nur die Behinderten als Kunden wurscht. Der Bahnhof Forchheim ist einfach zu unbedeutend für den europaweit agierenden Logistiker DB AG. Was sind schon ein paar Behinderte in Forchheim, wo sowieso niemals ein ICE seine Fahrt verlangsamen wird auf dem Weg von Berlin nach München?
Das ist die traurige Realität, in die sich die Kommunal- und Landespolitiker jetzt wieder schulterzuckend fügen wollen: Kann man halt nichts machen, wir haben unsere Briefe geschrieben, die Presse hat’s zur Kenntnis genommen. Gehen wir zur Tagesordnung über.
Die Bahn und ihre Bau-Politik – wer soll das verstehen?
Ich sag’ es gerne noch einmal: I c h brauche die S-Bahn zwischen Nürnberg und Forchheim nicht. Gut, ich sehe ein, dass die tausenden von Pendlern, die nur eine Teilstrecke in diesem Abschnitt zu bewältigen haben, voraussichtlich von der S-Bahn profitieren werden.
Mir bringt sie nichts. Führe ich mit der S-Bahn, verlängerte sich die Zeit, die ich zwischen Heim und Arbeit benötige. Ich werde zum Zeitpunkt der Einführung der Schnell-Bahn nur noch mit dem Express fahren. Aber bis dahin fahren noch viele Züge auf den Gleisen im Regnitztal. Siehe hier.
Im Prinzip kennt das ja jeder, der schon mal ein Haus gebaut oder einen Hausbau verantwortet hat: Erstens kommt es teurer, und zweitens später als gedacht. Wenn also die Bahn heute sagt, die S-Bahn in Richtung Forchheim werde ab 2010 schrittweise auf die Schiene gesetzt, dann dürfen wir schon mal a priori vom Jahr 2011 ausgehen. Mindestens.
Wenn weiterhin behauptet wird, mit dem Jahr 2016/2017 wird im Zuge des viergleisigen Ausbaus der Strecke Nürnberg-Erfurt das Projekt Deutsche Einheit Nr. 8 verwirklicht, dann warten wir getrost bis 2022, ehe sich die Anrainer, zumal in Erlangen, Bubenreuth, Forchheim und Altendorf Sorgen um ihre relative Ruhe und um ihren Gebäudebestand machen müssen.
Aber die Riesensauerei, die damit einhergeht, ist ja die: Unter Verweis auf dieses Verkehrsprojekt, das unter den Vorzeichen von Rekordschulden in immer weitere Ferne rückt, verweigert die Bahn am Bahnhof Forchheim einen behindertengerechten Zugang zu den Gleisen. Rollstuhlfahrer und andere Gehbehinderte können nun mal nicht steile Treppen runter- und wieder hochlaufen. Sie sind in Forchheim von der Beförderung mit dem öffentlichen Verkehrsmittel Bahn ausgeschlossen. Begründung der Bahn: Wir bauen keinen Aufzug, den wir in zehn Jahren wieder abbauen müssen.
Aber was passiert im Zuge des S-Bahn-Baus? Hier werden Bahnsteige errichtet, von denen die Bauherrin sagt, dass sie wieder abgerissen werden müssen, wenn der ICE-Endausbau kommt. Wer soll das verstehen?
Postscriptum: Für alle, die sich fragen, wo die deutsche Politik in punkto Ausbau der Verkehrswege die Prioritäten setzt - lest hier mal nach.
Ich habe kein Verständnis mehr
Gestern Abend am Nürnberger Hauptbahnhof. Mein RE in Richtung Kronach kommt laut Ansage 10 Minuten verspätet. Grund: Störungen im Betriebsablauf. Gleichzeitig wird angekündigt: Der ICE von Wien nach Dortmund erhält 20 Minuten Verspätung. Grund: Verspätete Übergabe aus dem Ausland. Und: Der ICE nach München fällt ganz aus. Grund: Störungen am Fahrzeug. Ein weiterer ICE, nach Berlin, fällt ebenfalls aus. Begründung höre ich keine.
Dann geht’s weiter: Mein Zug wird um circa 30 Minuten verspätet eintreffen. Grund: ein liegengebliebenes Fahrzeug. Wer nur nach Erlangen muss, kann in die bereitstehende Regionalbahn einsteigen. Ob die gefahren ist, weiß ich nicht, weil ich zuerst mal den warmen Hauptbahnhof aufgesucht habe.
Gewitzt aus Erfahrung kehrte ich schon nach 10 Minuten auf den Bahnsteig zurück. Und da rollte er auch schon heran, mein Express, sieben Minuten früher als die angekündigte Verspätung. Weitere drei Minuten später dann die Abfahrt. Was, wenn ich die gemeldete Verzögerung ernst genommen hätte? Nein, ich will kein Verständnis mehr haben.
Die Notbremse gezogen
Heute hat’s mir gereicht. Zum x-ten Mal in Folge kommt der Regional-Express zehn Minuten zu spät. Ich soll Verständnis haben, sagt der Mann im Stellwerk. ICH HABE ABER KEIN VERSTÄNDNIS MEHR, hätte ich schreien mögen.
Statt dessen fragte ich den Zugbegleiter ganz freundlich, ob ich mich denn fürderhin auf die zehnminütige Verspätung verlassen könne. DA GRINST DER MICH AN!! Und gibt ganz freundlich zur Auskunft, nein, verlassen könne ich mich nicht drauf. Zwar gebe es zurzeit viel Verspätung, weil ja der Fernverkehr aufgrund der Inspektion von 70 ICEs gehandicapt ist und die Eilzüge warten müssten undsoweiterundsofort – und dann kam’s: Heute wäre der Zug pünktlich gewesen, aber – dann hat einer in Schweinfurt die Notbremse gezogen, wenn auch ohne Absicht.
Ich habe mich freundlich für die Auskunft bedankt.
Diese verhasste Dreh-Falt-Türe
Sind Konstrukteure von Schienenfahrzeugen Feiglinge, wenn sie bei Siemens beschäftigt sind? Natürlich nicht. Es liegt mir fern, an so etwas nur zu denken. In meinem letzten Posting hatte ich als kleiner Pendler die Konstrukteure des ICE darum gebeten, mir eine einfache Frage zu beantworten. Es kam: nichts.
Na gut, sicher liegt es an mir. Ich habe die Frage nicht richtig formuliert. Mich nicht deutlich genug ausgedrückt. Vielleicht war ich auch zu emotional. Hatte mir ausgemalt, was wäre, wenn… Das ist nie gut. Verzeihung, liebe Konstrukteure von Siemens. Wahrscheinlich seid ihr sowieso schon damit beschäftigt, Pläne zu zeichnen für die Stadt-Umland-Bahn zwischen Nürnberg, Erlangen und Herzogenaurach.
Ich hoffe nur, diese Bahn muss nicht aus Kostengründen mit einer Dreh-Falt-Türe ausgestattet werden. Diese verhasste Dreh-Falt-Türe. Mein erstes Posting über die Dreh-Falt-Türe ist die – festhalten, bitte – mit weitem Abstand am häufigsten gelesene Seite dieses Blogs. Das sagt doch was aus!
Und ich sage noch was dazu: Erst gestern wieder bin ich an einer Dreh-Falt-Türe gescheitert. Mein Gott, ich steh da wie ein Depp, weil diese verflixte Dreh-Falt-Türe sich kaum einen Zentimeter öffnen lässt. Ich, offenherzig wie immer, erzähle meinen Kollegen davon. Was höre ich? “Genau deswegen stelle ich mich nie als erster an die Türe…” Na dankschön.
Zehn Jahre nach Eschede: “Das hat nichts zu bedeuten”
Zehn Jahre nach Eschede: In Köln bricht die Achse eines Zuges, den die Bahn als ihren modernsten bezeichnet. Zum Glück hatte er noch nicht richtig Fahrt aufgenommen. Es hätte zu einer richtigen Katastrophe mit sehr vielen Toten kommen können.
Die Bahn reagiert schnell und überprüft fast alle Modelle derselben Baureihe. Beruhigt mich das als Bahnfahrer? Oder beruhigt es nur die Bahn-Verantwortlichen? Ein Experte sagt, Stahl bricht nicht so schnell, der Defekt muss sich schon länger abgezeichnet haben. Hat die Bahn also nicht richtig hingeschaut? Die Staatsanwaltschaft ermittelt.
Und in der Zwischenzeit fahren dieselben ICE weiter, die unter Umständen nicht völlig sicher sind. Als Pendler benutze ich keinen Schnellzug. Aber er begegnet mir täglich auf der Strecke zwischen Forchheim und Nürnberg. Nicht auszudenken, wenn eine Achse vor der Einfahrt in den Bahnhof Forchheim bricht, in voller Fahrt (in Forchheim hält nämlich kein ICE …). Kann die Bahn dieses Risiko ausschließen? Ich meine: Nach dem Vorfall in Köln ist nichts mehr auszuschließen. Im Gegenteil: Fahrgäste des Beinahe-Unglücks-Zuges berichten, die Zugbegleiter hätten nach Warnhinweisen auf ungewöhnliche Geräusche beschwichtigend geantwortet: “Das kennen wir schon.” Da müsse man sich keine Sorgen machen, das habe nichts zu bedeuten …
Warum werden derartige Materialfehler oder -schwächen nicht von Schnellzügen wie dem TGV oder dem Shinkansen bekannt? Hallo, ihr Bahn-Mitarbeiter und -konstrukteure da draußen, könnt ihr mir als kleinem Bahn-Benutzer das mal erklären?

Wie ein ICE liegenblieb und dann doch weiterfuhr
Heute morgen verspürte ich beim Blick auf die Autobahn mal wieder einen kleinen Anflug von Häme. Bei Forchheim stauten sich die Blechkisten in Richtung Nürnberg. Selber schuld, dachte ich mir. Wärt ihr halt mit dem Zug gefahren. Später verging mir die Häme dann.
Zwischen Fürth und Nürnberg blieb der Regionalexpress einfach stehen. Zweimal. Beim zweiten Mal auf Höhe des früheren Quelle-Gebäudes. Immerhin wurden die Fahrgäste per Durchsage informiert: “Wegen eines liegengebliebenen ICEs verzögert sich unsere Weiterfahrt auf unbestimmte Zeit.”
Das Stöhnen der Mitfahrer konnte ich direkt körperlich spüren. Hinter mir sprach ein Mann ins Telefon, wie sehr er sich ärgere, die Bahn genommen zu haben. Er wollte wohl nach Hamburg und verpasste jetzt seinen Anschluss. Toll. Die Bahn hat mit ihm jedenfalls einen Kunden weniger.
Als Zeitungsmensch hatte ich nach kurzer Zeit einen Informationsvorsprung. Eine Kollegin in der Online-Redaktion kontaktierte die Pressestelle der Bahn in München. Einer der dortigen Sprecher entschuldigte sich für die Verzögerung. Der Lokführer habe das Problem aber schon selber behoben, der RE werde in Kürze weiterfahren können. Na ja, in Kürze. Insgesamt blieben wir eine halbe Stunde auf freier Strecke stehen.
Jetzt frage ich mich: Wie kann ein ICE stehen bleiben und vom Lokführer selbstständig wieder in Gang gebracht werden? Kann mir das mal einer sagen?