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Ein nächtlicher Lumpensammler
Tatsächlich, daheim. Geschafft. Sogar einigermaßen glimpflich. Mir erging es nicht so wie dem NN-Leser, der letztes Wochenende von Nürnberg nach Erlangen drei Stunden im Zug zubringen musste.
Die planmäßige Abfahrt verfehlte mein Dosto um schlanke vier Minuten. Um 21.49 Uhr also startete die Rumpeltour über die Baustelle. Keine außerplanmäßigen Stopps dieses Mal, auch die Einfahrt in den Bahnhof Fürth (seufz) verlief ungestört. Aber: Dieser nächtliche Lumpensammler nennt sich zwar Regionalexpress. Tatsächlich hält er aber an jeder Haltestelle außer in der Rothenburger Straße.
Und so läpperte sich die Verspätung bis Forchheim auf sieben Minuten. Ankunft um 22.34 Uhr mit dem freundlichen Hinweis aus dem Stellwerk, dass aufgrund eines Stromausfalls leider die gesamte Bahnsteigbeleuchtung ausgefallen sei.
Nun stiegen hier noch sehr viele Menschen aus. 100 mindestens. Sie alle mussten sich ohne Licht in den dunklen Schlund der Tunneltreppe tasten. Einige leuchteten mit Fahrradlampen, andere schalteten ihre Handys an. Der Tunnel ist in der Mitte halbseitig von Gerüst und Plane versperrt. Erst am Ende des Tunnels gab es Licht – denn dort stand der Service-Mitarbeiter der Bahn mit seiner roten Mütze und hielt eine starke Lampe in Richtung der Reisenden.
Ich war richtig froh, dass ich nicht noch in den Bus Richtung Bamberg steigen musste. Statt dessen sattelte ich mein Stahlross, gab ihm die Sporen und radelte durch die laue Forchheimer Nacht nach Hause.
In der Zwischenzeit hatte der VfL Wolfsburg die Gegner aus Stuttgart in der ersten Partie der neuen Bundesliga-Saison mit 2:0 besiegt. Dass dem so ist, erfahren Sie im Online-Angebot der Nürnberger Nachrichten, weil ich diese sensationelle Meldung nach meiner Rückkehr auch noch dort hineingestellt habe. Da sehen Sie mal: Wir scheuen keine Mühen, um Ihnen den perfekten Service zu bieten.
Aber jetzt reichts’s für heute.
Die Einfahrt in den Bahnhof Fürth (seufz)
Heute probierte ich die Baustellen-Bahn mal am frühen Nachmittag aus. Abfahrt in Forchheim um 13.35 Uhr. Zuerst lief alles relativ glatt. Die Rumpler beim Überqueren der Weichen, zum Beispiel vor Baiersdorf, ignoriere ich nicht mal mehr. Ich genoss die Klimatisierung, die ruhig noch ein bisschen stärker hätte ausfallen dürfen.
Kurz vor Fürth allerdings war erst einmal Schluss. Die Zugbegleiterin seufzte ins Mikrophon: “Aufgrund von Bauarbeiten (seufz) ist die Einfahrt in den Bahnhof Fürth derzeit leider nicht möglich. Wir bitten dies zu entschuldigen.”
Allzu lange dauerte die Pause glücklicherweise nicht. In Nürnberg kamen wir mit schlappen elf Minuten Verspätung an. Meine Kollegen mussten dann halt noch ein wenig warten bis zur Ressortkonferenz. Spannend wird es heute abend, wenn ich wieder zurückpendle. Ich hoffe, ich kann auf der Schiene bleiben und muss nicht nächtens auf den Bus umsteigen…
Freude über das gefallene Dach
Nach meinem freien Tag gestern – keine ÖPNV-Nutzung – war ich heute natürlich gespannt, wie die Bahn ihre Bauarbeiten, Streckensperrungen und den Schienenersatzverkehr heute auf die Reihe bringt.
Sehr zufrieden war ich ja schon mal, also ich heute morgen am Forchheimer Bahnhof sah (Bild), wie am Mittelbahnsteig 2/3 das #?=@!§-Dach demontiert wurde. Das olle Teil war schon seit vielen Jahren so undicht, dass Reisende bei Regen auch unter dem vermeintlichen Schutz nass wurden (Pendlerblog-Leser wissen das). Jedes neue Dach kann nur besser werden. Obwohl: Bei der Bahn weiß man nie…
Die Fahrt nach Nürnberg ging mit schlanken elf Minuten Verspätung auch noch glimpflich vonstatten. Die Verspätung erscheint dann nicht mehr so schlimm, wenn du das Gefühl hast, es gibt einen vernünftigen Grund dafür: eben die Bauarbeiten. Die im übrigen dazu führen sollen, dass es in Zukunft zwischen Nürnberg und Fürth nicht mehr so oft heißt: “Wegen Zugfolge” oder “wegen hoher Streckenauslastung” verzögere sich die Abfahrt noch “um wenige Minuten, wir bitten um Verständnis”.
Mich ärgert aber schon wieder die neuerliche Aussage der Bahn, wonach ein behindertengerechter Zugang zu den Gleisen 2 – 4 “aus wirtschaftlichen Gründen” nach wie vor ausgeschlossen wird. Erst im Zuge des Ausbaus zur ICE-Schnellstrecke frühestens ab 2017 werde hier Abhilfe geschaffen werden können. Denn die Bahnsteige würden dann neu angeordnet und es könnten dann auch Aufzüge für Gehbehinderte eingebaut werden. Wollen wir wetten, dass die Bahn 2017 eine andere Ausrede dafür finden wird, warum sie zu Beginn des Ausbaus nun leider doch noch keine Aufzugsanlagen einbauen kann?
Ein Video über die Erdbauarbeiten im Fürther Bogen
Im Winter hatte ich die erdbewegenden Bauarbeiten der Bahn im Fürther Bogen zwischen Hauptbahnhof und Stadeln schon einmal mit der Video-Funktion meines Fotoapparates festgehalten. Seither hat sich einiges getan, doch die Bahn ist inzwischen hinter ihren ehrgeizigen Bauplan zurückgefallen.
Zwei zusätzliche Gleise werden gebaut, damit die S-Bahn ungestört vom Fern- und Regionalverkehr nach Forchheim und später bis Bamberg durchfahren kann. Nun ist die Geologie in dem genannten Abschnitt, einem engen Tal, nicht gerade leicht umzugestalten. Eigentlich sollte auch schon im Mai die große Brücke hinter dem Fürther Hauptbahnhof, die über den Wiedengrund führt und Siebenbogenbrücke heißt, durch ein zweites Brückenbauwerk für die neuen Gleise ergänzt werden. Davon ist bei weitem nichts zu sehen. Die Fürther Nachrichten berichten seit Monaten über die Arbeiten, die einfach nicht so laufen wie gedacht. Was außerdem auffällt: Die Stadt Fürth regt sich immer wieder auf, weil sie von der Bahn nicht immer rechtzeitig und umfassend über bevorstehende Eingriffe zum Beispiel in den Straßenverkehr informiert wird.
Na ja. Jetzt war ich mit einem Kollegen vor Ort und habe einen Videobeitrag produziert, der eine Art Bestandsaufnahme darstellt. Allerdings war es mir nicht möglich, einen Verantwortlichen der Bahn vor die Kamera zu bringen. Zwar hatte ich seit einem halben Jahr eine Anfrage bei der Pressestelle laufen. Doch trotz Nachfrage kam kein Treffen zustande. So musste es halt ohne die Bahn gehen…
I don’t like mondays
Ich mag vor allem diesen Montag nicht. Diesen Pechtag heute. Kaum bin ich aus dem Haus, rutscht mir das Vorderrad beim Bremsen auf ein paar lausigen Blättern weg. Ich mit der Nase voraus aufs Trottoir geschlittert. Zwei Löcher in der Jacke. So weit so schlecht. Immerhin keine Verletzung, wie vor zehn Jahren, beim letzten Sturz.
Dann: Der Zug hat Verspätung. Typisch, denke ich. Da liegen die Temperaturen mal unter null, schon wird die Bahn eiskalt erwischt und hat Störungen im Betriebsablauf. Allerdings tat ich ihr damit Unrecht, so zu denken. Ab Erlangen die Durchsage: Der Zug endet heute in Fürth wegen eines Notarzteinsatzes zwischen Fürth und Nürnberg. Bitte alle in die U-Bahn umsteigen. Eine gute halbe Stunde Verspätung kam dabei heraus. Kann die Bahn nix für. Ich bin auch noch heil, abgesehen von der kaputten Jacke. Aber ich ärgere mich trotzdem über diesen dämlichen Wochenauftakt.
Bahn hat reagiert
Schneller als gestern noch erwartet reagierte die Bahn auf meine Termin-Bitte. Demnächst, jedenfalls noch in diesem Jahr, wird der Projektverantwortliche für den spektakulären Ausbau im Fürther Bogen und darüber hinaus die Baustelle besuchen. Und dann werde ich ihn auch vor die Kamera bekommen. Ich freu mich schon drauf.
Durcheinander auf der Stammstrecke
Heute herrschte auf meiner Stammstrecke einiges an Durcheinander, wie mir ein Kollege aus Erlangen erzählte. Zunächst wurde ein Zug als verspätet gemeldet, dann kam er überhaupt nicht. Andere Züge fuhren mit starker Verspätung. Da bin ich direkt froh, dass mein Zug nur sieben Minuten Verspätung hatte. Und laut Reiseauskunft der Bahn soll mein Zug nach Hause nachher pünktlich sein. Ob das alles schon mit der Riesenbaustelle für die beiden neuen Gleise in Richtung Forchheim zusammenhängt, die wächst und wächst?
Seit mehr als einer Woche versuche ich, den Projektverantwortlichen der Bahn für ein Video-Interview vor Ort zu gewinnen. Aber ich habe noch keine Rückmeldung, ob er überhaupt kommt. Verstehe ich ja, bei der Bahn sind derzeit viele Baustellen zu betreuen. Vom verschobenen Börsengang über die kürzeren Wartungsfristen bei den ICE bis hin zu Fahrgastrechten, Preiserhöhungen und Krisenmanagement im allgemeinen.
Trotzdem: Die Abholzungen, Erdbewegungen und Grundstücksveräußerungen entlang der Strecke im Fürther Bogen sind ein derart herber Eingriff ins Landschafts- und Stadtbild, da hätte ich schon erwartet, dass die Bahn jede Gelegenheit dankbar annimmt, ihre Aktivitäten auch offensiv in der Öffentlichkeit zu erklären.
Näheres hier, so bald ich es weiß.
Kann ein Zentralvorstand so naiv sein?
Gestern bin ich bereits in Fürth ausgestiegen (jetzt kein Hohn aus der Nürnberger Ecke, bitteschön!). Ich ging in den Untergrund und fuhr mit der U-Bahn in die Fürther Straße, Haltestelle Maximilianstraße. Mein Ziel: Die Justiz. Der Prozess gegen den ehemaligen Siemens-Zentralvorstand Johannes Feldmayer und gegen den früheren Gottvater der angeblich unabhängigen Betriebsangehörigen von der AUB, Wilhelm Schelsky.
Der Medienandrang im Saal der Kriegsverbrecherprozesse war nicht so gewaltig wie zuvor gedacht. Klar, viele Kameras waren unterwegs, große vom Fernsehen (RTL, SAT1, N24, ARD, ZDF – die letzteren mit mehreren Teams), kleine von Online-Angeboten wie zum Beispiel www.nn-online.de. Sehr viele Fotografen. Einige hatten sich schon seit halb acht im Saal postiert, um den besten Platz zu ergattern, Leitern inklusive.
Die beiden Angeklagten saßen nicht nebeneinander, sondern einander gegenüber. Die Fotografen und Kameraleute, die beizeiten ihre Leiter in die Mitte dieser Distanz von vielleicht acht Metern gestellt hatten, waren am besten dran. Zuerst kam Johannes Feldmayer in den Saal (als freier Mann, weil ihn Siemens mit Kaution aus der U-Haft herausgehauen hatte), dann Wilhelm Schelsky (aus dem Aufzug, in Begleitung zweier Polizisten, er sitzt seit 19 Monaten). So konnten die Kollegen mit den besten Positionen sich zuerst nach der einen Seite drehen, dann auf die andere.
Mein Kameramann hatte sich vor Schelskys Anklagebank postiert und gab den Platz fürderhin nicht mehr frei. Freundlicherweise hielt ihm ein Kollege einer befreundeten Zeitung seinen Posten frei, als ich vor dem Saal den Schelsky-Verteidiger interviewte.
Während des Prozesses sitzen Journalisten in den ersten Reihen. Sie schreiben auf ihre Blöcke, oder hacken in die Laptops (so zum Beispiel die NN-Kolleginnen Gudrun Bayer und Ulrike Löw, deren Berichte aus dem Gerichtssaal heraus live online gehen), oder bearbeiten und senden die gerade gemachten Bilder. Die Kolleginnen und Kollegen von Fernsehen und Hörfunk rennen immer wieder vor die Tür, setzen sich auf dem Parkplatz in ihre Übertragungswagen und fertigen erste Berichte an, die dann gleich in die Nachrichten- und Magazinsendungen geschaltet werden.
Man meint fast, hier schlägt heute das Herz der Republik. Aber das scheint nur so.
Die Befragung des früheren Siemens-Topmanagers läuft sehr ruhig ab. Fast banal. Wäre da nicht der brisante Inhalt. Ein Mann, der dem innersten Machtzirkel des Weltkonzerns Siemens angehörte, gibt sich als Naivling:
Herr Wilhelm bat mich darum, mit Herrn Schelsky eine Vereinbarung abzuschließen;
Herr Schelsky werde mir erklären, worum es geht;
ich kannte Herrn Schelsky aus den 90ern von seinen sehr guten Fortbildungsseminaren;
Herr Schelsky legte mir die Vereinbarung vor und ich unterschrieb;
ich holte keine zweite Unterschrift ein, weil die Vereinbarung dazu nicht wichtig genug war;
die Summe von 500.000 Euro im Quartal fand ich gerechtfertigt;
als gleich im ersten Quartal Nachforderungen kamen, fand ich Schelskys Erklärung schlüssig und genehmigte diese (Schelsky hatte geltend gemacht, dass einige Mitarbeiter der Zentralen Finanzabteilung von Siemens, die bisher schon für die AUB gearbeitet hatten, jetzt ganz offiziell bei der AUB beschäftigt werden – und dafür benötige er eben mehr Geld – Feldmayer: Das war für mich nicht ungewöhnlich, dass die Mitarbeiter indirekt weiter von uns bezahlt werden, das war halt wie linke Tasche, rechte Tasche);
ich wechselte ja 2003 nach München, von da ab habe ich mich nicht mehr aktiv darum gekümmert, sondern nur noch die Rechnungen weitergereicht, die nach wie vor an meine Privatadresse geschickt wurden;
der Umweg über meine Privatadresse schien uns der kontrollierte Weg zu sein, damit keine Mitarbeiter zum Beispiel in der Poststelle, die bei der IG Metall organisiert waren, misstrauisch werden;
dass auf den Rechnungen der Name Schelsky und der Begriff AUB gar nicht auftauchen und dass eine Frau B. unterschrieben hat, das ist mir gar nicht aufgefallen;
es lag in unserem Interesse, die AUB als Arbeitnehmervertreter finanziell in ihrer Organisation zu unterstützen – aber dass damit das Verhalten der AUB-Betriebsräte beeinflusst worden sein könnte, daran haben wir nicht gedacht …
Und so geht das weiter. Den ganzen Vormittag. Da verlangt einer immer mehr Millionen für angebliche Leistungen, schickt die Rechnungen zur bewussten Umgehung des Dienstweges an die Privatadresse eines Siemens-Granden – und erhält anstandslos über Jahre hinweg weit mehr als die vereinbarte Summe, nämlich insgesamt über 30 Millionen. Und niemand bei Siemens nimmt Anstoß daran. Erst seit 2005, als der Konzern wegen seiner weltweiten Schmiergeldaffären ins Gerede gerät, wird intern genauer hingesehen. Plötzlich soll Schelsky Verwendungsnachweise beibringen. Als er welche schreibt, werden sie als “lückenhaft” bezeichnet. Offenbar bekommen im Hause S. immer mehr Leute kalte Füße. Schließlich beenden sie die Zusammenarbeit mit Schelsky. Man will sich ein anderes Image geben.
Zu offensichtlich hatte der Mann aus Hausen bei Forchheim die Millionen in Siemens-fremde Hobbys gesteckt, in Handball-, Golf- und Fußballspieler zum Beispiel. In private Objekte und Konsumgüter. Der Mann, so ist mein Eindruck, wusste auf der einen Seite nicht mehr wohin mit dem Geld, auf der anderen Seite hielt er sich aufgrund der jahrzehntelangen Praxis für unangreifbar. Er war ja 1990 als Siemensianer von Siemens eigens dafür in die Schein-Selbstständigkeit geschickt worden, auf dass er mit der AUB ein arbeitgeberfreundliches Pendant zur “kommunistischen” IG Metall aufbaut.
Dass sich aufgrund neuerer Entwicklungen der Wind gedreht hatte, fiel ihm offenbar noch später auf als den Siemens-Häuptlingen. Wobei: Die Häuptlinge wussten ja von nichts. Verträge in dieser Größenordnung, sagte Feldmayer, wurden im Zentralvorstand erst gar nicht diskutiert. Da geht es um ganz andere Kaliber, mindestens dreistellige Millionenbeträge. Für diese Herren war ein Schelsky mit seinen 30 Millionen anscheinend nur ein kleiner Fisch… wenngleich ein sehr nützlicher.
Ich denke da auch eine Werksschließung in Forchheim. Die Produktion wurde vor rund zehn Jahren nach Tschechien verlagert. Die deutschen Arbeiter waren Siemens zu teuer geworden. Proteste der Betriebsangehörigen und der Kommunalpolitiker blieben ungehört, da könnte ja jeder kommen…
Warum gibt sich Feldmayer in Sachen AUB-Förderung so scheinbar naiv? Die Sache ist klar: Würde er zugeben, dass sich Siemens mittels der verdeckten Finanzierung das Wohlwollen der AUB-Betriebsräte erkauft hat, wäre dies ein eklatanter, nie dagewesener Verstoß gegen das Betriebsverfassungsgesetz. Er würde damit zugeben, dass sich Siemens seine Betriebsräte – sofern sie von der AUB kamen – gekauft hat. Das darf er natürlich nicht. Schon im eigenen Interesse nicht, denn dann müsste er der Anklage Recht geben, wonach all die Schelsky-Millionen jahrelang zu Unrecht als Betriebsausgaben verbucht und damit steuermindernd geltend gemacht worden waren.
Statt dessen stellt er sich hin und sagt: Ja, Siemens hat bewusst den Betrieb der AUB finanziert, weil wir mit diesen Betriebsräten gute Erfahrungen im Sinne unseres Unternehmens gemacht hatten. Aber: Wir haben nie einzelne Betriebsräte finanziell unterstützt.
Als ihn der Beisitzende Richter fragt, ob er persönlich sich denn nie Gedanken gemacht habe, was diese Art der Unterstützung für die Arbeit der AUB-Betriebsräte bedeutet, antwortet Feldmayer nicht sofort. Zuerst klopft er die Frage auf versteckte Fallen ab. Dann sagt er: Also, wenn ich mir Gedanken gemacht hätte, dann nicht persönlich, sondern aus Sicht der Firma.
So tickt Herr Feldmayer. Und so tickt man bei Siemens. Das wird am heutigen zweiten Prozesstag mehr als deutlich, wie meine Kollegin Gudrun Bayer live berichtet.
Im Schneckentempo zur Arbeit
Heute bin ich in Forchheim mit dem festen Vorsatz in den Zug gestiegen, etwas Positives über die Bahn zu schreiben. Und dann kam es doch ganz anders.
Ich wunderte mich noch, warum ich mich seit langer Zeit schon nicht mehr über verspätete Züge ärgern musste. In den letzten Wochen, ich muss schon sagen, fuhren die Pendlerbahnen rechtzeitig ab, kamen einigermaßen rechtzeitig an. Das wollte ich den lieben Mitpendlern in den Blog schreiben.
Und dann das. Schon kurz nach Baiersdorf hält der Regionalexpress auf freier Strecke an. Einfach so. Keine Durchsage. Nix. Der Lokführer fährt auf Sicht. Und wenn ihm die Signale sagen: Stopp! Dann macht er auch Stopp! Aber warum? Ich werde es nie erfahren.
Die Fahrt durch den Bergtunnel dauerte mindestens doppelt so lang wie normal. Vielleicht, dachte ich, stehen Berg-Gänger auf den Gleisen und er muss Rücksicht nehmen. Aber dann, nach dem Bahnhof Erlangen, ging’s im Schneckentempo so weiter bis kurz vor Fürth. So viele besoffene Berg-Gänger am hellichten Tag? Wie er es geschafft hat, im Endeffekt doch nur sieben Minuten Verspätung einzufahren, ist mir ein Rätsel.
In dem kleinen Video kann man sich ansehen, wie langsam der Zug nach dem Tunnel in Richtung Bahnhof zuckelt.


Warum ich der Bahn wieder mal dankbar bin – komma, aber…
Blick in Richtung Gleis 2
Unterführungen sind ja für sich genommen keine schönen Orte. Für viele Zeitgenossen genießen sie gar den Ruf eines Angstraums. So weit würde ich jetzt im Falle der Unterführung am Forchheimer Bahnhof nicht gehen. Der Zugang zu den Gleisen könnte aber zumindest optisch schöner sein.
Dabei hat sich die Bahn zuletzt einige Mühe gegeben: Über mehrere Wochen hinweg haben Elektriker eine neue, sehr aufwändig aussehende Beleuchtungsanlage installiert. Das war wirklich eine Schau, jeden Tag Zeuge dieser Montage zu werden. Und was soll ich sagen: Es hat sich gelohnt. Der Bereich unter den Gleisen ist jetzt deutlich heller ausgeleuchtet als zuvor. Dafür bin ich dankbar.
Blick in Richtung Gleis 3
Aber: Wäre es nicht zweckmäßig gewesen, vor der Installation von Licht- und Kabelkästen die Wände neu zu streichen? Nicht nur, dass die ehedem weißen Flächen 1. nicht mehr so recht weiß, 2. von Schmierfinken mit Anti-Fürth-Parolen versaut sind und 3. kommt durch das Abhängen der Fahrpläne die ursprünglich gelbe Farbe wieder zum Vorschein. Ein koordiniertes Vorgehen hätte meines Erachtens anders ausgesehen. Aber ich als zahlender Fahrgast habe ja nichts zu melden.