Posts Tagged ‘Forchheim’

März 4th, 2010

Warum ich der Bahn wieder mal dankbar bin – komma, aber…

Blick in Richtung Gleis 2

Unterführungen sind ja für sich genommen keine schönen Orte. Für viele Zeitgenossen genießen sie gar den Ruf eines Angstraums. So weit würde ich jetzt im Falle der Unterführung am Forchheimer Bahnhof nicht gehen. Der Zugang zu den Gleisen könnte aber zumindest optisch schöner sein.

Dabei hat sich die Bahn zuletzt einige Mühe gegeben: Über mehrere Wochen hinweg haben Elektriker eine neue, sehr aufwändig aussehende Beleuchtungsanlage installiert. Das war wirklich eine Schau, jeden Tag Zeuge dieser Montage zu werden. Und was soll ich sagen: Es hat sich gelohnt. Der Bereich unter den Gleisen ist jetzt deutlich heller ausgeleuchtet als zuvor. Dafür bin ich dankbar.

Blick in Richtung Gleis 3

Aber: Wäre es nicht zweckmäßig gewesen, vor der Installation von Licht- und Kabelkästen die Wände neu zu streichen? Nicht nur, dass die ehedem weißen Flächen 1. nicht mehr so recht weiß, 2. von Schmierfinken mit Anti-Fürth-Parolen versaut sind und 3. kommt durch das Abhängen der Fahrpläne die ursprünglich gelbe Farbe wieder zum Vorschein. Ein koordiniertes Vorgehen hätte meines Erachtens anders ausgesehen. Aber ich als zahlender Fahrgast habe ja nichts zu melden.

Februar 26th, 2010

Eintrittspreise für das Königsbad stehen fest

Eintrittspreise für das Königsbad

Hough, der Stadtrat hat gesprochen. Endlich, werden manche in Forchheim sagen. Jetzt wissen wir, wie tief wir ins Portemonnaie greifen müssen, wenn wir als König Kunde in die Käsröthe radeln, um unsere geschundenen Körper und gestressten Seelen im und am Wasser abhängen lassen zu können.

Ich muss der Kollegin Beke Maisch Recht geben:  Sie kommentiert in den Nordbayerischen Nachrichten, dass mit dem Preiskatalog ein vernünftiger Mittelweg gefunden wurde. Die Forchheimer wollten mehrheitlich das Freizeitbad mit all seinen Attraktionen. Von vornherein war klar, dass die ehedem sehr niedrigen Gebühren für ein antiquiertes Freibad mit dem neuen Trumm steigen müssen. Von Beginn an ging es nur darum, wie hoch das Defizit des Betreibers ausfallen würde. Das werden jetzt wohl die Stadtwerke sein, die ein Defizit betriebswirtschaftlich sogar noch nutzbringend einbringen können.

Man muss auch kein Prophet sein um vorherzusagen: In zwei, drei Jahren werden die Preise angehoben werden müssen. Zum einen steigen selbstverständlich die Personal- und Sachkosten. Zweitens wird die Zahl der Besucher naturgemäß nachlassen, wenn der Reiz des Neuen erst einmal verflogen sein wird.

Am Rande bemerkt: Ob es wohl möglich sein wird, den Eintritt per Handy zu zahlen (wobei das Gerät nicht zwingend ein iPhone sein muss)?

Februar 5th, 2010

Preis-Diskussion ums Plantsch-Vergnügen

Die vorgeschlagenen Preis-Varianten

Die vorgeschlagenen Preis-Varianten

Jetzt geht sie los, die Diskussion um die Preise im Königsbad Forchheim (ich kann mich nicht an den Namen gewöhnen). Der erste Kommentar ist auch schon eingetroffen, danke PeterP. Die lokale Berichterstattung findet sich hier und hier.

Von vornherein war klar, dass wir tiefer in die Tasche würden greifen müssen für das GJB. Aber wenn ich mir vorstelle, als Gelegenheits-Plantscher jedes Mal acht Euro abdrücken zu müssen, für jeden Erwachsenen, dann noch ein bis zwei Kinder dazu – sehr oft werde ich mir das nicht leisten. Ist die Saison- oder gar Jahreskarte eine Alternative? Wohl nur für denjenigen, der sicher mehr als zehnmal pro Saison das Bad aufsucht. Und was machen die vielen Familien, die bisher im Sommer täglich in die Käsröthe gepilgert sind? Zumal die Familienverbände aus dem finanziell schwachen Segment. Ich möchte jedenfalls nicht in der Haut der Stadträte stecken, die jetzt zu entscheiden haben. Letztlich müssen sie sich darüber einig werden, wie hoch das Defizit des Betreibers jährlich ausfallen soll. Betreiber ist die Stadt – noch.

Laut OB Stumpf sollen ja die Stadtwerke den Betrieb übernehmen, und zwar schon mit Eröffnung. In seiner unnachahmlichen Art schmiss Stumpf dem Stadtwerke-Chef Müller in aller Öffentlichkeit den Brocken hin. Müller wusste von nichts und musste erst mal verdauen, was er da hörte: “Wir sind darauf organisatorisch gar nicht vorbereitet.” Friss Vogel, und stirb nicht.  So wird in Forchheim Politik gemacht. Läuft so auch das Preis-Diktat?

Januar 29th, 2010

Ein königliches Pendler-Gefühl

Ich gebe es zu: Heute bin ich in der 1. Klasse der Regionalbahn nach Nürnberg gependelt, obwohl ich für die Königsklasse gar keine Fahrkarte besitze. Und das Beste: Die Schaffnerin hat mich nicht hochkant hinausgeschmissen, sie hat mir keine Szene gemacht und verzichtete auch auf jedwedes Drohen und Schimpfen. Wie kommt’s?

Mein Verdienst war’s jedenfalls nicht. Ich gesellte mich zu einem Freund, der zu gleicher Zeit eine längere Zugreise antrat, ausgestattet mit einem First-Class-Ticket. Da in der Holzklasse alle Vierer-Garnituren besetzt waren, enterten wir kurz entschlossen das kleine Königsklassen-Abteil. Die Kundenbetreuerin im Nahverkehr kriegte ich dann mit meinem berühmten Dackelblick ;) und dem Verweis auf meines Freundes Fahrkarte herum…

Warum ich von der Königsklasse spreche, vom königlichen Gefühl? Das ist ja wohl klar, seitdem Forchheim ein “Königsbad” bekommt. Nach glaubhaften Versicherungen aus dem Forchheimer Rathaus hat die Namensgebung nichts mit einem etwaigen Monarchen in demselben zu tun. Man wolle vielmehr auf die königlichen Besuche in der alten Pfalz zu Forchheim rekurrieren.

In diesem Zusammenhang sage ich nur noch eins: 933. So viele Jahre ist es her, dass Forchheim von einem König besucht wurde. Und der war noch dazu ein Gegenkönig, der nach drei Jahren, 1080, ausgedient hatte. Zuvor gab es zwei reguläre Königswahlen (900 und 911). Und jetzt also das Königsbad. Herrschaftszeiten!

Januar 28th, 2010

Forchheim erhält ein Königsbad

Nun ist es amtlich: Der Forchheimer Stadtrat hat sich mit einer Mehrheit von 25:8 Stimmen dafür entschieden, das künftige Ganzjahresplanschvergnügen “Königsbad” zu nennen. Die Diskussion fiel nur kurz aus. Mehr dazu lesen Sie am Freitag in den Nordbayerischen Nachrichten.

Der nächste Schritt: die Eintrittspreise. Man möge mir den naheliegenden Kalauer verzeihen, der obendrein nicht originell ist. Aber: Werden die Preise denn auch königlich sein?

Oder darf darüber nicht diskutiert werden…

Januar 28th, 2010

Frau S.! Ich habe sie gesehen

Sonne über Forchheim

Sonne über Forchheim

Kollege Harry Baumer klagte unlängst darüber, dass sich in Berlin eine gewisse Frau S. schon längere Zeit nicht mehr habe blicken lassen. Nun ja, bekanntlich haben wir in der Region Nürnberg diese Dame noch viel weniger zu Gesicht bekommen. Gestern allerdings war sie da. Wahr- und leibhaftig.

Und weil zu befürchten war, dass sie sich gleich wieder burka-mäßig verhüllt, zückte ich schon in aller Frühe den Knipsapparat und lichtete Frau S. ab. Das Ergebnis sehen Sie hier. Auch den blauen Himmel habe ich aus rein dokumentarischen Gründen mit aufs Bild genommen. Wer weiß, wann wir wieder mit einer solchen Aussicht beglückt werden.

Heute zum Beispiel sind wir optisch wieder in die Suppenküche zurückgeschubst worden. Aus “betrieblichen Gründen” ist gleich einmal die Bahn eine Viertelstunde zu spät gefahren – zu spät, aber gefahren. Was man nicht von jedem Zug in Zeiten des Schnees sagen kann. Während der Fahrt erzählte mir eine Kollegin übrigens einen Schwank aus der letzten Woche. Darüber werde ich in den nächsten Tagen genauer berichten. Man darf sich schon mal auf einen Schaffner mit Stirnlampe freuen…

Januar 19th, 2010

Was darf ein Tag im Spaßbad kosten?

Was darf ein Tag im Spaßbad kosten? Soll man die Leute überhaupt für einen ganzen Tag zahlen lassen oder die Badezeit beschränken? Was zahlen Erwachsene, was die Kinder? Das sind zurzeit heiß diskutierte Fragen in Forchheim.

Noch hat das Ganzjahresbad keinen Namen. Und noch liegen keine Vorschläge für die Preisgestaltung vor. Allerdings lässt sich die Bäderverwaltung im Rathaus so viel entlocken: Zwischen Hallen- und Freibadbereich wird keine Bezahlschranke eingebaut. Hier gilt also Reisefreiheit.

18 Millionen Euro wird das neue Bad an der Käsröthe am Ende gekostet haben, mindestens. Damit die Stadt auf dem Schuldendienst nicht ewig sitzen bleibt und aus dem Spaßtempel kein Fass ohne Boden wird, muss der Bade- und Saunagast finanziell angemessen zur Ader gelassen werden. Wobei der Saunierer die eigentliche Melkkuh sein wird. Von der Schwitzlandschaft erwarten sich Bad-Betreiber von jeher einen kostendeckenden, wenn nicht gewinnbringenden Betrieb.

Anders der Badebetrieb. Ein kommunales Schwimmbad, ob mit oder ohne Spaßbestandteilen, wird zwangsläufig ein Zuschussempfänger bleiben. Denn gedacht ist die Anlage ja für die breite Bevölkerung. Der CSU-Fraktionschef im Rathaus hat jetzt schon mal laut nachgedacht: Fünf Euro für Erwachsene sind “am Anschlag”. Der Mann ist selbst Schwimmer, und außerdem bei der Sparkasse beschäftigt. Also steht er unter dem Verdacht, zu wissen was er sagt.

Der Oberbürgermeister möchte die Diskussion um die Eintrittspreise erst kurz vor der Eröffnung führen. Sollen wir ihm diesen Gefallen tun? Nö, sollen wir nicht, finde ich. Von der Höhe und der Gestaltung der Eintrittspreise hängt nicht nur die Finanzierung ab, sondern entscheidend auch die Akzeptanz in der Bevölkerung, mehr noch als von dem albernen Namen :) Daher fände ich es schön, wenn hier eine Diskussion stattfinden könnte.

Wie viel würden Sie für einen Tag im Freizeitbad Forchheim zahlen?

Januar 15th, 2010

Willkommen im Königsbad beim Seniorenplätschern?

Können Marketing-Experten irren? Ehrlich gesagt: Ich habe keine Ahnung. Aber eines weiß ich ganz genau: PR-Fachleute haben sehr genaue Vorstellungen davon, welcher Slogan, welcher Name sich vermarkten lässt und welche nicht. Wie  gesagt: Vorstellungen. Ob die dann auch dem Härtetest in der Realität standhalten können, ist eine andere Frage.

Die von der Stadt Forchheim beauftragte Agentur jedenfalls hat die Diskussion um den Namen für das Ganzjahresbad von Anfang an in die Richtung gelenkt, die sie wollte: Kein regionaler Bezug, kein Fremdwort wie Aqua oder Mare. Herausgekommen sind die bekannten Vorschläge “Forchheimer Badewelten”, “H2FO” und “Königsbad”. Was alles an anderen Ideen auf der Strecke blieb, können Sie hier nachlesen.

Nun hat der Hauptausschuss des Stadtrates über den Rest-Vorschlägen zu Gericht gesessen, und die “Badewelten” schon mal gleich ausgeschlossen. Das ist gut so. Allerdings: Favorit ist jetzt das “Königsbad”. Je nun.

Ja, Herr Kulturbeauftragter George, in Forchheim haben sich, als die Stadt noch bedeutend war, also vor rund 1000 Jahren, tatsächlich immer mal wieder Könige umgetan. Ja, Forchheim wirbt für sich bereits als alte Königsstadt. Alles richtig. Aber: Als Name für ein Bad, das zuvörderst die jungen Leute anspricht?

Stadtrat Hümmer (FW) erinnert das “Königsbad” an “Seniorenplätschern”. Man muss gar nicht so polemisch sein, um vor dem geistigen Auge bei der Nennung des Namens “Königsbad” Männer in langen Badeanzügen und Frauen in gigantischen Badehauben zu sehen, am besten noch durch hohe Lattenzäune getrennt…

Die Marketingexperten wollen den Kindern Papp-Kronen aufsetzen und sie als Prinzessinnen und Prinzen feiern. Wissen die nicht, dass Pappe sich nicht mit Wasser verträgt?

Der Werbefachmann denkt bei der Namensgebung vor allem an die Auswärtigen. Forchheim müsse  sich vom Fürther Mare absetzen und von der Franken-Lagune in Hirschaid. Vielleicht sollte dem Herrn Bähr mal jemand folgendes sagen: Wenn ich großzügig bin, dann sehe ich als Einzugsgebiet für das Wie-auch-immer-Bad in Forchheim einen Radius von 50 Kilometern. Aus diesem Raum fährt niemand, ich wiederhole: NIEMAND nie nicht ins Forchheimer Bad, weil das Ding “Königsbad” oder “H2FO” oder “Trubamare” heißt. Sondern er fährt nach Forchheim ins Freizeitbad, weil es neu ist, einen guten Ruf hat oder weil es ihm von Freunden empfohlen wurde.

Wenn ich die Therme Obernsees besuche oder meine Kinder in die Franken-Lagune chauffiere (übrigens ein höchst überkandidelter Name angesichts der Größe, aber so sind sie halt, die Neureichen :-) ), dann fahre ich einfach nach Obernsees oder nach Hirschaid “ins Bad” oder “zum Baden”. Der Name spielt für meine Entscheidung nicht die geringste Rolle.

Ein PR-Unternehmer freilich denkt anders. Das ist mir klar und es muss so sein. Daran ist nichts Verwerfliches. Das Bad soll heißen, wie es will. Die PR-Leute müssen ja auch ihren Auftrag rechtfertigen und ich kann verstehen, dass sie einen “König” besser in Szene setzen können als ein “H2FO”. Aber ich frage mich: Welches Signal sendet Forchheim in die Welt mit einem “Königsbad”? Dasselbe schwere, gravitätisch-majestätisch daherkommende wie mit “Fränkisch modern mit altem Kern”, dem offiziellen Stadt-Slogan? Wäre da etwas Spritzig-Frisches nicht angebrachter?

Januar 11th, 2010

Bahnsteig schon wieder verfehlt

So langsam häufen sich die Fälle. Heute konnte der Lokführer des doppelstöckigen Regionalexpress den um 200 Meter verkürzten Forchheimer Bahnsteig schon wieder nicht derbremsen. Anderthalb Wagenlängen schoss er übers Ziel hinaus. Bisher Rekord.

Das Dumme war nur: Im vordersten Wagen befindet sich das Fahrrad-Abteil. Und just musste natürlich ein Fahrgast mit Rad in Forchheim dringend raus. Der Arme hüpfte notgedrungen circa einen Meter tief in den frischen Schnee, das Rad im Arm, und kämpfte sich dann zehn Meter nach vorn zum Bahnsteig. Wie  und ob er dann überhaupt auf den Perron klettern konnte, entzieht sich meiner Kenntnis, da ich es vorzog, rechtzeitig den Zug zu entern.

Anfangs habe ich ja noch geschmunzelt über den verfehlten Bahnsteig. Aber was ist, wenn ein Radler nicht mehr so sprungtüchtig ist wie der von heute morgen? Es hätte ihm nämlich nichts genützt, nur eine Tür weiter nach vorne zu laufen. Er hätte sich, um auf den Bahnsteig zu kommen, durch die enge Verbindungstür vom vordersten in den zweiten Wagen zwängen müssen. Ich wette, die automatische Tür hätte sich genau in dem Moment geschlossen, in dem das Rad mittendrin hängt. Keine schöne Vorstellung.

Also bitte, liebe Lokführer: Vor Forchheim rechtzeitig zu bremsen beginnen, auch wenn’s pressiert.

Januar 8th, 2010

Eingerastet: Verunglücktes Wendemanöver

Eingerastet vor dem Rathaus

Eingerastet vor dem Rathaus

Kennen Sie das Sprichwort: Wer den Schaden hat, der spottet jeder Beschreibung? So ähnlich muss sich der Fahrer/die Fahrerin des Wagens gefühlt habe,  der/die in der Nacht zum Freitag auf dem Forchheimer Rathausplatz nur mal eben kurz eine Runde drehen wollte. Zack! und das Auto war eingerastet. Nichts geht mehr – außer dem Fahrer/der Fahrerin natürlich, denn mit dem Fahren ist es vorbei, wenn sich das Vorderrad erst einmal im Bächla festgesetzt hat.

Der Forchheimer Stadtbach, der dieser Tage seinen 20. Geburtstag feiern kann, hat schon so manchen Autofahrer gestoppt. Gerne trifft es in der Hauptstraße die Stückgutfahrer, von UPS & Co. Wenn so ein Kleintransporter mit Schlagseite im Graben hängt, das hat schon was für die Passanten. Wir Forchheimer sind den Anblick andererseits schon wieder so gewöhnt, dass längst kein Publikumsauflauf mehr entsteht. Eher herrscht die Haltung vor: Schaunerhie – widdä aaner, der ned aufbassn konn.