Posts Tagged ‘Baustelle’

Dezember 16th, 2009

Gräfenbergbahn: Alte Züge reloaded

Da kommt Freude auf: Auf der Gräfenbergbahn verkehren seit Fahrplanwechsel am vergangenen Montag ausschießlich die alten Dieseltriebwagen der Baureihe 642. Erst vor einem Jahr waren hier die neuen 648er Wagen mit Glanz und Gloria in Betrieb genommen und eine davon sogar auf den Namen “Stadt Gräfenberg” getauft worden.

In einer Pressemitteilung spricht die Bahn jetzt davon, dass im Bereich des Dieselnetzes rund um Nürnberg, also bei der “Mittelfrankenbahn” ein Plus an Fahrgästen in Höhe von sieben Prozent eingefahren wurde. Und, so die Bahn, es wird noch besser.

Nämlich: Alle Fahrten zwischen Nürnberg-Nordost und Gräfenberg werden ab sofort wieder mit den alten Wagen absolviert. Statt sechs neuen fahren jetzt also acht alte Wagen. Die neuen, somit frei gewordenen Züge, verkehren künftig als Verstärkung anderswo: Auf den Strecken nach Markt Erlbach, nach Cadolzburg, nach Neuhaus/Pegnitz sowie zwischen Steinach und Neustadt/Aisch.

Immerhin: Die in der Zwischenzeit aus Platznot eingesetzten Züge der Reihe 614, also die Uralt-Lösung, wird endgültig aus dem Verkehr gezogen. Endgültig? Man wird sehen, wo es als nächstes hakt…

Der Bad Windsheimer in der Online-Redaktion bittet übrigens um den Hinweis, seine Leidensgenossen Mit-Windsheimer seien sehr dankbar für die zusätzlichen Wagen.

Dagegen schäumt die Kleinsendelbacherin in unserem Archiv. Seit geraumer Zeit muss bekanntlich die Gräfenbergbahn bei Kalchreuth wegen einer defekten Brücke extrem langsam fahren. Das bedeutet für die Kollegin: Auf dem Heimweg am Abend ist in der Regel der Anschlussbus längst weg. Und da der nächste erst eine Stunde später fährt, hat sie nicht gerade viel Spaß dabei, in der Kälte bei Dunkelheit am Feierabend zu warten. Danke, liebe Bahn.

Der Eckentaler in der Lokalredaktion übrigens ist froh um die alten Wagen auf der Gräfenbergbahn: “Endlich kann man wieder vernünftig sitzen und muss  sich nicht mehr so zusammenfalten wie im Ferienflieger nach Antalya! Endlich kann man wieder vernünftig Zeitung lesen!”

Was lernen wir aus all dem? Zum einen reagiert die Deutsche Bahn auf die im letzten Winter von unserer Zeitung öffentlich gemachten Probleme der Pendlerinnen und Pendler im Großraum. Das ist eine gute Sache. Auf der anderen Seite: Die neuen/alten Züge werden einfach so umgeschichtet, ausgetauscht, abgeschafft, ohne dass die betroffenen Pendler darüber informiert werden. Kundenservice sieht anders aus, eine positive Selbstdarstellung auch.

September 2nd, 2009

Zweimal kurz verlinkt (4)

Hier lesen Sie, dass in Fürth die Nächte rund um den Bahnhof bald wieder etwas ruhiger werden, was vor allem Ralph A. Schmid, aber nicht nur ihn freuen wird.

Und hier ist zu lesen, was passiert, wenn leichtsinnige Menschen meinen, sie könnten mal schnell über die Gleise laufen. Dieses Verhalten beobachte ich auch fast täglich in Forchheim. Ich kann und werde es nicht verstehen.

Und hier noch eine völlig sinnfreie Spielerei:

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Now playing: The Beatles – Love Me Do
via FoxyTunes

August 26th, 2009

Zweimal kurz verlinkt (2)

Hier ein Ausblick auf die Zukunft: Im Fürther Bahnhof zeichnet sich schon jetzt ab, wie es in Erlangen bald auch aussehen wird.

Und so ergeht es Anliegern der Bahn, wenn die DB kurzfristig fremdes Gelände beansprucht.

August 24th, 2009

Bahnhof: Nebeneinander aus Uralt und Neu

P1030151Halbzeit bei den Bauarbeiten und der Streckensperrung. Ich werde in den nächsten Wochen eher weniger pendeln. Aber ich beobachte die Situation weiter.

Vor einigen Tagen wurden die letzten Reste des ehemaligen Daches von Bahnsteig 2/3 entsorgt. Ich weine der kaputten Konstruktion keine Träne nach. Das Foto dokumentiert den Abtransport der hölzernen Stützen. Nur schade, dass nicht auf den anderen Bahnsteigen auch gleich neue Dächer gebaut werden.

Ich verstehe sowieso überhaupt nicht, wieso der Forchheimer Bahnhof und auch die anderen auf der Strecke Nürnberg/Bamberg nicht sofort im Hinblick auf den immer wieder angekündigten viergleisigen Ausbau umgestaltet werden. Jetzt haben wir bestimmt zehn Jahre lang ein unschönes Nebeneinander von Uralt und Neu. Nicht, dass das Ensemble jemals wirklich architektonisch auf irgendetwas abgestimmt gewesen wäre. Aber jetzt hätte man halt die Gelegenheit gehabt, gleich Nägel mit Köpfen zu machen – und mit Aufzügen für Gehbehinderte…

P1030177Die neue Dachkonstruktion zeichnet sich dieser Tage bereits ab. Naja, wird halt ein Dach wie überall. Aber wenigstens darf man damit rechnen, dass der Reisende nicht nass wird, wenn er sich darunter aufhält. Obwohl: In Treuchtlingen trog diese Hoffnung offenbar gewaltig, wie Kommentator Willi erzählt. Vor Überraschungen bist du bei der Bahn halt nie sicher.

August 21st, 2009

Stumpf am Bahnhof Forchheim

P1030171Heute morgen, am Bahnhof in Forchheim angekommen, dachte ich im ersten Augenblick, die Stadt habe im Verein mit der Bahn wieder eine ihrer umstrittenen Nacht-und-Nebel-Baumfällaktionen begonnen. Lag doch am Bordstein zwischen Radständer und Parkplätzen ein Haufen Holz neben einem abgeschnittenen Stumpf.

Und vorne am künftigen Gleis 1 werkelten Arbeiter auf einem Hubsteiger mit der Säge und schnitten Äste der beiden dortigen Bäume ab. Was war da los?

Gärtnermeister Andreas Geck vom städtischen Gartenamt klärte mich auf: Die beiden Kugelahorne am Bahnsteig werden “radikal zurückgeschnitten”. Die Zweige ragten weit auf Bahngelände hinein, was bisher ja auch niemanden störte. Schließlich war Gleis 1 stillgelegt und von der Natur als Grünstreifen zurückerobert worden. Jetzt aber soll dort ein Häuschen mit Versorgungseinrichtungen für die Bahn errichtet werden, daher der Rückschnitt.

Auf der anderen Seite der Fahrradständer ergeht es den beiden Spitzahornen nicht so gut. Der eine ist schon geschlagen, der andere hat wohl nicht mehr lange zu leben, erklärt Andreas Geck: “Der abgesägte Ahorn war tot, dem nebenan geht es auch relativ schlecht.”

Alle Bäume am Bahnhof stehen in der Baumschutzverordnung. Sie sollen nach Möglichkeit erhalten werden. Die Kugelahorne bilden – nomen est omen – normalerweise eine kugelförmige Krone. Dazu erhalten sie nach dem Rückschnitt eine neue Chance. Ebenfalls zurückgeschnitten werden jetzt noch die Eichen am Bausbahnhof.

Also liebe Mit-Pendler: Nicht wundern, wenn in den nächsten Tagen noch häufiger die Motorsägen rattern und Äste aufs Pflaster fallen…

August 20th, 2009

Zweimal kurz verlinkt

Hier eine Reportage über die Bauarbeiten zur neuen S-Bahn-Trasse in Forchheim und Neuses.

Und hier ein Bericht darüber, wie die Bahn die Bauern bei Erlangen verärgert, weil sie für die gesetzlich geforderten Ausgleichsflächen angeblich Landbesitzer enteignen will.

August 17th, 2009

Bahn-Bauarbeiten: Nur eine relative Ruhe für die Anrainer

Heute habe ich die dritte Woche mit Baustellen-Verkehr zwischen Forchheim und Nürnberg begonnen. Bis jetzt muss ich sagen: Die Bahn schlägt sich achtbar. Wenn an vielen Stellen gleichzeitig Bagger anrücken, Arbeiter ihre Schaufel zücken und Planer ihre Pläne umsetzen, dann könnte das Chaos durchaus größer sein.

Fast schon daran gewähnt habe ich mich, dass der Zug grundsätzlich zwiwchen zehn und 20 Minuten später am Ziel ankommt. Immer wieder mal bleibt das Bähnla auf freier Strecke stehen, gerne vor Vach, wo sich Zug und Gegenzug begegnen müssen, weil sie sonst nicht aneinander vorbeikommen.

Interessant war heute in Bubenreuth zu beobachten, wie Bauarbeiter das Pflaster unter dem Fahrradständer abtrugen, obwohl noch Räder an den Ständern befestigt waren…

Recht glücklich sind die Anrainer an den Gleisen. Vor allem die schweren Güterzugrumpeln fallen ja jetzt zum größten Teil weg. Das muss eine Wohltat sein, wenn man wieder in Ruhe draußen sitzen und gelegentlich einem Personenzug zuwinken kann. Nachts bleibt sogar, wie in Leserbriefen nachzulesen, gelegentlich das Schlafzimmerfenster offen.

Freilich: Täuscht euch nicht. Der Ausbau dient ja dazu, mehr Züge als bisher fahren zu lassen. Wenn also die Strecke wieder geöffnet sein wird, ist Schluss mit der relativen Ruhe. Und ich als Pendler erhoffe mir wieder pünktliche Ankunftzeiten. So viel Service muss sein.

August 11th, 2009

Mit dem Auto fahren? Jessas!

Blick aus dem Zugfenster auf die Baustelle im Bahnhof ForchheimFragt mich doch vorhin eine Kollegin, die auch aus Forchheim nach Nürnberg pendelt, wie viele Stunden ich denn heute gebraucht hätte. Sie jedenfalls tue sich den Baustellenverkehr nicht an und fahre so lange mit dem Privat-PKW. Und ein Kommentator feixte, er habe keine Probleme mehr mit dem Pendeln, seitdem er wieder das Auto benutze…

Jessas, liebe Leute, nun mal langsam. Der Öffentliche Personennahverkehr ist für mich noch immer das Beförderungsmittel der Wahl. Ich ziehe die Bahn dem Auto aus unterschiedlichen Gründen vor. Zum einen enthebt mich das Bahnfahren der Notwendigkeit, ein Zweitauto anschaffen zu müssen, inklusive aller damit verbundenen Kosten. Zweitens: Ich erspare mit meinem Fahrverhalten der Umwelt und damit den kommenden Generationen einen ganzen Batzen CO2-Ausstoß. Und drittens: Mit der Bahn fahre ich in ziemlich genau 97,5 Prozent aller Fälle entspannter nach und von Nürnberg als mit jedem Auto.

Natürlich nehme ich in Kauf, dass der gewünschte Zug zu spät, viel zu spät oder gar nicht fährt; dass er auf der Strecke liegen bleibt; dass die Durchsagen im Zug andere sind als die auf dem Bahnsteig; dass alle Probleme, die rund um eine Bahnfahrt auftreten können, in Zeiten der Großen Umbauarbeiten potenziert auf den Plan treten können – und dennoch: Mich bringt das alles nicht dazu, deswegen aufs Auto umzusteigen.

So! Das musste mal geschrieben werden. Im Übrigen bin ich sehr dafür, dass Züge pünktlich fahren, dass der Service passt, dass die §$%&=?@-Baustelle endlich beendet ist und dass ich täglich einen Sitzplatz bekomme, auf dem ich in Ruhe meine Zeitung lesen kann. Aber das nur nebenbei.

August 10th, 2009

Die Bahn leuchtet den Pendlern heim

Licht im Tunnel unter der Bahnhofsbaustelle in ForchheimÜberraschung am Abend: Zwar wurde die Bahnsteigbeleuchtung in Forchheim nicht wieder in Gang gesetzt. Doch hat die Bahn inzwischen eigene Baustellenlampen aufgestellt.

Wer also jetzt nächtens auf Gleis vier den Zug verlässt, steigt nicht mehr in den dunklen Schlund, wie hier beschrieben. Am oberen Treppenabsatz leuchten uns Pendlern jetzt starke Halogenlampen heim. Unten im Tunnel sowie auf Bahnsteig 1 (wenn man die Rampe neben dem Grünstreifen so nennen darf) stehen weiß-rote Ballons auf großen Stativen (oberes Bild). Tagsüber hängen sie schlaff in der Gegend herum (Bild unten), abends jedoch spenden sie ein angenehm helles Licht. Eine positive Entwicklung.

Bauarbeiten am Bahnhof Forchheim, rechts die Leucht-BallonsLobend zu erwähnen ist auch, dass die Bahn niemanden hängen lässt, der in Forchheim strandet und weiter in Richtung Norden fahren möchte. Im Tunnel steht immer ein rot gewandeter Bahnerer, ruft “Bammbehrg” (aus Franggn kummd der net) und zeigt mit der linken Hand die Treppe hinauf. Oben dann warten zwei bis drei Busse, teilweise mit dem Kennzeichen SON, auf die Reisenden. Und selbst die langsamsten unter den Fahrgästen werden noch mitgenommen. Auf dass niemand in Forchheim stehen bleiben muss. Ein schöner Zug.

August 9th, 2009

Stell dir vor, du sitzt im RE und plötzlich ist der Strom weg

Reise mit der Bahn und du erlebst immer wieder etwas Neues. Heute mittag dachte ich zunächst, es sei den Bauarbeiten geschuldet, als mein Regionalexpress zwischen Baiersdorf und Bubenreuth nur im Schneckentempo dahinrollte. Die Innenraumbeleuchtung lief noch (zumindest die Lampen, die unbeschädigt waren), aber die Klimaanlage war ausgefallen. Ich wollte es genauer wissen.

Also fragte ich die Zugebegleiterin. Ihre Antwort kam wie aus der Pistole geschossen und mit einem entwaffnenden Lächeln: “Da ist nur der Stromabnehmer nach unten gefallen.” Und weg war sie wieder. Der Stromabnehmer weg? Dann, so denke ich mir als Nicht-Experte, sind wir also eine ganze Zeit lang stromlos vorangetuckert?

Ich will es noch genauer wissen. Im Hauptbahnhof Nürnberg frage ich den Lokführer im Steuerwagen. Er erklärt mir: Das Trafo-Öl wurde so heiß, dass der Strom automatisch abgestellt wurde. Mit dem Stromabnehmer hat das nichts zu tun. Es handelt sich also um eine automatisierte Sicherheitseinrichtung. Der Strom hatte sich von selbst abgestellt. Tatsächlich rollte der Zug mit Hilfe seines eigenen Schwungs gerade noch so eben zum Haltepunkt Bubenreuth, erklärt der Lokführer: “Da hatte ich wirklich Glück.” In Bubenreuth “rüstete ich komplett ab und wieder auf.” Hätte das nicht geklappt, dann hätte er zur Lok gehen müssen, die am Ende des Zuges fuhr.

Wie auch immer. Alles habe ich als Laie nicht verstanden. Aber so viel weiß ich jetzt: Jederzeit kann es während der Fahrt passieren, dass plötzlich die Stromversorgung ausfällt. Der Zug rollt dann so weit er kommt… Na, das kann ja noch heiter werden.

Verspätung heute: zwölf Minuten.