Dienstag, Juni 7th, 2011

Lokführer am Zapfhahn

Eigentlich dürften diese Zeilen gar nicht geschrieben werden müssen. Die Deutsche Bahn hat schon wieder Probleme mit Klimaanlagen in ICE. Und vor 2013, heißt es, werden diese Probleme auch nicht gelöst werden können.

Bis dahin wird es dauern, bisdie betreffenden Wagen generalüberholt sind. Es gehört nicht viel Fantasie dazu, sich auszumalen, dass dann vielleicht die Klimaanlagen funktionieren (wohlgemerkt: vielleicht), dass aber mit Sicherheit ein anderer Mangel auftritt. Alle Programmierer unter den Pendlerblog-Lesern und solche, die beruflich oder privat mehr mit Software zu tun haben als ein normaler Nutzer, werden verstehen, was ich meine: Du stellst einen Mangel ab, dafür taucht woanders wieder einer auf.

Sollten also wider Erwarten die ICE-Kühlanlagen im Sommer ihren Dienst vorschriftsmäßig verrichten, dann heißt dies noch lange nicht, dass sie auch im Winter so heizen, wie sie sollen. Und selbst wenn: Wer sagt denn, dass nach der Reparatur der Klimaanlagen der Zapfhahn im Bordbistro noch ordentlich funktioniert? Vielleicht muss der Lokführer sein Geschoss dann von hier aus steuern. Und so weiter.

Es gibt da einen herrlichen Text von dem wunderbaren Bamberger Kinderbuchautor Paul Maar, der sogar Eingang gefunden hat in Schul-Lesebücher. Ich bringe die Einzelheiten nicht mehr zusammen. Jedenfalls geht im Haushalt ein Gerät kaputt, ein Handwerker kommt und repariert. Leider nicht so wie gewünscht. Die Änderungen im Betriebsablauf setzen sich fort und am Ende kommt die Musik aus der Mikrowelle, der Toaster ist die Spülmaschine und im Herd wird die Wäsche gewaschen (wie gesagt, die Einzelheiten sind anders).

So stelle ich mir auch die reparierten ICE vor. Heißa, das wird lustig.


Kategorie: Bahn
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2 Kommentare

Juni 9, 2011

Warum kommt mir da jetzt der Spruch “AEG … ausgepackt – eingesteckt – geht nicht!” in den Sinn? *grübel*

Auch wenn der Zughersteller meines Wissens nach zu “Siemens” ist… .

Ich persönlich sehe die eigentliche Ursache des ganzen Übels darinn, dass zu viele Politiker parallel in den Führungsgremien diverser Unternehmen sitzen, welche untereinander geschäftlich verbunden sind.

Da läuft viel zu viel “hinter den Kulissen” für meinen Geschmack.

Es muss doch möglich sein, klipp und klar vorzugeben, was die Anforderungen an einen solchen Zug sind. Die Dinger sind ja schließlich nicht mal eben für 1,50 € zu haben… .

Jeder PKW-Hersteller der was auf sich hält, testet seine Fahrzeuge auch erstmal unter diversen Bedingungen, selbst in nahe am Nordpol oder in der Wüste, um die entsprechenden Aggregrate auf Herz und Nieren zu prüfen.

Das sollte beim Zugbau ja wohl auch machbar sein… und wenn dafür ne stationäre Klimakammer gebaut werden muss, mit deren Hilfe sich entsprechende Bedingungen simulieren lassen.


Juni 13, 2011
Markus

@Highwayfloh:
Stationäre Klimakammer? Gibt’s in Österreich:
=> http://www.bahn-austria.at/report_windkanal.htm
=> http://www.rta.co.at/


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