Ärger ist okay, aber ein Brandanschlag geht eindeutig zu weit
Ein Brandanschlag war es also, der in Berlin nicht nur den Nah- und Regionalverkehr teilweise lahm legte, sondern auch den Mobilfunk. In einem Bekennerschreiben formulieren dessen Verfasser, sie wollten mit ihrer Aktion gegen Militarismus, Atom und Rassismus protestieren. Na, das sind mir ja feine Brüder.
Weil sie bestimmte politische Entscheidungen und gesellschaftliche Entwicklungen nicht akzeptieren, fackeln sie mal schnell einen als Knotenpunkt erkannten Kabelbaum ab. Tausende Menschen müssen unter den Folgen leiden, indem sie zu spät oder gar nicht zur Arbeit kommen, nicht telefonieren können, Zeit und Geld verlieren, Verabredungen nicht einhalten können etcpp. Vom materiellen Schaden gar nicht zu reden.
Dafür habe ich als langjähriger Bahn-Kunde nullkommagarkein Verständnis. Offenbar sollte ja noch nicht einmal gegen die Bahn selbst protestiert werden, sondern das Unternehmen wurde sozusagen in Geiselhaft genommen und muss mithaften für all die Missstände in diesem unseren Lande.
Wie angenehm ist das doch, dass heute Nachmittag auf der Hauptstrecke Bamberg-Nürnberg “nur” ein Güterzug bei Eggolsheim liegen blieb und zu vergleichsweise geringen Verspätungen der Reisenden führte. Würde ich immer dann, wenn ich auf eine himmelschreiende Ungerechtigkeit stoße und nicht weiß, gegen wen ich anschreiben soll, einen Brandanschlag auf die Bahn und ihre Einrichtungen verüben – du meine Güte, da hätte ich viel zu tun und es käme bald kein Fahrgast mehr zur rechten Zeit an seinem Ziel an.
2 Kommentare
So was ist einfach nur “krank”!
Genauso, wie diese Nacht – wieder einmal – “Steinewerfer” an einer Autobahnbrücke…
Gottseidank, war ich nicht auf der betroffenen Strecke unterwegs…

Solche Brandanschläge gab es in und um Berlin ja schon öfters, nur nicht immer gleich mit derartig drastischen Auswirkungen. Auch mein Verständnis geht da gegen Null, ebenso bei dem Breitensport Kabelklau, wo ich insgeheim immer mal hoffe, daß endlich einer die Erfahrung machen wird, “Bahnstrom macht klein, schwarz und hässlich”.