Freitag, Februar 5th, 2010

Preis-Diskussion ums Plantsch-Vergnügen

Die vorgeschlagenen Preis-Varianten

Die vorgeschlagenen Preis-Varianten

Jetzt geht sie los, die Diskussion um die Preise im Königsbad Forchheim (ich kann mich nicht an den Namen gewöhnen). Der erste Kommentar ist auch schon eingetroffen, danke PeterP. Die lokale Berichterstattung findet sich hier und hier.

Von vornherein war klar, dass wir tiefer in die Tasche würden greifen müssen für das GJB. Aber wenn ich mir vorstelle, als Gelegenheits-Plantscher jedes Mal acht Euro abdrücken zu müssen, für jeden Erwachsenen, dann noch ein bis zwei Kinder dazu – sehr oft werde ich mir das nicht leisten. Ist die Saison- oder gar Jahreskarte eine Alternative? Wohl nur für denjenigen, der sicher mehr als zehnmal pro Saison das Bad aufsucht. Und was machen die vielen Familien, die bisher im Sommer täglich in die Käsröthe gepilgert sind? Zumal die Familienverbände aus dem finanziell schwachen Segment. Ich möchte jedenfalls nicht in der Haut der Stadträte stecken, die jetzt zu entscheiden haben. Letztlich müssen sie sich darüber einig werden, wie hoch das Defizit des Betreibers jährlich ausfallen soll. Betreiber ist die Stadt – noch.

Laut OB Stumpf sollen ja die Stadtwerke den Betrieb übernehmen, und zwar schon mit Eröffnung. In seiner unnachahmlichen Art schmiss Stumpf dem Stadtwerke-Chef Müller in aller Öffentlichkeit den Brocken hin. Müller wusste von nichts und musste erst mal verdauen, was er da hörte: “Wir sind darauf organisatorisch gar nicht vorbereitet.” Friss Vogel, und stirb nicht.  So wird in Forchheim Politik gemacht. Läuft so auch das Preis-Diktat?


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14 Kommentare

Februar 5, 2010
Markus

Bei diesen Preisen, egal ob Variante A, B, oder C, sieht mich das Forchheimer Schwimmbad nicht.
Eeeeebermannstadt, ich koooomme …..

In Ebs bin ich mit EUR 7,50 (nach letztjähriger Preisliste) den ganzen Tag mit der ganzen Familie drin. Das sollte sich unsere Herren und Damen Stadträte bitte auch mal vor Augen führen. Klar, das Forchheimer Schwimmbad ist neuer, aber ob das einen Mehrpreis selbst im günstigsten aufgeführten Fall von EUR 12,50 rechtfertigt (2E, 2K, Familienkarte wird nicht angeboten)? Meiner Meinung nach nicht. Das ist Luxus und kein Vergnügen.
Für das Geld können wir uns in Ebs noch an Eis dick und satt essen.


Februar 6, 2010

Ja, lieber Ulrich Graser, so wird in Forchheim Politik gemacht. Der Direktor Müller kann sich seinen AR-Vorsitzenden halt nicht aussuchen – wir Badefreunde aber unser künftiges Bad…

Die Preisdiskussion – ist, Verzeihung, sinnlos. Die Entscheidung ist längst gefallen, von einer politischen Mehrheit so gewollt. Die Spielräume sind eng. Ich finde, das ganze wird mit einer intransparenten und komplizierten Preisstruktur nur noch abschreckender. Siehe Bahn. Das Preisniveau ist im Rahmen dessen, was betriebswirtschaftlich geboten ist. Das Bad ist keine Luxuseinrichtung, sondern weiterhin ein Bad für alle Bürgerinnen und Bürger. Jetzt jedoch teuer neu gebaut uind moderner eingerichtet. Das hat…seinen Preis. Fuer Einkommensschwache und Hartz IV Empfänger muss es Sondertarife geben. Denn die haben i.d.R. auch seltener ein Auto, um mal eben nach Hirschaid oder Ebs zum “Billigbaden” zu fahren.

Das neue Bad hat klare Vorteile, die es zu bezahlen gilt. In Ebs muss ich bei Gewitter meine Sachen packen und heimfahren. In Forchheim lediglich umziehen… ins Hallabood. An diesem Umstand kann auch die FGL, die Stimme der Badnostalgiker, nicht vorbei.

Die Erfahrung zeigt: Fuer gute Angebote, Qualität, freundliches Personal, saubere Umkleidekabinen usw. gibt man auch eher Geld aus. Entscheidend wird also sein, welchen Ruf sich das neue Bad unter seinen Konkurrenten erarbeitet. Und das hängt massgeblich vom Management ab. Insofern wuensche ich Herrn Müller dafür…eine glückliche Hand.


Februar 6, 2010
reuther

Die Preisdiskussion ist Spiegelfechterei.
Wichtig wäre eine Kostendiskussion gewesen und eine Offenlegung der Kalkulation.
Beim Vergleich mit bestehenden Bädern erscheint mir die Forchheimer Kalkulation reichlich geschönt.
Das Atlantis in Herzogenaurauch: Besucherzahlen 380000 Defizit 1,8 Millionen € ( http://www.nn-peg.de/artikel.asp?art=1150633&kat=27)
Bulmare in Burglengenfeld: Besucherzahlen 250000 Defizit 1,3 Millionen (geschätztes Defizit bei der Eröffnung 2005 übrigens : 200.000 € incl. Zinsen und Tilgung)
Forchheim scheint sich anscheinend in einem anderen Universum zu befinden mit völlig anderen Kalkulatonsgrundlagen und Naturgesetzen. Oder es werden bewusst Erfahrungswerte ignoriert
und mit der Vergesslichkeit der Bürger gerechnet.
Ich bin gespannt welche Zahlen nach einem Jahr Betrieb genannt werden und wer dann als Verantwortlicher dafür herhalten muss.
Wer das ganze bezahlen wird steht aber jetzt schon fest: Die Forchheimer.

Daher möchte ich nochmal meinen Preisvorschlag wiederholen:
Kostenloser Eintritt für alle Forchheimer und für die auswärtigen Besucher eine angemessene Kostenbeteiligung.


Februar 6, 2010

Ein alter Forchheimer, der jetzt auf Schwede umgesattelt hat, schrieb zu einem meiner früheren Bad-Ergüsse einen bedenkenswerten Kommentar: http://blog.nn-online.de/pendlerblog/2010/01/06/forchheim-wie-soll-es-heisen-das-neue-bad/ Als “Wolfgang” beschrieb er das schwedische Modell der Betreibergesellschaften von Spaß-Bädern. Übrigens derselbe Wolfgang, der hier etwas weiter oben den zweiten Kommentar hinterließ.


Februar 7, 2010
oldman

Im NN-Artikel vom 5.2.10 wird der Fraktionsvorsitzende der SPD zitiert: ” Für besonders gut hält die SPD die Sommerpreise. Für sechs Euro kann ein Erwachsener den ganzen Tag im Bad entspannen.”
Es soll sogar Stadträte geben, die einen noch höheren Preis für akzeptabel halten.
Nur so zum Vergleich: im Freibad in Höchstadt zahlt man auch 6 Euro – aber für die KOMPLETTE FAMILIE. Dort hat man (im Gegensatz zu Forchheim) im Sommer acht 50m-Bahnen, ein Wellenbad und eine seperate Sprunganlage mit 5m-Turm.
Wohin werden wohl die Familien aus Hausen, Heroldsbach, Wimmelbach … in Zukunft im Sommer zum Baden gehen, wenn sie in Forchheim für 2 Kinder und 2 Erwachsene 19 Euro (wohlgemerkt in der günstigsten Variante) und in Höchstadt 6 Euro zahlen müssen.
Es soll aber auch Forchheimer Familien geben, die diese Preisunterschiede für nicht akzeptabel halten und die auch das Ebermannstädter Freibad im Auge haben. Dort kostet die Familienkarte 7,50 Euro.
Wenn man nicht von Anfang an Schiffbruch erleiden möchte, so ist es meines Erachtens unabdingbar auch einen Tarif für eine Familientageskarte anzubieten. Es wird wenige Familien geben, die bereit (und vielleicht gar nicht in der Lage) sind, 180 Euro für eine Familiensaisonkarte hinzublättern.
Ich möchte allerdings auch nicht verschweigen, dass die Vorschläge sehr wohl den Versuch erkennen lassen, sozialverträgliche Komponenten mit einfließen zu lassen (Kostenfreiheit für 100% Schwerbehinderten mit Begleitung).
Etwas hoch erscheint mir der Preis von 4,50 Euro für den Sport, Früh- und Spättarif.
Wünschenswert wäre natürlich ein Tarif für einkommensschwache Bürger und Familien.


Februar 7, 2010

Ulrich, Vorsicht, die anonymen Schreiberlinge hier sind…ein einziger Exilfranke… Mit diesen Beiträgen kannst alles machen, nur eins nicht: Ernst nehmen. Einfach blocken bzw. wegmoderieren und schon hat sichs. Die FDP Forchheim hat nämlich einen Grund, warum sie ihre Webseite umbauen muss. Dort hat er nämlich auch schrecklich gewuetet. Mehr gerne per mail.


Februar 7, 2010
Dieter Schlosser

Ist die Preisgestaltung auch nicht von den zukünftigen Energiepreisen abhängig? Sollte man auf erneuerbare Energie mehr setzten? Bei fairen Preisen droht ein großes Minus!


Februar 8, 2010
PeterP

Die Stadtwerke sollen also das dauerdefizitäre Schwimmbad betreiben?

Zu diesem Steuersparmodell gibt es einige ähnlich geschichte Fälle, u.a. aus Neuwied:

http://www.neuwied-rein.de/Deichwelle.htm

Damit es mal klar ist: Wenn die Stadtwerke die Strompreise wegen des Hallenbads erhöhen sollten bin ich schneller bei der Strom-Konkurrenz als unser OB Hoppala sagen kann….

Das kommt davon wenn über Vernunft hinaus verplant wird!


Februar 8, 2010
Sebastian W.

@Wolfgang Schreyer: Wusste garnicht, dass die FDP Forchheim ihre Website umbauen muss! Weißt du mehr als ich? Wir machen nur ein Update, damit wir nicht nur ein Blog haben, sondern auch eine Seite mit weiteren Informationen zum Kreisverband.

Zum Freibad:
Auf Facebook wird auch stark über dieses Thema diskutiert. Es polarisiert mal wieder extrem.
http://www.facebook.com/pages/Forchheim/184562833847

Die Preise finde ich auch überzogen, speziell für Familien. Wird sich zeigen ob diese Rechnung aufgehen wird.

Viele Grüße
Sebastian W.
FDP Forchheim


Februar 10, 2010
Markus

Öhem, wo finde ich eigentlich die Umfrage, die auf folgender Seite angesprochen wird:
http://www.nn-forchheim.de/artikel.asp?art=1170515&kat=13

Ich sehe sie einfach nirgendwo …


Februar 10, 2010

@Markus: Die Umfrage ist inzwischen beendet. Sorry. Heute nachmittag tagt der Hauptausschuss des Stadtrates, der sich jetzt für ein Preismodell entscheiden muss. Das letzte Wort hat dann Ende des Monats der Stadtrat. Morgen berichten die Nordbayerischen Nachrichten ausführlich über die heutige Ausschussdebatte.


Februar 10, 2010
Markus

Naja, schau’n wir mal, dann sehen’s wir schon, hat mal ein BWL-Prof zu mir gesagt …

Bei 19 Euro in der günstigsten (öffentlich bekannten) Variante für unsere Familie taugt das nur mal zum Ausprobieren.
Für die Abkühlung am Nachmittg geht’s bei solchen Preisen nach Ebs. Der Preisunterschied wäre in dem Fall einfach zu groß.


Februar 10, 2010
ecco

in fürth ist die stadt mit dem fürthermare auch auf die schnauze gefallen.
nachdem sich das ganze für den vorher so hochgelobten betreiber nicht gerechnet hatte, sprang die stadt mit hilfe der infra ein und übernahm betrieb und defizit. na super! gewinne privatisieren und verluste sozialisieren. so habe ich mir soziale marktwirtschaft nicht vorgestellt.

http://www.fuerther-nachrichten.de/artikel.asp?art=1133710&kat=12


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