Ein königliches Pendler-Gefühl
Ich gebe es zu: Heute bin ich in der 1. Klasse der Regionalbahn nach Nürnberg gependelt, obwohl ich für die Königsklasse gar keine Fahrkarte besitze. Und das Beste: Die Schaffnerin hat mich nicht hochkant hinausgeschmissen, sie hat mir keine Szene gemacht und verzichtete auch auf jedwedes Drohen und Schimpfen. Wie kommt’s?
Mein Verdienst war’s jedenfalls nicht. Ich gesellte mich zu einem Freund, der zu gleicher Zeit eine längere Zugreise antrat, ausgestattet mit einem First-Class-Ticket. Da in der Holzklasse alle Vierer-Garnituren besetzt waren, enterten wir kurz entschlossen das kleine Königsklassen-Abteil. Die Kundenbetreuerin im Nahverkehr kriegte ich dann mit meinem berühmten Dackelblick
und dem Verweis auf meines Freundes Fahrkarte herum…
Warum ich von der Königsklasse spreche, vom königlichen Gefühl? Das ist ja wohl klar, seitdem Forchheim ein “Königsbad” bekommt. Nach glaubhaften Versicherungen aus dem Forchheimer Rathaus hat die Namensgebung nichts mit einem etwaigen Monarchen in demselben zu tun. Man wolle vielmehr auf die königlichen Besuche in der alten Pfalz zu Forchheim rekurrieren.
In diesem Zusammenhang sage ich nur noch eins: 933. So viele Jahre ist es her, dass Forchheim von einem König besucht wurde. Und der war noch dazu ein Gegenkönig, der nach drei Jahren, 1080, ausgedient hatte. Zuvor gab es zwei reguläre Königswahlen (900 und 911). Und jetzt also das Königsbad. Herrschaftszeiten!

Was auch oft funktioniert: “Schuldigung, hier is nirgends ein Platz frei, ich bin bahn.comfort.” – “Ja, in Ordnung, setzen se sich in die erste vor.”