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Zellophanfolie

Die mit der Stahlkante
Ich weiß, was Sie jetzt denken. Russland brennt, Pakistan steht unter Wasser, die Atomkraftwerke sollen länger laufen, was sind dagegen läppische Löcher in der Zellophanfolie. . . Recht haben Sie, aber der tägliche Kleinkram, der an unseren Nerven reißt, braucht seinen Platz und ein Ventil. Sonst platzt der Kessel.
Zurück zur Folie. Manchmal finden Verbraucher nämlich Tricks, wie sie die Tücken des Alltags auch ohne Zusammenbruch und größere Investitionen überwinden können. Frau M. hat einen gefunden und der geht so: Man kaufe einmal die teure Markenfolie mit der Stahlkante, hebe die Hülle auf und packe dann die billige Rolle hinein. Fortan wird nicht mehr gezerrt und gezogen, ratsch, die Folie ist ab, alle atmen auf und gespart wurde noch dazu.
Leider, berichtet jetzt Frau M., sind ihr die Hersteller auf die Schliche gekommen. Plötzlich haben billige und teure Folien unterschiedliche Formate und der der kleine Triumph der klarsichtigen Verbraucherin über die mächtige Folienindustrie ist schon wieder Schnee von gestern. Jetzt wird im Hause M. Folienboykott ausgerufen. Es gibt ein Leben ohne Zellophan, heißt die Parole. Auf den Rest vom Hühnerfrikassee kommt jetzt ein Unterteller. Basta.