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Sie suchen Ruhe? Meiden Sie Saunen!
Saunen sind Orte des Wohlbefindens und der Ruhe — zumindest theoretisch. In der Praxis trifft das wohl nur zu, wenn die Sauna im eigenen heimischen Keller steht. Da ist man für sich und kann ungestört entspannen.
Ganz andere Erfahrungen haben meine Kollegen und ich im Nürnberger Südstadtbad gemacht. Die Sauna ist groß und schön gestaltet und leider längst kein Geheimtipp mehr. An Ruhe ist hier nicht mehr wirklich zu denken.
Besonders genervt war ich einmal, als ein Kleinkind hinter meinem Liegestuhl mit einem Matchbox-Auto spielte. Brrrrrrum, brrrrrum kurvte der Kleine mit dem Fahrzeug über meinem Kopf herum. Eltern waren weit und breit nicht zu sehen. Selbst im Ruheraum, wo ein Junge am plätschernden Brunnen mit Autos spielte, schritt niemand ein.
Auch die Erwachsenen können nerven. Im Südstadtbad sind das besonders die Raucher, die in großen Gruppen draußen auf der Terrasse sitzen und sich dort lautstark unterhalten, während andere in Ruhe Wassertreten wollen.
Eine Kollegin erzählte, dass sie künftig den Damen-Tag meiden wird, weil da besonders viel geschnattert werde. Ich selbst habe beim Schwitzen schon zuhören müssen, als sich zwei junge Frauen ungeniert ihre Sex-Erlebnisse erzählten.
Wissen Sie eine Sauna in Nürnberg, wo wirklich Ruhe herrscht? Nicht verraten, sonst könnte sich das rasch ändern.
Kirchenweg und kein Ende
Eine provisorische Verkehrsinsel, Tempo 30, die Eröffnung einer Spiel- und Lernstube im Erdgeschoss der Sozialimmobilie. Die Verwaltung hat sich zwar Mühe gegeben, die Situation am Kirchenweg/Ecke Lobsingerstraße zu entschärfen, doch unterm Strich hat das alles nichts genützt. Noch immer spielen die Kinder an einer verkehrsreichen Straße, an der Autofahrer um die Ecke rasen, noch immer wissen gerade die Jüngsten in ihrer Freizeit nicht wohin, noch immer ist der Hinterhof trostlos und zu klein.
Nach dem tödlichen Unfall eines Jungen machten sich die Stadtratsfraktionen für ein rasches Handeln stark. Das ist inzwischen fast vier Jahre her. Handlungsbedarf ist immer noch gegeben. Die Crux: Es gibt schlicht keine Freiflächen in unmittelbarer Umgebung, die die Stadt nutzen könnte. Ob sich im Innenhof des gegenüberliegenden Amtsgebäudes etwas tut, bleibt abzuwarten — diese Möglichkeit wurde allerdings bereits 2006 geprüft und abgelehnt.
Die Situation der Bewohner der Sozialimmobilie hat sich vielleicht insgesamt leicht verbessert — die Verlierer sind jedoch nach wie vor die Jüngsten, denn es ist alles andere als ein idealer Ort zum Aufwachsen.


Fremde Welten: Furchtlos auf der Freiheit, daheim am Hauptmarkt
Vergangenen Samstag gab es zwei schöne Gelegenheiten für Bewohner der beiden sich so heiß und innig nicht liebenden Nachbarstädte, sich unter einem guten Vorwand zu besuchen. Nachmittags rief die Atomkraftdemo in Fürth — und siehe da: Es hatten zwar nur Lichtenfelser oder Schweinfurter ein Ortsschild dabei, aber auch einige Nürnberger waren unter den 5000 AKW-Gegnern auf der Fürther Freiheit.
Mitten dran statt nur dabei war eine Steptänzerin, die in St.Peter ihre „Rote Bühne“ betreibt. Mit schwarzem Zylinder am Kopf, der von roten Rosen, grünen Blättern und einem gelben „Atomkraft? Nein Danke“-Aufkleber umrankt war, strahlte Julia Kempken mit der Sonne über der Kleeblattstadt um die Wette. Furchtlos auf der Freiheit demonstrierte sie, wie Nürnberg und Fürth harmonieren können, auch wenn unter Metropolregion mal das kleinere Fürth vor Nürnberg genannt wird.
Einiges fremder war man sich schon wieder abends auf der Blauen Nacht. Direkt vor Lorenzkirche, Rathaus oder dem Schönen Brunnen standen plötzlich gelbe Ortsschilder mit „Wissenschaftsstadt Fürth“. Das passte ein paar Lokalpatrioten gar nicht – ihnen kam es strange (wie’s auf Englisch heißt) vor, dass sich Fürther inmitten von Nürnbergs guter Stube nicht mehr fremd, sondern richtig daheim fühlen durften. Ein Karl Valentin hätte garantiert kräftig darüber gegrinst!