Posts Tagged ‘Christkindlesmarkt’

Dezember 2nd, 2009

Pokerface am Grill

Nürnberger Christkindlesmarkt

Nürnberger Christkindlesmarkt


Der Freund steckt im Wort freundlich mittendrin.   Schon recht, aber   wer hat    2,2 Millionen Freunde?    So viele Gäste  besuchen  alle Jahre den Nürnberger Christkindlesmarkt,   kein Mensch kann erwarten, dass  unsere Bratwurstbrater und Mandelröster mit 2,2 Millionen Zugereisten gut Freund sind. 
Mit manchen sind sie allerdings gut Feind, was im Jahr 2006 zu einer  Fortbildung ausgewählter Händler  in Sachen Freundlichkeit geführt hat. Bitte, Danke, nicht rauchen hinterm Tresen und auch mal den Müll vorm Stand zusammenfegen, solches Grundlagenwissen stand da am Lehrplan. Doch das damals Gelernte ist  ins Kurzzeitgedächtnis gerutscht und gelöscht worden, sonst hätte Frau Z. aus Igendsdorf nicht erlebt, was sie erlebt hat:
Beim Kauf von zwei Bratwurstbrötchen gibt ihr  die Verkäuferin einen Fünf-Euro-Schein zu viel zurück. Die ehrliche Haut aus der Fränkischen reicht den Schein brav wieder zurück — und wartet. Pokerface, keine Reaktion.
Mit  der Wurst in der Hand wagt es die Kundin, nach einem umsatzsteuerbefreiten Dankeschön zu fragen. Ihre Freundin hinterm Wurstgrill knallt ihr daraufhin ein pampiges „Des hätt’ miech a ned ärmer gmachd“   vor den Latz    und  beendete die Konversation mit dem feindlichen Lager abrupt.
  Jetzt gibt’s  zu jedem Bratwurstbrötchen  schon kostenlosen Senf,  da wollen die auch noch Freundlichkeit dazu?  So ähnlich stand   es auf ihrer schweißglänzenden Stirn zu lesen. Ein Fünfer hin, ein Fünfer her, die Händler am Markt spielten offenbar in einer ganz anderen Liga, schreibt man uns erbost aus Igensdorf; das Freundlichkeitstraining der Stadt sei für die Katz gewesen.  Wer mag dem widersprechen.

November 25th, 2009

Attacke auf Krippen-Esel

Krippe auf dem Christkindlesmarkt mit dem Esel im Stall. Foto: Michael MatejkaFreitag startet der Christkindlesmarkt in Nürnberg. Was wäre der Markt ohne die berühmte Krippe? Und was wäre die Krippe ohne den Esel? Der stand zuletzt nur mit einem Ohr im Stall (im Foto hinter die Wiege). Das fiel lange gar nicht auf.

Die Figuren stammen immerhin aus den 30er Jahren. Sogar die Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg haben sie heil überstanden. Dafür litten Maria und Josef, gekleidet wie im 15. Jahrhundert, sowie Caspar, Melchior und Balthasar und viele andere geschnitzte Darsteller unter dem Bombardement der Besucher. Es ist nämlich guter Brauch, Geld in die Krippe zu werfen. Dabei wurden – gelegentlich auch mutwillig – immer wieder Figuren beschädigt.

Vielleicht war auch der Esel das Ziel von Münzattacken. Obwohl: Seit einigen Jahren schützt ein Netz die Krippendarsteller. Unter den Opfern sind auch Bauern, die von der Heiligen Familie empfangen werden. Doch irgendwie ist dann auch dem Esel ein Ohr abhanden gekommen. Keiner weiß so recht, wie. Auch durch ein Ein-Euro-Stück?

In den vergangenen Wochen haben jedoch die Schausteller veranlasst, dass das Ohr ersetzt wird. “Wir haben es gar nicht gemerkt und wurden erst von Besuchern darauf aufmerksam gemacht”, räumt Chef-Schausteller Lorenz Kalb ein.

Nach intensiver Schnitzerei ist nun das Tier wieder vollständig. Er hat ein neues Ohr bekommen. Nun kann der Christkindlesmarkt kann beginnen.