Archiv der Kategorie ‘Herzschmerz’
Eine Hochzeit will geplant sein!
Ich stecke mitten in den Hochzeitsvorbereitungen. Ende Oktober ist es so weit, nur noch knapp zwei Monate. Ich freue mich ja so!
Der Stress hält sich bisher in Grenzen: Wir haben uns vor einigen Wochen recht schnell dazu entschlossen, dass die standesamtliche Trauung und die anschließende Feier mit Familie und Freunden im Pellerschloss in Nürnberg-Fischbach stattfinden soll. Wir haben beim Standesamt das Aufgebot bestellt. Dann haben wir eine Gästeliste geschrieben. Die Einladungskarten sind gedruckt und gehen dieses Wochenende raus. Wir haben inzwischen die Trauringe bestellt und uns ein schönes weißes Porzellanservice ausgesucht, falls uns jemand fragt, was er uns schenken könnte.
Ich habe schon mein Hochzeitskleid — weinroter Taft — im Schrank hängen, es muss allerdings noch von einer befreundeten Schneiderin etwas geändert werden. Auch die dazu passenden Brautschuhe sind gekauft. Jetzt brauchen wir noch einen Caterer, wir haben schon einen im Auge, den eine Kollegin empfohlen hat. Der macht dann auch den Tischschmuck mit. Die Getränke kaufen wir selbst, unsere Kinder sollen servieren. Der Friseurtermin für die Brautfrisur ist seit gestern vereinbart. Der Gospelchor Stein-Oberweihersbuch wird bei der Feier ein paar Lieder zum Besten geben. Ach ja, der Hochzeitskurzurlaub: Eine Städtereise soll es sein, aber wohin, das wissen wir noch nicht.
Haben wir was vergessen?
Wir sahen das bisher ganz locker, bis mir zufällig die Hochzeits-Checkliste in den Gelben Seiten in die Finger kam. Wahnsinn, auf was Brautleute alles achten sollen! Demnach haben wir viel zu spät angefangen mit den Planungen. Ein Jahr vorher möchte schon sein! Wir haben noch keinen Sitzplan erstellt (weil wir noch gar nicht wissen, wer kommt und wer nicht), auf eine Hochzeitstorte werden wir wohl verzichten. Auch unsere Tanzkenntnisse werden wir nicht auffrischen, weil Tanzmusik nicht vorgesehen ist. Wir machen uns keine Gedanken, wie wir meine Singlefreundinnen bei Laune halten (Singletisch oder passenden Tischpartner?). Über die vielen gut gemeinten Ratschläge meiner Familie breite ich hier mal den Mantel des Schweigens.
Wie übersteht Braut das schadlos? Bestimmt haben Sie für mich gute Tipps.
Wenn Männer weinen…
Aus der Traum vom WM-Titel: Deutschland trauert mit seinen Helden! Die musste jeder, wirklich jeder gestern nach dem Spiel bemitleiden, auch ich: Jogis Jungs sanken nach dem Schlusspfiff zu Boden, stemmten die Hände auf die Knie. Die einen weinten, die anderen schüttelten bloß den Kopf. Schweinsteiger stand minutenlang fassungslos da, ich hätte ihn in den Arm nehmen und mütterlich trösten mögen. Und erst der Lahm: Der hatte beim Interview ganz verweinte Augen und Mühe, zu sprechen.
Auch mein Freund war tief enttäuscht: Er litt furchtbar während des Spiels, stöhnte bei jedem Fehlpass der Deutschen auf und murmelte gegen Ende der zweiten Halbzeit nur noch: „Ich hätte so gerne Deutschland gegen Holland gesehen!“ Statt Schweinsteiger umarmte ich eben ihn. Dafür sind wir Frauen doch schließlich da, unseren Männern in der bitteren Stunde der Niederlage beizustehen.
Dem Fußball sei Dank! Da dürfen Männer endlich offen Gefühle zeigen, sich jubelnd freuen, stolz sein, aber auch lauthals schimpfen und im schlimmsten Fall vor Enttäuschung und Frust sogar weinen. Wann dürfen wir Frauen denn sonst unsere Liebsten so erleben? Von wegen „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“! Lasst sie nur raus, Eure Emotionen, Ihr harten Kerle! Am besten auch nach der WM. Das bringt Euch uns Frauen ungemein näher, da können wir mitfühlen und eure Tränen trocknen. Wie wunderbar!
Insgeheim denke ich: Eigentlich ist es gut, dass Schweinsteiger, Lahm und Co. verloren haben. Sonst hätten wir Frauen diese Tiefe und Tragik bei unseren Männern nicht erleben können. Aber das würde ich ihm gegenüber natürlich nie laut aussprechen. Deshalb: Psst, verraten Sie mich nicht!



Schöpferisch pausieren – etwas für zu Guttenberg!?
privat
Es dauert nur noch eine Woche, dann ist diese wahrlich hubba-bubba-mäßige aufgeblasene Faschingssaison vorbei und abgehakt. Wobei man sagen kann, dass die Narren in den letzten zwei, drei Wochen durch den schier endlos hinausgezögerten Rücktritt des Ex-Dr. zu Guttenberg einiges von ihrer Präsenz eingebüßt haben. Und diese hip-hop-artigen Muss-er-oder-muss-er-nicht-Gefechte gingen einem zunehmend auf den Zeiger.
Noch rechtzeitig vor der Weiberfasenacht, wenn auch G. der finale Krawattenschnitt gedroht hätte, trat der Verteidigungsminister die Flucht nach vorne an. Trotzdem werden alle Kabarettisten dieser Nation noch ein paar Tage von ihm zehren und Karl-Theodor deftige Promotion-Gags hinterherwerfen. Siehe Oliver Tissot, der in Veitshöchheim an den Erfinder des Buchdrucks erinnerte — und trotzdem habe dieser zu Guttenberg 500 Jahre später noch abgeschrieben.
Selten so gelacht! Jetzt steht aber wie bei allen Zurückgetretenen die Frage an: Was nun tun? Die Fastenzeit naht, was bekanntlich heilsam wirken soll. Besser wäre aber, die Pause tatsächlich schöpferisch anzupacken. Und siehe da: Wie gerufen könnte für den gefallenen Freiherrn ein Steinbildhauer-Workshop kommen, den Michaela Biet anbietet.
Die Künstlerin wird in ihrem Schnieglinger Atelier in der Brettergartenstraße 70 am 18. und 19.März lehren, wie man aus groben Sandsteinblöcken etwas Schönes macht. Fern von Fußnoten könnte man dort händisch mit Hammer und Meißel etwas rausarbeiten, sich reinvertiefen und was rauslassen. Vielleicht sogar mal die Sau, wenn‘s sein muss. Das wär’ was, auch für Herrn zu Guttenberg!