Archiv der Kategorie ‘Altstadt’

Mai 3rd, 2012

Aufrüttelnde Kunstkäfige

An Notunterkünfte in Hongkong erinnern "Käfige" im Hof der Hinteren Sterngasse 25/27. Dahinter steckt das soziale Kunstprojekt "Rough Sleepers" von Winfried Baumann.“30 Künstler/30 Räume”: So heißt ein aktuelles Kunstprojekt, das in Nürnberg an mehreren Orten ganz spezielle Spuren hinterlässt. Mit moderigen Gerüchen und lampenschlagend im Kunstverein der Albrecht-Dürer-Gesellschaft im Otto-Ernst-Schweitzer-Gebäude an der Kressengartenstraße beim Wöhrder Talübergang. Packend bis verstörend in der Kunsthalle und im Neuen Museum, wo Besucher zwischen Rumpelkammern, Labyrinthen und raumgreifenden Seitenhieben (etwa auf ein zerschnittenes Dorf) genau hinschauen müssen. Am besten versteckt ist das Projekt „Rough Sleepers“ von Winfried Baumann, das weniger im Kunstraum, Hintere Sterngasse 25/27, sondern sich mehr im dortigen Hof samt Rückgebäude befindet.

Wer sich hineinwagt, reibt sich die Augen und glaubt, kurzerhand von Nürnberg ins ferne Hongkong gebeamt worden zu sein. Kulturfreunde werden sich erinnern: Im Dezember 2010 lief um ein paar Ecken im Caritas-Pirckheimer-Haus eine aufrüttelnde Ausstellung über Hongkongs „Käfigmenschen“, die oft seit Jahren in unmenschlichen Behausungen wohnen, um zumindest nicht auf der Straße leben zu müssen. An solche Notunterkünfte erinnern diese aufgestellten, angeschraubten, mit dem Allernötigsten ausgestatteten Boxen mit Gucklöchern. Baumann bietet sie in seinem sozialen Kunstprojekt tatsächlich als „Wohnsysteme für Obdachlose und andere urbane Nomaden“ an.

Sehenswert sind die Kunstkäfige auf alle Fälle. Und wer mehr über das Projekt wissen will: Im Rahmen der Mittagslesungen gastiert Winfried Baumann am Mittwoch, 9.Mai, 14 Uhr, in der Kulturwirtschaft, Königstr.93. Garantiert kann er Spannendes über seine rauen Schläfer berichten. 

April 6th, 2012

Albrecht für 2,99 Euro

Albrecht Dürer darf jetzt die Kinderzimmer erobern: Für 2,99 Euro gibt es den Maler samt Stafffelei und Selbstbildnis als Playmobilfigur - im Schaufenster der Tourismuszentrale im gläsernen Kopfbau wird bereits kräftig dafür geworben.Auf einmal ist er da, der vorösterliche Druck, zumindest den Lieben daheim ein kleines Geschenk zu machen. Freilich täte es ein Schokoladenhase (in Gold natürlich!) plus ein Säckchen voller süffig-süßer Eier. Aber müsste nicht zudem etwas Persönliches mit kultureller Note im Nest landen? Wer jetzt auf dem Schlauch steht, dem kann geholfen werden. Schließlich braucht man in Nürnberg derzeit nicht in die Ferne schweifen, um etwas Persönlich-Kulturelles zu finden. Im Vorfeld der „größten Dürer-Ausstellung in Deutschland seit 40 Jahren“, wie‘s überall zur Schau „Der frühe Dürer“ heißt, die ab 24.Mai im Germanischen Nationalmuseum läuft, bietet sich ein Stück vom großen Vorzeige-Maler förmlich an.

Und: Man muss gar nicht hoch zum Dürer-Haus, um fündig zu werden. Es reicht ein Abstecher in die „Tourist Information“ am Hauptmarkt oder Bahnhof, um den Rucksack voller Dürer-Mitbringsel zu haben. Das fängt beim Lesezeichen und dem kleinen Malbuch „Dürer & Klexi“ für einen Euro an, geht beim Magnet-Dürer (im Pelzrock!) für 3,50 Euro und der Stofftasche mit dem Dürerhasen (3,90 Euro) weiter und hört bei Büchern mit Zeichnungen, dem Dürer-Weg und kreativen Maltipps (14,95 Euro) lange nicht auf.

Das Zeug zum Renner unter den dürerischen Osterpräsenten hat aber der Albrecht für 2,99 Euro, den Playmobil (mit exklusivem Anstrich für www.tourismus.nuernberg.de!) auf den Markt geworfen hat. Darin  findet man eine typische Plastikritterfigur mit Bart und gestreifter Kopfbeckung sowie Pinsel, Palette, Staffelei und Selbstbildnis. Jenes ist aber nicht das umstrittene Werk im Pelzrock. Da wollte der Spielzeugfabrikant aus Zirndorf offenbar nicht bei der Alten Pinakothek in München anecken. Dafür darf Playmobil im Fenster der Tourist-Info im Großformat werben. Frohe Ostern, Leute!

Februar 2nd, 2012

Demo im Pelzrock?

Eine Alternative zum Originalgemälde wäre dieses Bild von Thomas Struth - der Düsseldorfer Fotokünstler lichtet gezielt Museumsbesucher ab - hier ist es ein Kunstfreund vor Dürers "Selbstbildnis im Pelzrock" in der Alten Pinakothek in München.

Ungeachtet dessen, wie das Hickhack und politische Gezerre um Albrecht Dürers „Selbstbildnis im Pelzrock“ für die Schau im Germanischen Nationalmuseum ausgehen wird: Es ist ein Kreuz mit den großen Werken berühmter Künstler. Entweder werden sie für zig Millionen versteigert und landen im Safe eines Superreichen. Oder sie gehören einem Museum, das — wie im Dürer-Fall — seine Schätze für sakrosankt und ergo nicht ausleihbar erklärt.

Als Normalbürger, mit dessen Steuergeldern staatliche Kunsthäuser wie die Alte Pinakothek finanziert werden, kann man über ein solch gutsherrenartiges Verhalten nur den Kopf schütteln. Zugleich weckt es den Widerstand. Wie wäre es mit einer Großdemo in Nürnberg, bei der alle mit Perücke und Pelzrock Flagge zeigen? Gleichzeitig könnten alle Ex-Nürnberger, die in der Landeshauptstadt arbeiten, für einen Tag in den Dürer-Streik treten. Dabei würde man gleich mal sehen, wie viele Franken inzwischen in München leben und wie weit es noch mit deren Lokalpatriotismus her ist.

Andererseits: Es spricht auch einiges dafür, die Sache nicht so arg hoch zu hängen. Schließlich gibt es genug Kopien vom Original. Oder auch Bilder, wie sie der Düsseldorfer Fotokünstler Thomas Struth macht, der gezielt Museumsbesucher porträtiert hat. Darunter auch Dürers „Selbstbildnis im Pelzrock“.

Als Inspiration für den Umgang mit großen Künstlern, deren Gemälde eine Stadt nicht besitzt, könnten zudem die französischen Städte Arles und Pont Aven dienen. Dort gibt es herrliche Vincent-van-Gogh- bzw. Paul-Gauguin-Pfade, auf denen man großformatigen Exponaten an Originalschauplätzen begegnet. So könnten wir den Oberbayern zeigen, wo der Franke den Albrecht Dürer originell abholt. Jawohl!

Juli 25th, 2011

Versteckte Ellenbogen

Kein Witz: In Nürnberg gibt es ein Ellenbogengäßchen mitten in der Altstadt — allerdings auf einem Privatgrundstück.

Unsere Straßennamen könnten die Schau sein, wenn sie sich nicht nur auf Personen, Örtlichkeiten, Vögel, Blumen, Bäume, Berufe oder Himmelskörper beziehen würden, sondern direkt und lautmalerisch auf das Leben vor Ort. Wie etwa der Plärrer — ein historischer Geniestreich, weil kein anderes Wort den vom Verkehr umtosten Platz besser treffen könnte.

Anderswo ist das Gegenteil der Fall: Wer denkt bei Kurt-Leucht-Weg schon an Fußballstadion und Eishockey-Arena? Da wäre eine Aufteilung in „Am Elfmeterpunkt“ und Bodycheck-Platz doch einiges wegweisender. Und wie schwungvoll klänge es, wenn die Meistersingerhalle an der Meistersingerstraße statt Münchener Straße residieren würde!

Mut zum Körperteil könnte Ortsunkundigen ohne Navi signalisieren, dass sie sich im Umkreis eines Krankenhauses befinden. Doch eine Blinddarmallee gibt es bis dato nirgendwo — selbst die Internetsuchmaschine Google zeigt null Treffer an. Fündig wird man dafür bei Ellenbogengäßchen — und das in Nürnberg! Selbiges existiert tatsächlich — aber weder beim Klinikum Nord noch beim Arbeitsamt, sondern mitten in der Altstadt.

Architekt Dieter Fritsch hat selbiges 1997 hübsch versteckt in der Durchfahrt vom neuen „Haus der Kirche“ zwischen Burgstraße und Unterer Krämersgasse integriert. Nach historischen Plänen aus dem 17.Jahrhundert, aber auf Privatgelände. Deshalb war kein Stadtratsbeschluss nötig und folglich findet man diese Gasse in keinem offiziellen Straßenverzeichnis der Stadt. Es bleibt die Frage, ob hier ab und zu Ellenbogen eingesetzt werden. Vielleicht im Kellerkulturtreff „Keck“ der evangelischen Kirche, der hier ist. Wir sind gespannt. Und wer mehr darüber weiß: bitte melden!

April 26th, 2011

Gitarren an die Macht!

Wieder aufgetaucht: Eine gute, alte Wandergitarre auf einer Sitzbank auf der Insel Schütt.Es war ein Bild für Götter: Ganz lässig lehnte sie an der Sitzbank auf der Insel Schütt, umgeben von einem Beutel und einer Jacke, die ihrem Chef gehört haben muss, der sich offenbar kurzzeitig verdünnisiert hat. Sie sonnte sich ungeniert, reckte den Hals empor und schien auf jemanden zu warten, der mit ihr spielt. Gemeint ist hier kein menschliches Wesen, sondern eine Gitarre, genauer gesagt: eine gute alte Wandergitarre.

Eine von der Sorte, die früher in keinem einigermaßen friedensbewegten Haushalt fehlen durfte. Denn ob am Lagerfeuer, beim Zelten, bei einer Anti-Atomkraft-Demo oder auf dem Ostermarsch: Es gab immer wieder einen Anlass, die Klampfe in die Hand zu nehmen und ein kämpferisches Lied anzustimmen.

Bob Dylan grüßte oder die Moorsoldaten, gern auch mal Neil Youngs „Heart of Gold“ oder was von Udo Lindenberg. Von Letzterem stammt ja auch die hochmusikalische Friedensformel mit den „Gitarren statt Knarren“. Darauf berufen sich jedes Frühjahr, wenn sich die Temperaturen zuverlässig über die 15-Grad-Celsius-Grenze bewegen, die „Busker“ dieser Welt. Sprich: die Straßenmusiker, die gerade wieder wie Pilze aus dem Boden schießen. Und nicht selten trifft man einen von ihnen vormittags auf der Insel Schütt, wo sie sich ein bisschen aufwärmen vor dem Auftritt in der Fußgängerzone und gern ein schrammeliges „Gitarren an die Macht“-Gefühl verbreiten.

Natürlich ist die Sechssaitige die Königin der Straßenmusikinstrumente, doch all die Bläser sind auch sehr präsent. Wobei es einen schon jetzt vor dem Angriff der Panflöten graust. Viel schöner klingt da ein Tenorsaxofon, wenn es einsame Melodielinien verjazzt. Wie neulich gegen zehn unter der Theodor-Heuss-Brücke. Es klang fast göttlich!

März 9th, 2011

Da schau her: Eisbären statt Mode!

Mit Kunst geht alles besser: „Provisionsfrei“ steht die Eisbären-Skulptur aus Pappmaché in einem leeren Laden in der Bindergasse, um neue Pächter anzulocken.Wer sich momentan in der Sebalder Altstadt in die Bindergasse verirrt (für Unwissende: das ist die südliche Parallelstraße zur Theresienstraße), der sollte die Krawatte abmachen, sofern er eine trägt. Denn nobel geht es in der schmalen Straße, die mal ein durchaus interessantes 1B-Flair hatte, nicht mehr zu. Wenn man so will, läuft hier das reichlich trostlose Stück vom Niedergang einer Einkaufsgasse. Viele leere Schaufenster signalisieren das überdeutlich.

Auch bei der  Hausnummer 16, wo mit „Dominik“ lange Jahre ein „Mass-Atelier feiner Damen- und Herrenmode“ residierte. Heute erinnert nur noch ein altmodisches Schild an verblichene Glanzzeiten. Mit „Provisionsfrei“ wirbt ein Immobilienbüro draußen an der Glasscheibe — und drinnen im leeren Laden. Wo man plötzlich seinen Augen nicht traut. Mehrmals muss man reinschauen, um überhaupt zu kapieren, dass im Baustellenambiente zwischen Stahlgerüsten, Folien, Planen und Werbeschild ein richtiges Kunststück lauert — eine Eisbären-Skulptur aus Pappmaché!

Wer ganz genau hinsieht, entdeckt neben der Ladentür auch das Blatt, auf dem steht, dass die „Kleine Kreativ Werkstatt“ aus der Kachletstraße in Zabo für „Vera und Flocke“ verantwortlich ist, die 2009 gemacht wurden. Demnächst, heißt es auch, soll die eisbärige Kunstüberraschung im Altstadt-Laden, die abends sogar angestrahlt werden kann, zu Gunsten des Tierschutzes versteigert werden. Vermutlich aber erst dann, wenn genug Leute Manuela Dillys Exponat entdeckt haben — und unter denselbigen ein potenzieller neuer Pächter ist. Viel Erfolg!

September 8th, 2010

Trödeln über den Trempelmarkt

Seit bald 20 Jahren lebe ich in der Region Nürnberg. Doch keine Veranstaltung verbinde ich so sehr mit Nürnberg wie den Trempelmarkt. Vielleicht – also eine ganz persönliche Geschichte – liegt es daran, dass ich damals just in der Zeit in die Stadt gezogen bin, als Herbst-Trempelmarkt war. Ein Flohmarkt mitten in der Altstadt, das hat mich fasziniert. Jetzt, am Freitag und Samstag (10./11. September), ist es wieder soweit. Und ich gestehe: die Faszination ist ungebrochen.

Aber was macht den Reiz aus? Als ich in diesem Frühjahr für die Zeitung durch die Stände zog, um nach originellen Objekten und Verkäufer(-innen) zu suchen, fiel mir ein Pulk auf dem Lorenzer Platz auf. Ein halbes Dutzend Leute umringte einen winzigen Verkaufsstand. Da muss es etwas Gutes geben, dachte ich mir.

Der Fotograf und ich stießen auf einen wirklich spaßigen Trödler. Schon mit seinem Charme - nicht immer die Regel an manchen Tischen – gewann er schnell die Sympathien der Passanten. Aber nicht nur: Auf einer kleinen Karre hatte er seine Siebensachen gestapelt. Unglaublich, was da alles auf einen knappen Meter draufpasste. Der mobile Stand war ein Abschiedsgeschenk der Kollegen in den Ruhestand. Der Mann hatte aber offenbar auch ein Gespür dafür, was die Leute suchen. Eine Spezialität: altes Spielzeug.

Gerade auch solche Begegnungen sind es, die diesen Flohmarkt so reizvoll machen. Dazu zählt auch die Münchenerin, die seit Jahren regelmäßig in die Frankenmetropole kommt, wenn Trempelmarkt ist. Oft sind die Menschen noch interessanter als der Krempel, der unters Volk gebracht wird. Sie können mindestens so viele Geschichten erzählen wie ihre alten Fundstücke.

Daher trödel ich so gerne über den Nürnberger Trempelmarkt.

September 1st, 2010

Roboter statt Müllmänner

Was es nicht alles gibt! Die kleine toskanische Kommune Peccioli nahe Pisa schickt Roboter in ihre Altstadt. Die  automatischen Mitarbeiter sammeln in den verwinkelten Gassen bei den Bürgern Müll ein. Wäre dies nicht auch eine Lösung für die Nürnberger Altstadt mit ihren engen Straßen? Roboter statt Müllmann?

Die buchstäblich putzigen Helfer können per Telefon angefordert werden. Sie fassen bis zu 70 Pfund Müll und haben eine Reichweite von bis zu 16 Kilometern. Kommt der Roboter angerollt, schickt er eine SMS. Am Gerät geht eine Schublade auf. In die kann der Müllbeutel gelegt werden. Auf einem Display liefert der elektronische Saubermann gleich noch einige Infos aus der Stadt. Ist doch praktisch, oder?

In den engen Gassen von Peccioli haben Müllautos keine Chance. Mit Hilfe von EU-Fördermitteln haben daher Forscher aus Pisa “DustCart” entwickelt. Die Roboter wurden in diesem Sommer zu Tests eingesetzt. Na ja, in Nürnberg gibt es doch auch viele enge Straßen. Da könnte die Stadt doch auch die durchgestylten Roboter losschicken. Einer kostet 15.000 bis 20.000 Euro.

Die Frage ist nur, ob sie mit dem groben Kopfsteinpfalster zurecht kommen. In Peccioli ist es eben verlegt. Auch die Steigungen dürften hier größer sein als in dem schnuckeligen Ort in der Toskana. Außerdem: Ein persönlicher Plausch mit den Müllmännern ist dann nicht mehr möglich.

Die Gewerkschaft verdi würde zudem alles unternehmen, notfalls sogar in den Streik treten, um die Konkurrenz aus Plastik und Platinen zu verhindern. Zumal auch noch eine automatische Version des Straßenkehrers gibt.

Von daher ist es wohl eher unwahrscheinlich, dass in Nürnberg eines Tages Roboter statt Müllmänner durch die Altstadt fegen und den Abfall entsorgen. Ist auch besser so.

August 4th, 2010

Platzhirsche & Jazzstatuen – die wahren Helden beim Bardentreffen

Heiße Straßenmusiker: Auch beim Bardentreffen 2010 spielten jeden Abend „La Boum“ außerhalb des offiziellen Programms vor der IHK-Zentrale unweit des Hauptmarkts. Foto: DautWas kann schöner sein auf Erden, als Straßenmusiker zu werden? Eine mokante Frage, zugegeben. Doch alle Jahre wieder darf man sie ein Wochenende lang völlig zu Recht stellen — wenn in Nürnberg das Bardentreffen läuft.

Mögen im offiziellen Programm auch 60 Gruppen auf den sieben großen Podien um die Ohren der geneigten Zuhörer wetteifern: Die einzig echte und wahre Konkurrenz findet an diesen drei tollen Tagen auf dem weitläufigen Pflaster der Altstadt statt. 250 Straßenmusiker wurden diesmal von der Stadt gezählt. Bedenkt man den dichten Sound-Dschungel, den all die Trommler, Dudelsackbläser, Zupfgeiger, Leierkastendreher, Rock‘n‘Roller und Bob-Dylan-Epigonen allein am Samstagabend rund um die Lorenzkirche fabrizierten, muss man konstatieren: Es müssen weit mehr gewesen sein!

Qualitativ gab es natürlich enorme Unterschiede. Folglich wurde der ein oder andere Möchtegernbarde mit   Missachtungbestraft.Andererseits lauerten in lauschigen Nebenstraßen-Nischen wunderschöne Liebeslieder oder vor der IHK-Zentrale drei Abende fast nonstop die Straßenshow von  „La Boum“. Die heißen Platzhirsche zeigten einmal mehr, wie mitreißend ihr rein akustisch gespielter Folk-Ska-Indie-Mix ist!

Sehr poetisch war auch der Blues am Rand des Andrei-Sacharow-Platzes samt Verbeugung vor der früheren Bardenbühne in der Unteren Talgasse. Doch den Vogel schossen die drei Jazzstatuen ab, die kurz vor Mitternacht die Karolinenstraße zum Swingen brachten. Schlicht genial!

Oktober 8th, 2009

Einsame Hütte

BudeDas Altstadtfest ist vorüber. Schön war’s! Die Insel Schütt ist wieder leegeräumt. Aus ist es mit dem Budenzauber. Ja, bis auf das Häusle der Kommunbrauerei des Fränkischen Freilandsmuseums in Bad Windsheim.

Einsam und allein, verloren auf dem weitläufigen Nürnberger Pflaster, steht sie nun da, die Festhütte. Als genieße sie noch die Großstadtluft, bevor es wieder rausgeht ins westliche Mittelfranken. Na ja, kann man gut verstehen. Gönnen wir es  der Bude nach so vielen Feier-Tagen.

Mal sehen, wie lange sie es noch aushält – oder dort stehen darf. Vielleicht so lange, bis auch die Hütte der Festleitung am anderen Ende der Insel abgebaut wird? Die ruht auch noch in sich gelassen gegenüber vom Heilig Geist Spital.