Kirchenweg und kein Ende
Eine provisorische Verkehrsinsel, Tempo 30, die Eröffnung einer Spiel- und Lernstube im Erdgeschoss der Sozialimmobilie. Die Verwaltung hat sich zwar Mühe gegeben, die Situation am Kirchenweg/Ecke Lobsingerstraße zu entschärfen, doch unterm Strich hat das alles nichts genützt. Noch immer spielen die Kinder an einer verkehrsreichen Straße, an der Autofahrer um die Ecke rasen, noch immer wissen gerade die Jüngsten in ihrer Freizeit nicht wohin, noch immer ist der Hinterhof trostlos und zu klein.
Nach dem tödlichen Unfall eines Jungen machten sich die Stadtratsfraktionen für ein rasches Handeln stark. Das ist inzwischen fast vier Jahre her. Handlungsbedarf ist immer noch gegeben. Die Crux: Es gibt schlicht keine Freiflächen in unmittelbarer Umgebung, die die Stadt nutzen könnte. Ob sich im Innenhof des gegenüberliegenden Amtsgebäudes etwas tut, bleibt abzuwarten — diese Möglichkeit wurde allerdings bereits 2006 geprüft und abgelehnt.
Die Situation der Bewohner der Sozialimmobilie hat sich vielleicht insgesamt leicht verbessert — die Verlierer sind jedoch nach wie vor die Jüngsten, denn es ist alles andere als ein idealer Ort zum Aufwachsen.
4 Kommentare
….eines wird immer vergessen, es handelt sich um eine Strasse vor dem Gebäude ….und eine Strasse ist zum fahren da und nicht zum spielen. Das müssen auch Menschen aus anderen Kulturen verstehen und sich damit befassen.
In ihrem Heimatland können die Kinder aus diesen Regionen vielleicht auf der Matschstrasse spielen, in Deutschland gibt es dort halt Autos, vielleicht sollte hier das Thema “Integration” einfach mal besser umgesetzt werden und nicht immer nur auf den Autofahrern rumgehackt werden.
Ich selbst bin in der Ostendstrasse aufgewachsen und habe auch überlebt, weil sich meine Eltern um mich gekümmert haben und mir erklärt haben, dass der Strassenverkehr gefährlich ist.
So einfach ist das.
@Karl Nap: Tut mir leid, aber dieser Kommentar ist – um es zurückhaltend auszudrücken – sehr einseitig. Es sind nicht nur Kinder mit Eltern ausländischer Herkunft, die mal auf die Straße laufen. Ich wohne in einer sehr ruhigen Gegend, wir kümmern uns um unsere Kinder – trotzdem ist unsere Jüngste schon mal beinahe in ein Auto gelaufen: einfach weil sie einem rollenden Ball nachgerannt ist. Sie hatte Glück. Das hat nichts mit der Herkunft oder mit Matschstraßen zu tun. Derartige Anmerkungen sind einfach nur unverschämt.
Viel Geld ist ausgegeben worden um die Situation an einem einzigen hervorgehobenen Gefahrenbereich in einer Halbmillionenstadt zu beheben, von der es objektiv wahrscheinlich Hunderte im Stadtgebiet gibt. Das Resultat ist, gelinde gesagt, bescheiden. Die Geschichte ist ein gutes Beispiel für die Tatsache, dass die Möglichkeiten staatliches Handelns begrenzt sind. Und, so hart das klingt, es ist ein Beispiel für staatliche Geldverschwendung, wenn man extrem begrenzte gemeindliche Resourcen für ein Einzelprojekt verballert, ohne damit an der Gesamtsituation in Nürnberg etwas zu ändern. Denn warum soll man den Kindern an einem Straßenbereich in der Nordstadt für viel Geld etwas zweifelhaftes zukommen lassen, den Kindern in vielen Bereichen der Südstadt aber nicht, weil da dann das Geld fehlt. Und gerade keine Stadträtin um die Ecke wohnt. Das Aufwachsen in einer dichtbesiedelten Großstadt hat für Kinder Vorteile wie Nachteile. Der Staat und erst recht nicht eine Gemeinde wird daran grundsätzlich nichts ändern. Und auch Deutschlands führender Kinderpolitiker Reiner Prölß nicht.

Sicherheitsvorschriften wurden und werden immer noch mit Blut geschrieben. Vielleicht muss hier erst noch besonders viel Blut vergossen werden. Das klingt bitter, ist es aber auch für die Anwohner.