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Solidarität mit den Taxlern dieser Stadt!
Uhhh, die Taxifahrer streiken in München. Das ist mal eine hammerharte Nachricht. Da werden die Münchner Massen aber zittern. Okay, sie streiken nicht im ganzen Stadtgebiet, sondern nur draußen am Flughafen. Und auch nur von morgens um zwei bis mittags um elf. Für die Allgemeinheit ist das jetzt wenig schmerzhaft, für die Geschäftsreisenden schon eher, weil sie die hundert Euro für eine Stadtfahrt hin und zurück auf die Spesenrechnung setzen könnten, wenn denn ein Taxi da wäre. Ist es aber nicht.
Es wäre fast eine Reise wert. Raus an den Flughafen, runter zur S-Bahn. Und dann zusehen, wie die Damen und Herren in ihren Bussiness-Klamotten mit den edlen Lederköfferchen vor den MVG-Automaten stehen und rätseln, wie viele Zonen das jetzt sein werden, wo das Geld reinkommt und wo die Karte raus, was eine Single-, was eine Tages-, was eine 24-Stunden-Karte ist. Und ob sie besser mit der S-Bahnlinie 1 oder doch mit der 8 fahren sollen. Das Leben kann kompliziert sein, auch und gerade für Manager in den heutigen Zeiten.
Die Taxler jedenfalls streiken, weil die Standgebühren für den Flughafen so teuer geworden sind. 243,95 Euro im Jahr müssen sie hinblättern. Plus einen Euro für jede Fahrt. Wusste ich gar nicht, dass sie zahlen müssen. Der Hauptbahnhof ist so gesehen geradezu ein Schnäppchen. Kostet nur 120 Euro im Jahr. Aber am Hauptbahnhof steigen ja auch nur Greti und Pleti zu.
Für die Betreiber der Stellplätze lohnt sich das bei rund 3500 Münchner Taxis. Für deren Fahrer lohnt sich der Job eher nicht mehr. Der Sprit ist zwar im Moment vergleichsweise billig. Das liegt allerdings daran, dass wir uns an die hohen Beträge allmählich gewöhnt haben. Sozusagen gefühlt billig. Gefühlt teuer ist dafür die Taxifahrt, weil in München die Strecken einfach weiter sind als in Nürnberg. Das kann sich ewig ziehen, während das Taxameter munter durchklickt.
Also doch ab in die U- und in die S-Bahn. Wenn die fahren. Was in diesen Tagen nicht sicher ist. Schnee auf den Schienen, Frost in den Weichen, klemmende Türen, all das macht den Fahrplan zu einer echten Herausforderung.
Aber zurück zu den Taxlern. Die wollen, heißt es, zwar streiken, sind aber zu Ausnahmen bereit. Immer dann, wenn Messen in München sind, könnten sie eine Streikpause einlegen, sagen sie. Ah ja. Wie nett von ihnen. Das kennt man aus anderen Branchen: Immer wenn Sonntagszuschläge anstehen oder Sonderverdienste, ist der Streik plötzlich vorbei. Seltsam. Aber mal ehrlich: Auch die Taxifahrer müssen schließlich leben, ihre Familien ernähren, ihr Studium finanzieren, den Wagen, den Sprit. Die Gebühren. Lustig ist das schon lange nicht mehr. Und romantisch auch nicht. Also: Ich bin jetzt solidarisch mit den Taxlern und steige nicht mehr am Flughafen ein. Habe ich zwar noch nie gemacht. Aber jetzt mach ich es mit Absicht nicht mehr. Jungs (und Mädels)!!! Ich bin bei Euch!!!!