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Februar 17th, 2009

Ein Loblied auf das Schäufele!!!!

Tsts, sieht so aus, als bahnte sich hier ein innerfränkischer Konflikt an. Es geht, mal wieder, um eine Frage von grundsätzlicher Bedeutung: Heißt es nun Schäufele oder Schäuferla. Mein oberfränkischer Pendlerfreund Uli besteht auf Letzterem, ich als ebenso überzeugter wie gebürtiger Mittelfranke schwöre, dass es Schäufele heißt. Natürlich können Sie jetzt sagen: Es kommt darauf an. So einfach liegen die Dinge aber numal nur selten, und beim Schäufele tun sie es schon gar nicht.

Deshalb muss ich wohl härtere Geschütze auffahren. In der Reihenfolge der neuen Glaubwürdigkeitskala (von kaum an an aufsteigend), deshalb ein wenig Quellenarbeit zum Thema Schäufele.

Schäufele

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Fränkisches Schäufele

“Schäufele, Schäuferle, Schäuferla oder Schäufala ist der süddeutsche Name für die flache Schweineschulter; in der Schweiz und in Südbaden wird das Stück Schüfeli genannt. Namengebend ist das mit dem Fleisch verbundene, schaufelförmige Schulterblatt.

Als Schäufele werden auch traditionelle Gerichte aus der flachen Schulter bezeichnet:

Für das fränkische Schäufele wird beim rohen Schulterstück mit Knochen und Schwarte die Schwarte kreuzweise eingeritzt, das Fleisch mit Salz, Pfeffer und Kümmel gewürzt, auf gewürfeltes Wurzelgemüse und gewürfelte Zwiebeln in einen Bräter gesetzt, etwas Fleischbrühe und eventuell dunkles Bier hinzugegeben und alles für gut zwei bis drei Stunden im Ofen gebraten. Beim fertigen Schäufele sollte sich das Fleisch leicht vom Knochen lösen und die Schwarte knusprig und goldbraun sein. Serviert wird es mit dunklem Bratenjus, Kartoffelklößen und in Mittelfranken mit gemischtem Salat, in Teilen Oberfrankens mit Sauerkraut oder seltener mit Blaukraut und in Unterfranken vorwiegend mit Wirsing.

Das badische Schäufele ist eine gepökelte und geräucherte Schweineschulter. Sie wird in einem Sud aus Wasser, Weißwein und etwas Essig mit Zwiebel, Lorbeer und Gewürznelken knapp unter dem Siedepunkt zwei bis zweieinhalb Stunden gegart. Serviert wird badisches Schäufele mit einem Kartoffelsalat, der mit der Kochbrühe und Salz, Pfeffer und Essig angemacht wurde. Das traditionelle Gericht wird seit den 1990er Jahren auch vorgegart und in Plastik eingeschweißt verkauft. Es muss dann lediglich erwärmt werden.

Das Schweizer Schüfeli ist ebenfalls gepökelt und geräuchert und wird mit Dicken Bohnen oder Sauerkraut gegart. Es ist dort ein traditionelles Weihnachtsessen.”

Und, Uli, hast Du es gemerkt? Natürlich, selbstverständlich, ganz ohne Frage steht Schäufele an erster Stelle. Ich gebe zu, neuerdings ist Wiki als Quelle aber nur noch eingeschränkt verlässlich, gell, lieber Oberfranke (ich sag nur: Wilhelm!)?

Deshalb weiter im Netz zum ultimativen Beweis und

Herzlich willkommen beim Menü der


Freunde des fränkischen Schäufele


n.n.e.V.


(noch nicht eingetragener Verein)

Also, wenn das nicht überzeugen kann, dann weiß ich auch nicht.

Die Augsburger nennen es übrigens, rate mal, na klar Schäufele. Gibt es auf dem Plärrerfest, und wie mir ein Augsburger Kollege versichert hat, sind die Portionen dort riesig, weil das Schäufele aus einem Stück ist. Er ist echt ein guter Esser. Aber selbst er schafft das Schäufele nicht allein. So ein Kilo pures Schäufele kann jeden schaffen.

Immer noch nicht überzeugt? Dann hilft allenfalls noch das Schäufele(!!!!!)-Rezept, dass die Jungs und Mädels auf ihrer Schäufele-Seite preisgeben. Sehr zum Nachkochen empfohlen! Die Seite haben übrigens, versteht sich, Nürnberger gemacht. So lobe ich mir das.

Noch Fragen, Uli? Nein? Na also, geht doch.

Dezember 15th, 2008

Hallo Welt! Hallo Welt?

Hallo Welt? Hallo Nürnberg!

Irgendjemand hat mir die erste Seite eingerichtet, mit Überschrift und Bild und allem, was so dazu gehört. Seitdem frage ich mich, was er mir mit diesem Bild sagen wollte. Okay, in München gibt es “Fleischpflanzerl”. Okay, meistens enthalten sie sogar  Spuren von Kalbfleisch (jedenfalls die Kälbernen), Petersilie und sehr viel Weißbrot. Gut, billig ist das nicht. Seit aus Brot, respektive aus seinem Urgrundstoff, sich Benzin machen lässt, gehen auch in München die Fleischpflanzerl-Preise durch die Decke. Wenn das so weiter geht, wird es irgendwann sogar billiger, in die Dinger echtes Fleisch zu tun. Aber so weit sind sie hier dann doch noch nicht.

Dennoch. Ich weiß nicht, liegt es am Alter oder an der kulinarischen Unerfahrenheit – ich habe keinen Schimmer, was da noch auf dem Teller sein soll. So etwas servieren die nicht mal hier. Oder?

Na, egal. Jetzt bin ich hier, ein Franke, den es nach München versetzt hat, vor… vor vielen Jahren schon. Der München kennt und, ich bekenne es, auch mag, seine Biergärten, die nahen Berge, die Seen. Und der trotzdem in seinem Herzen ein Franke, genauer, ein Nürnberger geblieben ist. Der nur das Nürnberger Bier nicht vermisst, echt nicht, dafür aber die Bratwürste, das Schäufala (Scheufala? Oder wie?), die Klöße. Und die Nürnberger auch, mit ihrer zurückhaltenden Art und ihrem angenehm breiten Dialekt. Weil, die protzen nicht so rum wie die Münchner.

Ja, die Münchner, sie werden mich begleiten in diesem Blog, so wie ich sie begleite in meinem Leben. Doch, es geht los.

Und deshalb: Nix hallo Welt! Hallo Heimat!