Alles neu – oder doch nicht?

Tja, so geht es im Leben. Da komme ich aus dem Urlaub zurück, ich war Skifahren in den Bergen, wie es sich für einen Münchner gehört, auch wenn er nur exilfränkischer Nürnberger in der Hauptstadt ist. Skifahren ist zurzeit so eine Sache. Denn von wegen Klimawandel – es war schweinekalt. Grimmig, ungewöhnlich für die Jahreszeit. Ach ja, der Klimawandel war dann doch irgendwie da: Es hatte keinen Schnee, oder nur ganz wenig, ungewöhnlich wenig. Also wenig echten. Kunstschnee liegt schon reichlich. Weil es ja kalt ist, ungewöhnlich kalt. Ein schönes Geräusch, wie die Turbinen der Schneekanonen nachts ihr sanftes Liedlein anstimmen und gemeinsam die Stille vertreiben.

Auf jeden Fall bin ich jetzt wieder zurück, mäßig braun, was den Neid der Kollegen ein wenig dämpft, aber nur ein kleines Bisschen. Und dann das.

Eigentlich wollte ich nur wissen, was meine lieben Kollegen so geschrieben haben im Blog, während ich weg war. Doch egal, wessen Blog ich auch anklicke – die sind alle viel schöner als meiner. Nicht inhaltlich, das sollt Ihr Leser bewerten, da halte ich mich raus. Wobei zum Beispiel Harry in Berlin echt fleißig war über die Feiertage. Und es beeindruckt mich, dass er sogar sein Fahrrad wieder erkannt hat. Unter all dem Schnee, der da gefallen ist . . . Jenem Schnee, den wir in den bergen gerne gehabt hätten: Und dann sitzt der in Berlin und beschwert sich.  Also echt, Harry!

Nein, ich meinte optisch. Modern, schick, mit Teasern, Logos, neuen Headlines, Gadgets oder wie das alles sonst noch heißt. Nur ich komme echt altbacken daher. Ausgerechnet ich, der ich in München sitze, der Stadt, die sich für die modernste hält. In der nur der zählt, der das hippste neue Telefon hat, den neuesten Modekram, das schickste Auto. Bitter das.

Muss gleich mal meinen Systemadministrator anrufen. Oder besser: anmailen. Vielleicht liest er das hier ja auch? Und reagiert dann? Von sich aus? Weil ich nämlich echt schwer frustriert bin. Und das ist gar nicht gut, so am ersten Arbeitstag!