Ein Lob der Haxe

Das Leben in München kann schön sein, sogar für einen Franken. Wenn ich aus meinem Büro schaue, blicke ich auf die Isar, auf Enten und gelegentlich auf einen Schwan. Kulinarisch ist es erträglich hier. Um die Ecke ein passabler Inder, ein Franzose, mehrere Italiener und einige weitere Lokale, die sich regional nicht klar eingrenzen lassen.

Aber die wahren kulinarischen Genüsse verdanke ich der CSU,  tatsächlich.

Es kommt nicht allzu häufig vor, dass wir an dieser Stelle eine Partei loben. Doch diesmal muss es sein. Denn einmal im Jahr reist die CSU-Fraktion nach Kloster Banz, für drei Tage. Und während oben im Kloster in dieser wunderbar weichen fränkischen Landschaft die Abgeordneten tagen, servieren sie unten in den Klosterstuben fränkische Spezialitäten. Krensuppe zum Beispiel. Oder blaue Zipfel. Oder Schweinshaxen.

Solche Haxen gibt es in München nicht, keine Chance. Wunderbar zart das Fleisch, resch die Kruste, dazu Kartoffelklöße groß wie Handbälle. Keine Ahnung, warum die Haxen hier um so vieles besser sind als ihre Münchner Gegenstücke. Aber vielleicht sind die fränkischen Schweine einfach glücklicher als die oberbayerischen, ehe sie ihrer Beine verlustig gehen.

Es trifft sich, dass die CSU-Fraktion drei Tage in Banz bleibt, gerade lang genug für die drei Haxen-Varianten, die der Wirt kredenzt. Wobei mein persönlicher Favorit die Krenhaxe ist, noch vor der Bier- und der Pfefferhaxe.

Und es trifft sich, dass sie nicht länger hier bleiben, die Schwarzen. Drei Tage sind gut für ein Kilo auf der Waage. Was auch daran liegen kann, dass den Münchnern nicht nur der Meerrettich die Tränen in die Augen treibt, wenn sie abends in Staffelstein noch ein Bier trinken gehen und selbst für eine akzeptable Zeche nicht einmal zehn Euro auf den Tisch legen müssen.

Doch, es ist ein Glück, das uns zuteil wird, wenn die CSU Bayern verlässt und für ein paar Tage nach Franken fährt. Ein Glück, das auch meine Münchner Kollegen schätzen.

Und ich sowieso.