“Mein Gott” – so sieht Horst sich selbst
Ich glaube, ich werde hier mal eine neue Rubrik einrichten. Das aktuelle Politiker-Zitat. Weil ich auf so etwas stehe. Und sie woanders nicht unterbringen kann, all die schönen Sätze, die den Politikern entströmen und die einem im Lauf des Lebens so unterkommen. Wo die doch gelegentlich so wundervoll missverständlich sein können. Und wir Journalisten sie sofort und vorsätzlich immer falsch verstehen wollen. Sagen jedenfalls die Politiker. Recht haben sie. Zwei aktuelle Beispiele:
Den Anfang darf, logisch, Ehre wem Ehre gebührt, in Respekt vor seiner herausragenden Position, dem Amte angemessen und seiner Bedeutung sowieso, weil ja der Ober den Unter sticht, äh, also den Anfang darf Horst Seehofer machen. Sie erinnern sich? Der ist CSU-Chef und Ministerpräsident von Bayern. Ein Amt, bei dem er sich schon gelegentlich frage, sagt er, wieso Franz Josef Strauß das als das schönste der Welt bezeichnet hat. Aber darum geht es jetzt gar nicht.
Sondern um die Frage eines Journalisten, wie sich das Verhältnis zu seinem bayerischen Koalitionspartner entwickelt habe, zur FDP also. Seehofer antwortete wie folgt, mit einem leichten Zögern zwischen dem ersten und dem zweiten Satz:
“Mein Gott. Das ‘Mein Gott’ war an mich gerichtet.”
Wie hat Bruno Jonas einst den einstigen Finanzminister Kurt Faltlhauser gefragt? Ob er sich denn duze, wenn er mit sich selbst rede? Faltlhauser hat genickt. Er darf sich duzen. Und der Horst? Kniet sich Horst Seehofer folglich nieder, wenn er mit sich selbst spricht? Oder sieht er sich auf Augenhöhe mit sich – und damit leicht über dem Papst?
Auch nicht schlecht war Christine Haderthauer. Sie steht aktuell beim Horst, ihrem Chef, recht weit oben in der Gunst (der Horst variiert das stark, mal mag er den Markus lieber, den Söder, mal die Christine, je nachdem, wen von beiden er gerade ein wenig disziplinieren muss. Das spült den anderen in der Gunst dann kurz nach oben. Haderthauer durfte sogar eine ganze Pressekonferenz an der Seite von Seehofer bestreiten, nur sie allein und der Horst. Und ungefähr 15 Beamte.). Die Christine jedenfalls fragte den Horst, ob er morgen “auch nach Aschaffenburg” fahre. Seehofer hat das bejaht. “Aschaffenburg”, stöhnte Haderthauer. “Wie grauenhaft. Das wird ganz schrecklich.”
Keine Sorge, liebe Aschaffenburger, sie hat gar nicht die Stadt gemeint. Sie meinte die Fahrt dahin. Weil doch Schnee und Regen und Sturm angesagt ist.
So. Ich mache mich wieder auf die Suche. Nach neuen Zitaten. Es wird sich gewiss wieder eins finden.

Bitte mehr davon, bitte, bitte…