Ein Loblied auf das Schäufele!!!!

Tsts, sieht so aus, als bahnte sich hier ein innerfränkischer Konflikt an. Es geht, mal wieder, um eine Frage von grundsätzlicher Bedeutung: Heißt es nun Schäufele oder Schäuferla. Mein oberfränkischer Pendlerfreund Uli besteht auf Letzterem, ich als ebenso überzeugter wie gebürtiger Mittelfranke schwöre, dass es Schäufele heißt. Natürlich können Sie jetzt sagen: Es kommt darauf an. So einfach liegen die Dinge aber numal nur selten, und beim Schäufele tun sie es schon gar nicht.

Deshalb muss ich wohl härtere Geschütze auffahren. In der Reihenfolge der neuen Glaubwürdigkeitskala (von kaum an an aufsteigend), deshalb ein wenig Quellenarbeit zum Thema Schäufele.

Schäufele

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Fränkisches Schäufele

„Schäufele, Schäuferle, Schäuferla oder Schäufala ist der süddeutsche Name für die flache Schweineschulter; in der Schweiz und in Südbaden wird das Stück Schüfeli genannt. Namengebend ist das mit dem Fleisch verbundene, schaufelförmige Schulterblatt.

Als Schäufele werden auch traditionelle Gerichte aus der flachen Schulter bezeichnet:

Für das fränkische Schäufele wird beim rohen Schulterstück mit Knochen und Schwarte die Schwarte kreuzweise eingeritzt, das Fleisch mit Salz, Pfeffer und Kümmel gewürzt, auf gewürfeltes Wurzelgemüse und gewürfelte Zwiebeln in einen Bräter gesetzt, etwas Fleischbrühe und eventuell dunkles Bier hinzugegeben und alles für gut zwei bis drei Stunden im Ofen gebraten. Beim fertigen Schäufele sollte sich das Fleisch leicht vom Knochen lösen und die Schwarte knusprig und goldbraun sein. Serviert wird es mit dunklem Bratenjus, Kartoffelklößen und in Mittelfranken mit gemischtem Salat, in Teilen Oberfrankens mit Sauerkraut oder seltener mit Blaukraut und in Unterfranken vorwiegend mit Wirsing.

Das badische Schäufele ist eine gepökelte und geräucherte Schweineschulter. Sie wird in einem Sud aus Wasser, Weißwein und etwas Essig mit Zwiebel, Lorbeer und Gewürznelken knapp unter dem Siedepunkt zwei bis zweieinhalb Stunden gegart. Serviert wird badisches Schäufele mit einem Kartoffelsalat, der mit der Kochbrühe und Salz, Pfeffer und Essig angemacht wurde. Das traditionelle Gericht wird seit den 1990er Jahren auch vorgegart und in Plastik eingeschweißt verkauft. Es muss dann lediglich erwärmt werden.

Das Schweizer Schüfeli ist ebenfalls gepökelt und geräuchert und wird mit Dicken Bohnen oder Sauerkraut gegart. Es ist dort ein traditionelles Weihnachtsessen.“

Und, Uli, hast Du es gemerkt? Natürlich, selbstverständlich, ganz ohne Frage steht Schäufele an erster Stelle. Ich gebe zu, neuerdings ist Wiki als Quelle aber nur noch eingeschränkt verlässlich, gell, lieber Oberfranke (ich sag nur: Wilhelm!)?

Deshalb weiter im Netz zum ultimativen Beweis und

Herzlich willkommen beim Menü der


Freunde des fränkischen Schäufele


n.n.e.V.


(noch nicht eingetragener Verein)

Also, wenn das nicht überzeugen kann, dann weiß ich auch nicht.

Die Augsburger nennen es übrigens, rate mal, na klar Schäufele. Gibt es auf dem Plärrerfest, und wie mir ein Augsburger Kollege versichert hat, sind die Portionen dort riesig, weil das Schäufele aus einem Stück ist. Er ist echt ein guter Esser. Aber selbst er schafft das Schäufele nicht allein. So ein Kilo pures Schäufele kann jeden schaffen.

Immer noch nicht überzeugt? Dann hilft allenfalls noch das Schäufele(!!!!!)-Rezept, dass die Jungs und Mädels auf ihrer Schäufele-Seite preisgeben. Sehr zum Nachkochen empfohlen! Die Seite haben übrigens, versteht sich, Nürnberger gemacht. So lobe ich mir das.

Noch Fragen, Uli? Nein? Na also, geht doch.

6 Kommentare in “Ein Loblied auf das Schäufele!!!!

  1. Tjaha!, lieber Roland. Schön, dass du den Schäufele-Verein aus Nürnberg gefunden hast. Mit dessen Ober-Schäufele-Verfechterin habe ich mich auch schon auseinandergesetzt. Das Problem ist zwiefach: erstens sind sich die Franken halt nie einig, zweitens bleiben sie alte Sturköpfe.
    In Oberfranken jedenfalls wirst du den Begriff „Schäufele“ allenfalls in den Zonenrändern gen Mittelfranken finden. Allüberall sonst steht „Schäuferla“ geschrieben, weil wir halt so reden.
    Wir müssen uns ja auch überhaupt nicht darum streiten, ob das Stück Schulter nun Schäufele oder Schäuferla heißt – Hauptsache ist, dass man es Schäuferla ausspricht. Und das tun sogar Mittelfranken.
    Leider hast du zwar den einen Wikipedia-Link verwendet, der deine Schreibweise unterstützt. Unterschlagen hast du dabei allerdings den anderen, den Schäufala-Link: http://mein-franken.eu/kulinarisches-franken/feine-kochrezepte/hauptgerichte/rezepte-mit-schweinefleisch/rezept-fuer-fraenkisches-schweineschaeufele-schaeufala.html
    Hiermit nachgereicht.
    Im Übrigen: Ob Schäufele oder Schäuferla oder Schäufala: Die Dossier-Moni bleibt für Franken eine Zumutung. Und ich wiederhole, stur wie ich nun mal bin: Horst Seehofer wird noch vor der nächsten Landtagswahl an sich selbst scheitern – http://blog.nn-online.de/pendlerblog/2008/12/22/horst-seehofer-wird-an-sich-selbst-scheitern/
    In diesem Sinne schöne Grüße nach München – aus Oberfranken

  2. Wie des Schäuferle geschrieben wird iss doch volkommen wurscht. Geh einmal in der fränkischen von eienem Ort in den nächsten und horch die einheimischen zu. Da merkst, daß die von einem Ort zum Andern auch anders reden. Es gibt OBER-; UNTER-; und MITTEL-;aber alle sind FRANKEN, jeder redet aweng anders. Hauptsache FRANKE und nicht Bayer. Kannst auch von Nürnberg nach Fürth gehen das sind zwei verschiedene Dialekte. Abgesehen davon kann man mit der normalen Schreibweise keinen Dialekt schreiben, dafür gibt es im Lexikon die Lautschrift. Die kann man aber hier nicht wiedergeben!

  3. Das badische Schäufele wird auch in Südbaden und nicht nur in der Schweiz an Weihnachten gegessen. Und zwar als Abendessen am Heiligabend zusammen mit Kartoffelsalat und Feldsalat. Schäufele gehört für mich zu Weihnachten!

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