Überlebt!

Geschafft. Wieder mal überlebt. Der Aschermittwoch liegt hinter mir, jedenfalls der politische in Passau, Drei-Länder-Halle. CSU. Wie jedes Jahr.

Warum streicht den Termin niemand? Die Journalisten mögen ihn nicht, weil er unergiebig ist, keine Inhalte bringt und wenig Spaß. Und die Politiker mögen ihn nicht, aus ganz ähnlichen Gründen, jedenfalls die bayerischen nicht. Horst Seehofer hat seine Premiere nur knapp überstanden. Beinahe wäre er umgekippt auf der Bühne, weil geschwächt von seiner Grippe. Er habe, hat er danach erzählt, sich an Franz Müntefering erinnert und nur deshalb durchgehalten. Für ihn war das also auch nichts.

Für die auswärtigen Politiker schon eher, weil sie sich davon bayerische Folklore versprechen. Was übrigens auch für die Journalie gilt. Die Berliner Großstadtpresse reist stets in voller Besetzung nach Niederbayern. Bayern ist ja so schön urig, mit Bier und Brezen und tief ausgeschnittenen Dirndln und ledernen Hosen und derben Sprüchen. Und wir tun ihnen und dem Rest der Nation den Gefallen und benehmen uns auch noch so. Geschieht uns recht, wenn die uns für leicht unterbelichtet halten.

Für mich allerdings schadet das Spektakel auch der Politik an sich. Weil dieses gegenseitige Verächtlichmachen das Ansehen nicht wirklich heben kann. Es passt einfach nicht mehr in die Zeit, diese biergeschwängerten Hallen, diese Räusche in den Gesichtern, dieses „der Gegner ist ein Depp“-Gerede. Hat noch nie wirklich gepasst, aber jetzt schon gar nicht.

Dabei sind sie sonst ganz anders. Tagsüber dreschen sie aufeinander ein. Und abends sitzen sie dann auf den Empfängen an einem Tisch und amüsieren sich köstlich. Auch und gerade übrigens die Schwarzen mit den Grünen. Alles nur Show um der Show willen.

Da frage ich mich doch: Will das der Wähler wirklich? Erwartet er das? Ich nicht. Ich könnte mir Sinnvolleres vorstellen, Produktiveres. Ernsthaft.