Fuchs, du alter Städter!

Wir kennen das alle. Es klingelt an der Tür; Besuch ist da, mal angekündigt, mal überraschend, mal willkommen, mal eher nicht. Doch das, was eine 75jährige dieser Tage in Icking nahe München erlebte, geht einigermaßen darüber hinaus.
Die Frau war auf ihrem Sofa eingenickt, als sie plötzlich etwas Haariges an ihrer Hand spürte. Sie zuckte erschrocken zurück – und schrie auf vor Schmerzen. Ein Fuchs hatte sie in die Hand gebissen, vermutlich seinerseits erschreckt vom Zucken der Hand.
Das Tier, so mutmaßen Veterinäre, sei aus Neugier durch die offene Terrassentür in das Haus spaziert. Tollwut vermuten sie bei ihm nicht. Die tödliche Krankheit gilt in Deutschland seit 2008 als ausgerottet.
Glück für die Frau. Und Glück für den Fuchs. Der suchte schnell das Weite. Dass ihm die Jäger nun nachstellen, muss er eher nicht befürchten.
Wobei – er lebt auf dem Land, wenn auch nahe an der Stadt. Dort ist das Leben für einen Fuchs von gelegentlich gefährlicher Natur. Er kann auf der Straße unter die Räder kommen. Er kann doch noch einem Jäger vor die Flinte laufen. Er kann auf vielerlei Art sein rothaariges Leben verlieren.
Das macht einsam. So um die vier Füchse teilen sich einen Quadratkilometer flachen Landes. Viel Raum für die Vierbeiner. Eigentlich geht es ihnen wie den Menschen. Draußen haben sie Platz. In der Stadt dagegen drängen sie sich.
München, so schätzen die Fachleute, beherbergt um die 4000 Füchse. Bis zu 15 der Tiere drängen sich hier auf einem Quadratkilometer. Nur zum Vergleich: Dackel, das inoffizielle Wappentier der Münchener, leben nur noch 700 in der Stadt.
Die Natur, so viel ist sicher, holt sich die Städte zurück. In Berlin sind es die Wildschweine, auf den Friedhöfen die Rehe, in den parks die Karnickel und in den Parkhäusern die Marder. An der Isar hinter dem Deutschen Museum lebt seit Jahren eine Biberfamilie. Und dass die Wildgänse die Wiesen rund um die Seen im Stadtgebiet regelrecht zu-, äh, -dingsen, nervt die Münchener schon lange.
Die Tier haben ihre Scheu vor den Menschen verloren. Sie streunen durch die Gärten, landen in den Zierteichen. Es kann einem gut passieren, dass nachts der Fuchs durch die Verandatür blickt. Sie alle finden in der Stadt, was ihnen auf dem Land fehlt: Fressen im Überfluss dank der stets gut gefüllten Mülltonnen, ruhige Plätzchen und, vor allem, keine Feinde.
Der Ickinger Fuchs wird folglich nicht der Letzte gewesen sein, der sich ins Haus vorgewagt hat. Und die Fachleute sehen sich schon genötigt, an eine simple Tatsache zu erinnern: „Nicht jagen, nicht füttern nicht streicheln.“ Denn auch in der Stadt bleiben die Viecher, was sie draußen schon immer waren: wilde Tiere.

So lieb kann die CSU schnurren

Was waren das für Zeiten, als die CSU ein brüllender Löwe war, kräftig an Statur und Selbstbewusstsein, die Mähne wild, die Stimme laut, die Zähne scharf. Die christsoziale Welt war sauber strukturiert: Hier der Löwe, der Patriarch, der Kerl im Rudel. Dort die Kleinen, Schwachen.
Heute hat die CSU einen Chef, der nicht mehr brüllen mag. Der aus seiner Partei die christlich-schnurrende Union macht. Der sich der Kanzlerin zu Füßen legt, sich unterwirft, obwohl sie ihn gar nicht gefordert hatte. Nur noch schnurren will er und auf gar keinen Fall mehr beißen. Franz Josef würde sich im Grab umdrehen, wenn er das wüsste.
Der hat seine eigenen Erfahrungen mit Tiervergleichen und hätte seinem Nachnachnachnachfolger sicher abgeraten. Egal, das Ding ist raus. Und die Mäuse in München werden es mit Freude hören. Schnurrende Kätzchen, das wissen sie, liegen bevorzugt auf dem Sofa. Ihr Jagdinstinkt reicht gerade noch für den Weg zum Fressnapf. Und wenn Frauchen sie hinter den Ohren krault, dann sind sie im siebten Katzenhimmel angekommen.
Ob Horst Seehofer darüber nachgedacht hat, als er seine CSU für die Kanzlerin zum Stubentiger degradierte? Dabei sieht der CSU-Chef doch jeden Morgen im Spiegel einen ergrauten Löwen, ein Leittier par Excellence, das die Rolle des Chefstrategen lebt. Die anderen in seinem Rudel, dessen ist er sicher, spielen allenfalls Halma, wenn sie nicht im Mäusekino sitzen. Seehofer sollte mal mitgehen. Im Mäusekino läuft als Mäuse-Lehrstück eine höchst  erfolgreiche Serie. Darin scheitert  Kater Tom regelmäßig an Maus Jerry. Tom hält sich zwar für absolut überlegen; doch Jerry ist ihm stets einen Schritt voraus.
Sieben Oscars haben „Tom und Jerry“ abgeräumt. Darunter einen für die Folge „Der liebe Tom verliert den Kopf“, in der Kater Tom gleich gegen zwei Mäuse verliert. Kater Horst kann das Gott sei Dank nicht passieren. Er hat die Jagd ja eingestellt. 

Halbnackte Kerle und kreischende Kids

Nein, es war keine Teenie-Band, kein Popsternchen, keine Boygroup, die den Riesenauflauf mitten in München verursacht hat. Wobei – genau genommen hat eine Boygroup durchaus eine Rolle gespielt.
Seit Monaten hat sich das Spektakel angekündigt. Seit Monaten fieberte die Stadt jenem Moment entgegen, da Abercrombie & Fitch seine Tore öffnet. Jetzt ist es, endlich, so weit. Und die Zeitungen berichten, seitenweise.
Für all jene, die mit dem Namen wenig anfangen können: Es geht um Mode, genauer um ein Mode-Label, das sich bisher in Europa extrem rar gemacht hat. Ein cooler Trick war das. Denn die Klamotten gab es nur in den USA. Wer sie trug, transportierte gleich drei Botschaften: Ich bin international, ich bin hipp. Und ich war gerade in New York.
Künftig fallen erstens und drittens weg. Erst rückte Abercrombie & Fitch in London ein, dann in Düsseldorf, Hamburg und jetzt in München. Das sei das Aus, weissagten die Besserwisser dieser Welt. Die Marke werde ihre Besonderheit verlieren. Undsoweiterundsofort.
Die Besonderheit der Marke freilich hat auch in München noch funktioniert. Schon um sechs Uhr in der Früh standen die ersten vor dem Laden, damit sie um elf Uhr als erste reindürfen.
Drinnen, für die, die noch nie in einem Abercrombie & Fitch-Laden waren, ist es dunkel, fast schwarz. Dafür leuchten die Klamotten in allen Farben. Bilder von halb und ganz nackten Männer zieren die Wände. Über allem liegt der Duft des hauseigenen Parfums.
Der wabert übrigens auch durch die Straßen. Die Filialen versprühen das Zeug wohl literweise, damit mit der Nase hinfindet, wer die Adresse nicht weiß. Denn auch das gehört zum Marketing-Konzept: Kein Schild kündigt den Laden an getreu dem Motto, wer zu Abercrombie wolle, der finde auch hin.
So ist die Welt von Abercrombie, deren Kunden oft in krassem Widerspruch stehen zu jenem Bild, das die Marke von sich selbst schafft mit all den durchtrainierten Jungs, die vor und im Laden posen, unter der offenen Jacke nichts als eine so glatt rasierte wie scharf modellierte Brust. Sie sind jene Boygrpoup, die Münchens Kitsch so lautstrak kreischen ließ. Alles hipp, alles easy.
Eine Kunstwelt, in der nicht nur die Jungen und die jungen Erwachsenen eintauchen, sondern zu derem Leidwesen auch gerne mal die Eltern. Anders als ihre Kinder können sie sich die hippen Klamotten auch tatsächlich leisten.
Als das Label noch in weiter Ferne residierte, war das kein Problem. Der Nachwuchs brauchte die Altvorderen schon für die Anreise. Und die Gefahr, dass ein Freund sie mit ihren Eltern entdeckt, war jenseits des Ozeans recht gering.
Jetzt ist sie auf einmal sehr real. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Kids beim Bummel durch die düsteren Reihen unfreiwillig auf ihre Erzeuger treffen, hat sich mit sich selbst multipliziert. Nicht gut fürs Geschäft, so etwas. Ob sie das bedacht haben in New Albany? Wenn es blöd läuft, landet die Firma eines Tages wieder bei ihren Wurzeln, und produziert Campingzubehör. Weil campen irgendwie nie aus der Mode gekommen ist.

Wo das Volk noch mitreden darf

Er ist wohl ein wenig in Vergessenheit geraten, der griechische Ursprung des Wortes Demokratie. Jedenfalls in München. Und dort beim Landratsamt München. Dabei ist es so einfach: Demos steht für Volk, kratia für Herrschaft. Und beides zusammen für die Herrschaft des Volkes.
Die beschränkt sich, sehr zum Schmerz etlicher überzeugter Demokraten, auf einen Urnengang alle paar Jahre. Danach, so ihre Klage, liege das Schicksal in den Händen der Politiker. Und nur in ihren Händen. Kritik erreicht die allenfalls über die Leserbriefspalten und, aber nur sehr gelegentlich, bei Bürgersprechstunden.
Ärgerlich? Vielleicht. Vor allem aber von oben so gewollt. Das lernen gerade auch die Pullacher.
Knapp 10 000 Menschen leben im Münchener Vorort; es ist eine ruhige Gemeinde, so reich wie konservativ und dennoch luxusgrün. Die Pullacher leisten sich ein ambitioniertes Geothermie-Projekt; und sie können es sich leisten dank der Steuermillionen, die der Chemieriese Linde an die Gemeindekasse überweist, der Autovermieter Sixt, dazu zwei Leasing-Unternehmen, die sich auf Industrie-Anlagen spezialisiert haben.
Demnächst gilt im gesamten Gemeindegebiet Tempo 30, weil die Bürger es so beschlossen haben. Nicht, dass sie bei einer Wahl darüber abgestimmt hätten. Der konservativ geführte Gemeinderat hatte einfach die Pullacher angeschrieben und sie nach ihrer Meinung gefragt.
Doch, das schwarz-gelbe Bündnis im Pullacher Rathaus schätzt die Basisdemokratie. Was ausgerechnet das rot geführte Landratsamt ziemlich auf die Palme bringt. Denn wenn den Pullacher Bürgern danach ist, und es ist ihnen ziemlich oft danach, setzen sie sich als Zuhörer in den Gemeinderat. Und wenn die Gemeinderäte es für angemessen halten, erteilen sie ihnen das Wort, hören sie sich an, was die Bürger Pullachs zu sagen haben.
Unmöglich, findet das Landratsamt. Keine Mustergeschäftsordnung gebe den Zuhörern ein Rederecht, sagt das Landratsamt. Nur gewählte Kommunalpolitiker dürften, müssten sogar das Wort ergreifen, beraten und dann abstimmen. Sagt das Landratsamt. „Meinungsäußerungen von Außenstehenden sind unzulässige Einflussnahmen.“
Sonderlich demokratisch klingt das nicht. Finden auch die Pullacher Gemeinderäte. Mehrheitlich und Parteiübergreifend stemmen sie sich gegen das Landratsamt, das ihren Bürgern den Mund verbieten will. Bewährt habe sich das System, sagt die SPD. „Total antiquiert“, nennen die Grünen die landrätliche Position. Und die CSU weist zurück, dass sie sich von den Bürgern unzulässig habe beeinflussen lassen.
In der Tat ein pittoresker Vorwurf. Denn was sonst sollten Bürger in einer Demokratie tun als die Politiker beeinflussen? Das Landratsamt jedenfalls hat jetzt erst einmal Zeit und kann darüber nachdenken. Denn Pullach will seinen Bürgern nicht den Mund verbieten lassen.

Amtsschimmel gegen Drahtesel

Ich liebe Münchens Beamte. Sie sind einfach, nun ja, herrlich inkonsequent.

Seit gut einem Jahr schmiegen sich hinter unserem Büro zwei Fahrräder aneinander. Sie stehen in der Wiese, liebkosen sich still, rosten ein wenig und genießen, dass ihre Besitzer sie hier ausgesetzt haben unter der großen Linde. Es ist ein großes Glück.

Nur die gelben Zettel trüben das Bild. Auf dem Sattel kleben sie, an den Stangen hängen sie, an den Lenkern und sonstwo. Sechs, sieben Stück sind es. Ultimative Aufforderungen, dass die Fahrräder zu verschwinden hätten, sonst, da kenne die Stadt kein Pardon, “werden sie kostenpflichtig abgeschleppt”.

Die meisten dieser Zettel sind vergilbt, ausgebleicht von der Sonne und dem Regen, der München in diesem Sommer besonders häufig heimgesucht hat. Alle Zettel. Bis auf den jüngsten. Den hat der zuständige Beamte in Plastikfolie eingeschweißt. Weil alles seine Ordnung haben muss.

Am 14. Oktober soll die Gnadenfrist für die beiden Liebesräder ablaufen. So steht es auf dem kommunalen Stadt-Papier. Aber vielleicht haben sie ein Einsehen. Und gönnen den beiden Rädern einen weiteren Zettel lang Aufschub. Es wäre ihre Rettung. Danach findet sie eh keiner mehr. Weil sie zugewuchert sein werden und mit der Landschaft verschmelzen. Ein junges, altes Glück.

Armes reiches Grünwald

Mit dem Reichtum ist das so eine Sache. Klar, es gibt Typen wie die Geissens, die ohne ihr Geld vermutlich kein Mensch kennen würde. Doch sie haben Geld, und sie zeigen es begeistert im privaten Trash-Fernsehen.
Die Masse der deutschen Reichen aber ist anders, dezenter, lebt ihren Reichtum nicht allzu öffentlich aus. Diese Reichen ziehen sich gern in ihre Ghettos zurück, nach Grünwald bei München beispielsweise. Und dort bevorzugt hinter sehr hohe, sehr dichte Hecken. Damit sie niemand sehen und beneiden muss. Äußerst rücksichtsvoll eigentlich.
Natürlich sind die entsprechend menschenleeren Straßen nicht jedermanns Sache. Grünwald wirkt in weiten Teilen wie entvölkert. Wer wissen will, wie einsam Reichtum machen kann, der muss nur mal durch die Villengegenden fahren. Kein Mensch ist auf der Straße. Nicht mal Autos parken hier.
Trotzdem geht es den Grünwaldern natürlich gut. Dank des nahen Münchens muss die Gemeinde nichts vorhalten, was ins Geld ginge, kein Krankenhaus, keine Oper, kein Theater. Selbst den öffentlichen Nahverkehr finanziert München. Wobei die Grünwalder bevorzugt ihre Kinder in die Straßenbahn setzen. Solange die jedenfalls noch keinen Führerschein haben. Sie selbst nehmen lieber den Wagen.
Es ist für Grünwald eine ersprießliche Nachbarschaft wie für die meisten Gemeinden in den Speckgürteln rund um die großen Städte. Sie können ihre Steuern senken und attraktive Firmen anlocken, deren Mitarbeiter die Vorzüge der nahen Städte genießen, ohne dass die Speckgürtler dafür zahlen müssten.
Und so leistet sich auch Grünwald schieren Luxus, zahlt Babyprämien, baut sich ein  Gymnasium, erschließt seine Straßen für die Geothermie. Der wahre Luxus allerdings zeigt sich an den Grünwalder Ampeln. Die sind, wie mittlerweile vielerorts üblich, mit akustischen Signalgebern ausgestattet. Auf dass auch Blinde wissen, wann die Ampel auf Grün schaltet. Oder rot. Je nachdem.
Zur Sicherheit hat Grünwald auch noch Schilder an die Ampeln schrauben lassen. In Wort und Bild weisen sie darauf hin, dass den Knopf auf dem Kästchen mit dem Blindenzeichen drücken muss, wer das Signal hören will. Allerdings steht das da in Normal- und nicht in Blindenschrift. Schilder für Blinde – sinnlos findet das nicht nur das Landratsamt. Und der Schildbürger lacht.
Nur das Grünwalder Rathaus lacht nicht. Die Schilder, sagen sie dort ein wenig beleidigt, seien doch gar nicht für die Blinden, sondern für die Sehbehinderten. Die freilich bräuchten wohl eine Lupe, damit sie den Aufdruck lesen können. Vielleicht sollte Grünwald es machen wie die Supermärkte zund einfach ein paar Lupen dazuhängen. Am Geld zumindest kann es nicht scheitern.

Gewusst? Die Brust betritt zuerst den Raum

Heute liefere ich Euch gleich zwei Zitate der Woche. Und ich weiß nicht, welches mir besser gefällt.

Erwin Huber, einstmals CSU-Generalsekretär, CSU-Wirtschaftsminister, CSU-Vorsitzender und heute vor allem CSU, räumt im Landtag mit einem jahrtausendealten Irrtum auf, das da lautet: Pecunia non olet. Es tut es doch. “Mit fremdem Geld”, hat er festgestellt, “ist gut Stinken.” Quod erat licet iovi oder so ähnlich.

Eine wesentlich wichtigere Erkenntnis verdanken wir aber der staatstragenden Nachrichtenagentur dpa. “Die Brust betritt zuerst den Raum”, hat sie getitelt. Ein aus männlicher Sicht auf den ersten Blick durchaus begrüßenswerter Ansatz, besonders weil es um Stöckelschuhe tragende Frauen geht.

Aber, sorry, liebe dpa-Kollegen, auf den zweiten Blick allerdings ist die Vorstellung dann doch irgendwie absonderlich verstörend. Fragen drängens ich auf, und Bilder, die wir, fürchte ich, nicht mehr loswerden. Wie macht das so eine Brust? Was macht in der Zwischenzeit die zweite? Geht sie mit dem Körper einen Kaffee trinken? Wie sieht der eigentlich aus, entbrüstet, wie er ist? Und ist das nicht gefährlich für die Brust, wenn sie, zwar auf hohen Schuhen, aber doch immer noch auf Wadenhöhe in den Raum kommt? So eine Brust ist schnell übersehen. Und dann? Nach dem Desaster mit den französischen Silikonkissen wollen wir uns die Konsequenzen lieber nicht vorstellen.

Das einzig Beruhigende an der Geschichte ist: Sie spielt in München. Die Fränkinnen sind offensichtlich cleverer als ihre Münchener Kolleginnen. So weit erinnerlich, betreten sie noch immer im Ganzen den Raum und schicken nicht ihre unschuldige Brust vor. Sieht auch besser aus. Egal, ob nun auf Highheels oder in Turnschuhen. Ehrlich, Mädels!

Ein Rechen ohne Zinken

Es sei an dieser Stelle lobend eine andere Großstadt erwähnt. Frankfurt. Dort sitzt einer, dem ist die fränkische Seele offenbar wesentlich vertrauter als den Zentralisten in München. Und deshalb werde ich an dieser Stelle mal schweigen. Und ihn reden lassen:

http://www.faz.net/aktuell/politik/franken-fahnen-im-freistaat-11723475.html

 

Weil er nämlich was hat? Richtig, weil er recht hat.

Zu viel Sex – da ruft er die Polizei

Es ist vielleicht der Traum so manchen Mannes. Für ihn hier war es der Alptraum. In einer Kneipe hatte der Münchener eine Frau kennen gelernt. Sie erwies sich als übraus willig, ließ sich nicht lange bitten und nahm ihn mit in ihre Wohnung.

Er hätte gewarnt sein können – so leicht wie das ging. Er war es nicht. Und am Ende um eine Erfahrung reicher. Denn die vier Jahre ältere Frau wollte. Sie wollte viel, sie wollte alles und noch ein bisschen mehr. Mehrere Nummern hat er durchgestanden, berichtet die Polizei. Dann hat es ihm gereicht. Er wollte nicht mehr, wollte nur noch gehen, nach Hause, in die Kneipe, wohin auch immer.

Sie aber wollte. Wollte ihn noch lange nicht gehen, verrammelte die Tür, forderte weiteren Sex. Sehr viel mehr Sex. Der Mann zahlte quasi mit Naturalien, mühte sich ab, schaffte noch ein paar Mal. Und war dann endgültig erledigt. Nur gehen, gehen durfte er noch immer nicht.

Er ist dann geflüchtet, auf den Balkon. Hat zum Telefon gegriffen, die Polizei gerufen. Die schickte Hilfe, wenn auch eine andere, als sich die noch höchst unbefriedigte Frau vorgestellt hat. Denn die Beamten wollten partout nicht für den geschundenen Liebhaber einspringen. Sie nahmen ihn statt dessen mit. Und die so renintente wie unersättliche Liebhaberin auch.

Demnächst werden sie sich wohl vor Gericht wieder begegnen. Denn für ihren Sexhunger hat die Frau eine Anzeige kassiert, wegen des Verdachts der sexuellen Nötigung und Freiheitsberaubung.

Die Grünen, die Kaninchen und die Affäre

Facebook ist  tückisch. Einen lustigen Kommentar geschrieben, einmal den „Daumen hoch“-Knopf gedrückt – und schon ist sie draußen in der virtuellen Welt, die Nachricht, die später noch so bitter werden kann.
Immerhin, sie kann einem zu ein wenig Popularität verhelfen. Oder doch zumindest zu öffentlicher Aufmerksamkeit. Nikolaus Hoenning zum Beispiel. Den kennt selbst in München nur ein sehr übersichtlicher Kreis. Dabei will Hoenning demnächst Oberbürgermeister der Stadt werden. Für die Grünen.
Gut, dass Hoenning gerade in den Schlagzeilen steht. Dumm nur, dass es nichts Positives ist. „Kaninchen–Affäre um grünen OB-Bewerber“ titeln sie in der Hauptstadt. Oder, schlichter, „Die Kaninchen-Affäre“. Passt zu Ostern,  auch wenn es nicht um Hasen geht, sondern um ihre kleineren Verwandten.
Die Geschichte hinter der Geschichte ist eine eher skurrile. Sie beginnt 2010 in einer Gütersloher Kita und endet mit dem Tod von Lieselotte und Hoppel. Zwei Junkies hatten die Kita-eigenen Karnickel geklaut – und gegrillt, sie zubereitet samt der mitgebrachten Kartoffeln und Peperoni. Wobei nicht überliefert ist, wie sie geschmeckt haben. Köche verweisen gern darauf, dass nur junge Kaninchen munden.
Facebook ist voll von solchen Geschichten. Sie machen die Runde, irgend einer postet sie auf seiner Seite, andere verbreiten sie weiter, liken sie, wie das heutzutage heißt. Hoenning hat das getan und  zwei Wörter dazu gesetzt: „Coole Aktion“.
Das ist nicht besonders clever für einen, der bei den Grünen ist. Hoenning hat den Kommentar inzwischen gelöscht und den Daumen gesenkt. Zu spät. Der Zorn seiner Parteifreunde bleibt ihm gewiss, die sich  erregen, dass „das unfachgemäße Abschlachten von Tieren nur widerlich“ sei und Hoenning fragen, ob das „wirklich Deine Einstellung“ sei. Der keilt zurück, findet, dass man ihm „das Wort im Mund“ umdrehe. Was bei nur zwei Wörtern eine Kunst für sich ist.
Dabei hätte er gewarnt sein müssen. Nicht nur wegen der Kaninchen. Was Tiere angeht, ist in München die Atmosphäre zurzeit etwas gereizt. Unlängst haben sie die Überreste eines Pinschers gefunden, auch er „unfachgemäß abgeschlachtet“, dann aber nicht gegrillt, sondern gekocht und verspeist. Die Polizei ermittelt. Wegen “widerrechtlichen Schlachtens und Verspeisens eines Haustieres”.
Oder die Geschichte mit den Hühnern und dem „Voodoo im Perlacher Forst“. Ein geköpftes Huhn haben sie im Wald gefunden. Mit einem Zettel am Fuß, darauf die Wünsche einer Mutter, wie sie viele Mütter hegen: Gesundheit, gute Männer für ihre Töchter, Glück. Ein „panischer Hahn“ sei in der Nähe auch noch gewesen, und „ein traumatisiertes Huhn“.  Wenigstens, sie leben.
Gruseliges München. Kein Wunder, dass der eine oder andere Grüne dabei etwas den Überblick verliert. Doch es gibt auch Tröstlich-Österliches aus der Hauptstadt. Der Verleih von Osterhasen-Kostümen boomt wie noch nie. Selbst Osterküken und Osterenten sind in Kostümform der Renner. Und, so wird versichert, ihre Träger überleben das Fest. Garantiert.