Halbnackte Kerle und kreischende Kids
Nein, es war keine Teenie-Band, kein Popsternchen, keine Boygroup, die den Riesenauflauf mitten in München verursacht hat. Wobei – genau genommen hat eine Boygroup durchaus eine Rolle gespielt.
Seit Monaten hat sich das Spektakel angekündigt. Seit Monaten fieberte die Stadt jenem Moment entgegen, da Abercrombie & Fitch seine Tore öffnet. Jetzt ist es, endlich, so weit. Und die Zeitungen berichten, seitenweise.
Für all jene, die mit dem Namen wenig anfangen können: Es geht um Mode, genauer um ein Mode-Label, das sich bisher in Europa extrem rar gemacht hat. Ein cooler Trick war das. Denn die Klamotten gab es nur in den USA. Wer sie trug, transportierte gleich ...weiter lesen
Wo das Volk noch mitreden darf
Er ist wohl ein wenig in Vergessenheit geraten, der griechische Ursprung des Wortes Demokratie. Jedenfalls in München. Und dort beim Landratsamt München. Dabei ist es so einfach: Demos steht für Volk, kratia für Herrschaft. Und beides zusammen für die Herrschaft des Volkes.
Die beschränkt sich, sehr zum Schmerz etlicher überzeugter Demokraten, auf einen Urnengang alle paar Jahre. Danach, so ihre Klage, liege das Schicksal in den Händen der Politiker. Und nur in ihren Händen. Kritik erreicht die allenfalls über die Leserbriefspalten und, aber nur sehr gelegentlich, bei Bürgersprechstunden.
Ärgerlich? Vielleicht. Vor allem aber von oben so gewollt. Das lernen ...weiter lesen
Amtsschimmel gegen Drahtesel
Ich liebe Münchens Beamte. Sie sind einfach, nun ja, herrlich inkonsequent.
Seit gut einem Jahr schmiegen sich hinter unserem Büro zwei Fahrräder aneinander. Sie stehen in der Wiese, liebkosen sich still, rosten ein wenig und genießen, dass ihre Besitzer sie hier ausgesetzt haben unter der großen Linde. Es ist ein großes Glück.
Nur die gelben Zettel trüben das Bild. Auf dem Sattel kleben ...weiter lesen
Armes reiches Grünwald
Mit dem Reichtum ist das so eine Sache. Klar, es gibt Typen wie die Geissens, die ohne ihr Geld vermutlich kein Mensch kennen würde. Doch sie haben Geld, und sie zeigen es begeistert im privaten Trash-Fernsehen.
Die Masse der deutschen Reichen aber ist anders, dezenter, lebt ihren Reichtum nicht allzu öffentlich aus. Diese Reichen ziehen sich gern in ihre Ghettos zurück, nach Grünwald bei München beispielsweise. Und dort bevorzugt hinter sehr hohe, sehr dichte Hecken. Damit sie niemand sehen und beneiden muss. Äußerst rücksichtsvoll eigentlich.
Natürlich sind die entsprechend menschenleeren Straßen nicht jedermanns Sache. Grünwald wirkt in weiten Teilen wie ...weiter lesen
Gewusst? Die Brust betritt zuerst den Raum
Heute liefere ich Euch gleich zwei Zitate der Woche. Und ich weiß nicht, welches mir besser gefällt.
Erwin Huber, einstmals CSU-Generalsekretär, CSU-Wirtschaftsminister, CSU-Vorsitzender und heute vor allem CSU, räumt im Landtag mit einem jahrtausendealten Irrtum auf, das da lautet: Pecunia non olet. Es tut es doch. “Mit fremdem Geld”, hat er festgestellt, “ist gut Stinken.” Quod erat licet iovi oder so ähnlich.
Eine wesentlich wichtigere Erkenntnis verdanken wir aber der staatstragenden Nachrichtenagentur dpa. “Die Brust betritt zuerst den Raum”, hat sie getitelt. Ein aus männlicher Sicht auf den ersten Blick durchaus begrüßenswerter ...weiter lesen
Ein Rechen ohne Zinken
Es sei an dieser Stelle lobend eine andere Großstadt erwähnt. Frankfurt. Dort sitzt einer, dem ist die fränkische Seele offenbar wesentlich vertrauter als den Zentralisten in München. Und deshalb werde ich an dieser Stelle mal schweigen. Und ihn reden lassen:
http://www.faz.net/aktuell/politik/franken-fahnen-im-freistaat-11723475.html
Weil er nämlich was hat? Richtig, weil er recht hat.
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Zu viel Sex – da ruft er die Polizei
Es ist vielleicht der Traum so manchen Mannes. Für ihn hier war es der Alptraum. In einer Kneipe hatte der Münchener eine Frau kennen gelernt. Sie erwies sich als übraus willig, ließ sich nicht lange bitten und nahm ihn mit in ihre Wohnung.
Er hätte gewarnt sein können – so leicht wie das ging. Er war es nicht. Und am Ende um eine Erfahrung reicher. Denn die vier Jahre ältere Frau wollte. Sie wollte viel, sie wollte alles und noch ein bisschen mehr. Mehrere Nummern hat er durchgestanden, berichtet die Polizei. Dann hat es ihm gereicht. Er wollte nicht mehr, wollte nur noch gehen, nach Hause, in die Kneipe, wohin auch immer.
Sie aber wollte. Wollte ihn noch lange ...weiter lesen
Die Grünen, die Kaninchen und die Affäre
Facebook ist tückisch. Einen lustigen Kommentar geschrieben, einmal den „Daumen hoch“-Knopf gedrückt – und schon ist sie draußen in der virtuellen Welt, die Nachricht, die später noch so bitter werden kann.
Immerhin, sie kann einem zu ein wenig Popularität verhelfen. Oder doch zumindest zu öffentlicher Aufmerksamkeit. Nikolaus Hoenning zum Beispiel. Den kennt selbst in München ...weiter lesen
Selbsterkenntnis – das Zitat des Tages
Respekt. Die Landtagsabgeordnete Petra Dettenhöfer aus der Nähe von Weiden sitzt seit 2008 für die CSU im Landtag, und sie hat nach nur vier Jahren schon verstanden, wie Politik funktioniert. “Ich bin froh”, hat sie vorhin im Hochschulausschuss des Landtags festgestellt, “dass der Sachverstand entschieden hat. Und nicht wir.” Wenn sich ...weiter lesen

So lieb kann die CSU schnurren
Was waren das für Zeiten, als die CSU ein brüllender Löwe war, kräftig an Statur und Selbstbewusstsein, die Mähne wild, die Stimme laut, die Zähne scharf. Die christsoziale Welt war sauber strukturiert: Hier der Löwe, der Patriarch, der Kerl im Rudel. Dort die Kleinen, Schwachen.
Heute hat die CSU einen Chef, der nicht mehr brüllen mag. Der aus seiner Partei die christlich-schnurrende Union macht. Der sich der Kanzlerin zu Füßen legt, sich unterwirft, obwohl sie ihn gar nicht gefordert hatte. Nur noch schnurren will er und auf gar keinen Fall mehr beißen. Franz Josef würde sich im Grab umdrehen, wenn er das wüsste.
Der hat seine eigenen Erfahrungen mit Tiervergleichen ...weiter lesen