Archiv der Kategorie ‘Autoren (aus der Metropolregion)’

Juli 9th, 2011

Wortwerk-Anthologie: Stefan Winter mit “Auf-/Abbruch v. 3.2″

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Juli 5th, 2011

Wortwerk-Anthologie: Frank Ruf mit “abrissbirne”

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Juni 28th, 2011

Wortwerk-Anthologie: Carolin Hensler mit “Lete”

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Juni 26th, 2011

Petra Nacke liest

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Juni 25th, 2011

Das Schreibportrait: Petra Nacke

Petra Nacke (F.: Michael Matejka)

Wer Petra Nackes Beziehung zur Literatur verstehen möchte, sollte etwas über ihre Haltung gegenüber der Zeit wissen: Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen, sagt sie, Heraklit zitierend. Die Zeit als Fluss, dem man sich überlassen, von dem man sich weitertragen lassen muss, um sich lebendig zu fühlen. Im Idealfall gibt es am Ufer nicht einmal Marken, die den Kilometerstand anzeigen. Denn alles, was messen und fixieren will, raubt Freiheit, ist Hemmnis für Gegenwärtigkeit, den „Zauber des Moments“. Sprich: Was fixiert ist, ist tot.
Diese Philosophie ist nicht intellektuell aufgesetzt, sie hat ihre Wurzel in physischem Erleben: Das Buch, sagt Petra Nacke, „ist ein Format, vor dem ich Angst habe“. Das gedruckte Wort ist ein fixiertes, also: ein totes Wort.

Mit Jean-Paul Sartre gesprochen: Schreiben bedeutet, dass sich ein Autor vollständig dem Blick des anderen aussetzt, wodurch die Subjektivität des Autors fixiert, seine Freiheit (anderes als das Geschriebene zu sein, sich zu entwickeln) geleugnet wird. Der Leser (eines Buchs) versetzt den Autor also in die Position des Toten. Bei diesem literarischen Letalgeschäft mag Petra Nacke nicht auch noch Handlangerin der eigenen Mumifizierung sein. An sich.

Wie damit umgehen? Der Philosoph Roland Barthes entwirft an dieser Stelle eine grobe Schriftsteller-Typologie: Der eine will seinem (getöteten) Ich Gerechtigkeit widerfahren lassen und schreibt weiter, beharrt also darauf, am Leben zu sein, anderes, mehr zu sein, als er bislang schreibend offenbart hat; dazu gehören Autoren wie Flaubert oder Proust. Der andere Schriftsteller-Typus, vertreten durch Mallarmé, akzeptiert seinen (bürgerlichen) Tod.

Petra Nacke gehört zu keinem dieser Typen. Sie schreibt nicht an gegen die eigene Versteinerung, sie akzeptiert sie aber auch nicht. Was einen simplen Grund hat: Sie ist keine Schriftstellerin. „Ich würde nie von mir behaupten, Schriftstellerin zu sein.“

Ihr künstlerisches Medium ist natürlich die Sprache, allerdings spricht sie von sich als „Performerin, Erzählerin“: auf der Bühne stehen, Kunst im Augenblick entstehen lassen, im Fluss sein, aber niemals im selben. Zeit, die fließt, lässt sich nicht umblättern.

Wer in eine Buchhandlung geht, wird jedoch feststellen, dass es da Bücher gibt, die den Namen Petra Nackes tragen; zwei Krimis (Rache, Engel! und Blaulicht) hat sie bislang verfasst, zusammen mit Elmar Tannert, ein dritter soll folgen. Wie es dazu kam: Tannert fragte sie eines Tages, ob sie nicht Lust habe, mit ihm einen Krimi zu schreiben. Bis dahin hatte Petra Nacke lediglich kurze Prosa veröffentlicht, von der Gerichtsreportage bis hin zur Nürnberger Sage. Sie sagte ja zum Romanprojekt, da ihr das planende Denken liegt, die Architketur eines großen Plots. Außerdem: Krimis verkaufen sich gut, damit lässt sich etwas verdienen.

Als freiberufliche Sprecherin, Sängerin, Autorin und Journalistin ist sie angewiesen auf Auftragsarbeiten, die Geld bringen. Sie arbeitet für den Bayerischen Rundfunk, schreibt Kolumnen für die Fürther Nachrichten oder Werbetexte für die freie Wirtschaft. Dieses Auftragsschreiben aber, das Themenvorgaben und Abgabetermine kennt, tut bisweilen auch weh. Oft genug „ziehe und reiße ich aus mir heraus, was noch nicht reif ist“.

Es ist außerdem nicht frei. Sobald geschrieben wird, um zu veröffentlichen, gibt es einen unsichtbaren Dritten, der einen beeinflusst, jene Kraft, die der Philosoph George Herbert Mead als „verallgemeinerten Anderen“ bezeichnet hat: den Leser, den Auftraggeber, den Verleger, die allesamt Erwartungen und Vorstellungen haben, die im Autor das Feld des Schreibens abstecken, verengen, die Richtung des Fließens beeinflussen, die Feder führen. Nein, so ein Schreiben ist nicht frei, davor warnt Petra Nacke auch junge Autoren (kürzlich erst, bei der Verleihung des Literaturpreises der Nürnberger Kulturläden), so ein Schreiben schmerzt.

Ganz anders, wenn sie zuhause sitzt, an ihrem Küchentisch, und Gedichte schreibt. Tagebucheinträge verfasst. Aphorismen notiert. Ohne Vorgabe oder Veröffentlichungsabsicht, bedingungslos. Dieses Schreiben, sagt sie, „ist meines“.

In dieser privaten Schreibwelt tönt es anders als in ihrer publizierten. In dieser Schreibwelt hört sie beispielsweise „schopenhauersches Gegackere“. Denn: Was sich wirklich lohne, meint sie, sei doch: über die Welt, über das Leben zu reflektieren. Für das Mysterium eine Sprache zu finden.

Hier erst, ließe sie es zu, beträte man die eigentliche Schreibwelt Petra Nackes. Eine Schreibwelt, die sich in ihren bisherigen Veröffentlichungen andeutet, etwa in Rache, Engel!, zu Beginn, als über den Zusammenhang von Zufall und Perspektive nachgedacht wird. Für den Leser wäre es reizvoll, mehr aus dieser Schreibwelt zu erfahren. Ob es so weit kommt, liegt sicherlich an der Frage des Verlegens. Mehr aber noch an jener, ob Petra Nacke irgendwann einmal Schriftstellerin sein möchte.

Juni 21st, 2011

der unerträgliche anblick des alters

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Juni 20th, 2011

das meer wäre nur ein anderes grab

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Juni 18th, 2011

muffige seele, 95 kilo schwer

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Juni 17th, 2011

manche von uns sind künstler

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Juni 14th, 2011

Im Literaturpreisfinale: Stefan Holler

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