Schreibwerkstätten
"WörterWiese": Im Literaturzentrum Nord (Kuno) startet im Herbst 2011 eine neue Reihe mit Schreibwerkstätten. Zum Auftakt gibt es fünf Angebote, beispielsweise: Kreatives Schreiben, Kurzgeschichte oder einen Text-Check. Mehr Infos hier:
WörterWiese
Von der Lächerlichkeit
Mir ist die Lächerlichkeit, Gedichte zu schreiben, lieber als die Lächerlichkeit, keine zu schreiben. (Wislawa Szymborska)
Literaturpreis geht an Carolin Hensler
Die Literaturpreisgewinner (v.l.): Joseph Reinthaler, Christian Grohganz und Carolin Hensler. (F.: Straßner)
Das freie Schreiben endet, meinte Petra Nacke in ihrer Rede zum Auftakt des gestrigen Literaturabends im südpunkt, sobald es da einen Adressaten gibt, für den man schreibt. Das geht schon beim Liebesbrief los. Das herrliche Gefühl des Freischwebenden, das mit unbelastetem Schreiben einhergeht, wird nun zu “etwas Festem”. Denn: Der Adressat halte nicht nur den Brief in der Hand, “er hält auch mich (den Autor) in der Hand”. Eine Situation, die umso unangenehmer sein kann, sofern man das Schreiben professionell betreibt – sei es, dass sich Auftraggeber zu Wort melden und in den Text quatschen, sei es, dass Leser oder der “Markt” mit einemmal vom Autor etwas verlangen, das der am liebsten mit einem Achselzucken abweisen möchte. Angesichts solcher Zumutungen kann Petra Nacke eigentlich niemandem raten, den Autorenweg einzuschlagen. Andererseits wisse sie aber auch, dass man Autoren nicht vom Schreiben abhalten könne. Sprich: Wer Schriftsteller ist (weil er durch seine innere Verfasstheit gar nicht anders kann), wird schreiben, auch wenn der Literaturbetrieb anstrengend ist oder die Welt mit den eigenen Texten nicht allzuviel anzufangen weiß.
So viel zum Stand der Autorendinge. Danach zum literarischen Nachwuchs, der es trotz allem wissen will: Zehn junge Schreibende, von denen sich noch zeigen wird, wer jene Leidenschaft in sich trägt, die letztlich zum Schriftsteller macht, traten zum Finale des 23. Literaturwettbewerbs der Nürnberger Kulturläden an und lasen ihre Texte. Ein kurzweiliger Abend, moderiert von Stefanie Dunker (Amt für Kultur und Freizeit), an dessen Ende die Jury – Madeleine Weishaupt, Christian Schloyer, Leonhard F. Seidl und Marion Voigt – die 24-jährige Carolin Hensler zur Siegerin kürte. Auf dem zweiten Platz landete Joseph Reinthaler, ebenfalls aus Erlangen; auf dem dritten: der Nürnberger Christian Grohganz. Den Publikumspreis erhielt, nach Losentscheid, Katrin Endres aus einem kleinen Ort nahe Heilsbronn, in dem es keine Kühe gibt; die Teilnahme an einer Schreibwerkstatt im Literaturzentrum Nord gewann der Nürnberger Daniel Dommer.
Die zehn Nachwuchsautoren und -autorinnen, die im Finale antraten, werden im Laufe der kommenden Wochen im NN-Literaturblog mit ihrem Wettbewerbsbeitrag vorgestellt. Den Auftakt macht morgen, am Samstag, die Gewinnerin, Carolin Hensler, die zum Abschluss des Abends verriet, dass sie Literaturagentin werden, aber auch den Weg als Autorin einschlagen möchte. Möge ihr Schreiben möglichst lange unbelastet bleiben.