Posts Tagged ‘ZDF’

Februar 2nd, 2012

“Wetten, dass…?”: Wir brauchen ein Casting

Ach, dieses Drama um “Wetten, dass…?”. Wenn es sogar Aufsehen erregt, dass ein Jörg Pilawa absagt, dann hat die angeblich größte Show im deutschen Fernsehen tatsächlich ein Problem. Jetzt hilft nur noch eines: Wir brauchen ein großes Moderatoren-Casting.

Eine letzte Alternative vor einem solchen Showmaster-Roulette wäre der Rückkehr von Thomas Gottschalk. Dieser vertreibt gerade die Zuschauer aus dem ARD-Vorabendprogramm mit einer wirklich seltsamen Sendung. Jenseits von “Wetten, dass…?” sieht er schlecht aus. Ein Schicksal, das er mit seinem alten Kumpel Günther Jauch teilt. Dieser feiert am 3. Februar die 1000. Sendung von “Wer wird Millionär?”. Als Polit-Talker am Sonntagabend ist er aber nicht sehr überzeugend. Sofern er überhaupt etwas sagt.

Schließen wir also die Marktlücke. Es ist doch seltsam, dass es für alles und jedes und jeden ein Casting gibt. Wir suchen massenweise großartige Sänger, Artisten, Hobbytänzer, Dschungelköniginnen oder Frauen für Bauern. Aber es ist scheinbar noch keiner auf die Idee gekommen, jemand für die Krone der TV-Unterhaltung zu suchen. Traut man dem Volk nicht zu, dass es per Telefon klären kann, wer den Samstagabend am besten totplappern könnte?

Sicher müsste man eine sorgfältige Auswahl treffen. Um zu vermeiden, dass ein hübscher, aber ansonsten unfähiger Teeny-Schwarm gewählt wird. Davon abgesehen hätte das Casting ausschließlich Vorteile. Wir bekämen den Besten der Besten. Und das ZDF käme dank der Einnahmen durch viele Millionen Telefonanrufe in Zukunft mit geringeren Rundfunkgebühren aus.

Ansonsten bliebe nur noch das von der Papstwahl bekannte Konklave. Wobei sich das ZDF, wie das heute modern ist, von einem Privatsender unterstützen lässt. 50 Fernsehmoderatoren werden im Big Brother-Container eingesperrt und erst wieder freigelassen, wenn einer übrig geblieben ist oder freiwillig aufgegeben hat. Und jetzt alle Kandidaten im Schnelldurchlauf…

Dezember 4th, 2011

Gottschalk Abschied: Es war wie Winnetou IV

Auch wenn es uns nicht immer bewusst ist: Eines der faszinierendsten Themen für uns Menschen ist der Tod. Deshalb musste Jesus leiden und auferstehen, deshalb liegen millionenfach Krimis und Thriller unter dem Weihnachtsbaum – und deshalb hatte “Wetten, dass…?” am 3. Dezember eine Zuschauerzahl, wie man sie sonst nur von wichtigen Fußballspielen kennt. 14,73 Millionen Menschen wollten den Abgang von Thomas Gottschalk miterleben.

Die Fernsehzuschauer machten also klar: Vielleicht hat man den Meister des Breitgrinsens irgendwo satt, vielleicht mag man seine PR-lastige Show gar nicht mehr so sehr, aber zum Begräbnis geht man als anständiger Mensch. Wir haben, wie man in unseren Breiten sagt, “a scheene Leich” erlebt.

So hat sich das auch gehört. Denn jede/r Nachfolger/in wird scheitern. Die Frage ist nur, mit welcher Wucht. Das Konzept und die Präsentation von Wetten, dass…? ist derart verstaubt, dass es nur durch und mit Gottschalk funktioniert hat. Seine Abschieds-Show zeigte das. Gäste oder Wetten waren völlig nebensächlich. Es ging nur um den Chef.

Wobei sich dieser ungewöhnlich nachdenklich gab. Er habe eigentlich nichts anderes als Seifenblasen produziert, sagte er. Und anders als bei seinem ersten Abschied von “Wetten, dass…?”, als “Show must go on” von Queen dröhnte, setzte er diesmal auf sanfte Orchestermusik. Als Gottschalk seinem Publikum zum Abschied den Rücken kehrte, klang es wie Winnetou IV.

Letztlich gilt auch für ihn: Der Tod ist der lebendige Beweis, dass kein Mensch unentbehrlich ist. Oder doch? Gottschalks letzte Worte waren: “Ich komme bald wieder”. Wir sind gespannt, Messias!

November 6th, 2011

“Ich moderiere Wetten, dass…?. Oder nicht.”

Na, bitteschön, da ist es doch – das Erfolgs-Fernsehformat der nächsten Jahre. Thomas Gottschalk moderiert seine Show weiter wie gewohnt und konfrontiert jeweils einen Studiogast mit der Aussage “Ich moderiere Wetten, dass…?. Oder nicht.” Das sorgt so lange für Hochspannung im Publikum, bis jemand “Ja, ich will” sagt. Am Samstag hat das schon mal prima funktioniert.

Das ZDF hatte ein klares Wort des bislang heißesten Gottschalk-Nachfolgekandidaten angekündigt. Und schon hatte “Wetten, dass…?” fast genau zehn Millionen Zuschauer, während die Konkurrenz-Show “Das Supertalent” 6,40 Millionen Fans verzeichnete. Hansi Hinterseer wollten in der ARD sogar nur 0,21 Millionen sehen.

Kerkeling lehnte ab. Wahrscheinlich, weil er klug genug ist, um zu erkennen, dass diese Show derart mit dem Moderator Gottschalk verwoben ist, dass andere Moderatoren/-innen sowieso scheitern müssen.

Aber warum nicht so weitermachen, wenn es Quote bringt? Im Fernsehen wird alles Mögliche gecastet: Sänger und Musiker, Song-Contest-Teilnehmer, Top-Models, Dackeldompteure, Jongleure oder notgeile Agrarökonomen. Warum also nicht auch den Super-Moderator suchen?

Das ZDF hätte eine neue Showidee etabliert. Und “Wetten, dass…?” würde den denkbar besten Mann für die Promis-präsentieren-ihr-neuestes-Produkt-Party bis auf Weiteres behalten. Alsdenn.

Oktober 9th, 2011

Schöne Zeiten enden – bei ZDF und CSU

Die Zukunft ruft. Sie lockt mit stetem Wandel und der Verheißung auf immer neue Rettungsschirme. Bloß: Viele hören nicht hin. Sie wollen, dass alles bleibt wie es ist. Oder das es wieder so wird, wie es einmal war. Zu erleben war dies am Wochenende gleich bei zwei Veranstaltungen im Nürnberger Messezentrum: beim CSU-Parteitag und bei “Wetten. dass….?”.

Erstmal zeigte sich der Hang zum Immergleichen am Beispiel der Show. Obwohl Moderator Thomas Gottschalk inzwischen als Auslaufmodell antritt, war er mit 9,06 Millionen Zuschauern der Sieger des Samstagsabends. Konkurrent Dieter Bohlen kam mit seinem “Supertalent” nur auf 6,58 Millionen Fans.

Wie kann das sein? Ein paar bekannte Showgrößen lümmeln auf einer Couch, dürfen kostenlose Werbung für ihre neuen Produkte machen. Dazwischen gibt es abstruse Wetten und ein bisschen Musik. Neu ist das alles nicht, aber “Wetten, dass…?” hat eben den Status von Tagesschau, Tatort oder Neujahrs-Skispringen. Es war irgendwie immer da und wird deshalb auch geguckt.

Allerdings: Gerade diese Show wird heftigst mit ihrem Moderator indentifiziert. Wer immer für Gottschalk kommt, wird es schwer haben oder wird schon bald das Comeback seines Vorgängers ankündigen. Ein ganz neues Gesicht, also einen großen Wandel, hält “Wetten, dass…?” nur schwer aus.

Nicht viel anders geht es der CSU. Früher war diese Partei ein echter Machtfaktor. In der alten Bundesrepublik schaute man nach Bayern, die Gamsbartträger am alpenländischen Sonntags-Stammtisch konnten die Weltpolitik in der Überzeugung diskutieren, dass die Oberen ihrer Partei in Bonn für Zucht und Ordnung sorgen würden.

Heute muss die CSU das tun, was eine ostdeutsche Pfarrerstochter will. Und so hatten beim Parteitag fast die hälfte der Delegierten Lust auf den Anti-Euro-Illusionisten Peter Gauweiler. Kein Seehofer-Stellvertreter hebt die Welt aus den Angeln. Das weiß man. Aber da wäre wenigstens wieder einer gewesen, der so redet wie damals.

Das Signal von Nürnberg von Anfang Oktober lautet also: Es ist nicht leicht, wenn schöne Zeiten zu Ende gehen. Ob beim ZDF – oder bei der CSU.

Juli 13th, 2011

“Wetten, dass…?”: Pelzig hält sich, aber die Frisur…

Ich bin noch die Auflösung meiner Umfrage zur Nachfolge für Thomas Gottschalk bei “Wetten, dass…?” schuldig. (siehe hier)

Alsdenn: Favorit meiner Leser(innen) ist demnach Hape Kerkeling. Er bekam 45,24 Prozent der Stimmen. Überraschend gut gehalten hat sich der bislang noch überhaupt nicht gehandelte Erwin Pelzig. 40,48 Prozent trauen dem fränkischen Kabarettisten den edelsten ZDF-Job zu. Anke Engelke und Jörg Pilawa sind mit je 7,14 Prozent abgeschlagen, Oliver Geissen will niemand sehen.

Ich muss aber zugeben, dass ich den strukturellen Konservatismus der öffentlich-rechtlichen Showmanager unterschätzt hatte. Dem Vernehmen nach läuft nämlich derzeit alles auf Michelle Hunziker zu. Mit ihr wäre, bei allen sonstigen Unterschieden zu Thomas Gottschalk, eine klare Kontinuität hinsichtlich Haarfarbe und -frisur gegeben.

Diesen Aspekt hatte ich unterschätzt. Aber wer weiß: Der weiße Rauch soll erst im Dezember aufsteigen. Vielleicht kann der verunglückte Kandidat von damals wieder gehen – und es bleibt alles, wie es war. Gottschalks Frisur hält auf jeden Fall.

Juni 19th, 2011

Die Frage aller Fragen: Wer wird der neue Gottschalk?

Bisher haben wir uns mehr oder weniger stark um diese Frage herumgedrückt, aber nun muss es eine Antwort geben: Wer soll der neue Thomas Gottschalk werden?

Das Original hat Samstagabend noch einmal richtig abgeräumt. 12,43 Millionen Zuschauer wollten Gottschalk in seiner Abschiedsshow sehen. Damit hatte er den entschieden besseren Abgang als Fußballstar Michael Ballack. Der kriegt ja wohl gar keine Farewell-Party.

Außerdem kann Gottschalk neu durchstarten, zum Beispiel in der ARD. Was immer er aber macht, es wird Zweite Liga sein. Denn er und “Wetten, dass…?” gehören so symbiotisch zusammen, dass jede neue Sendung oder Show nur ein relativer Flop werden kann.

Wer aber soll es werden? Wenn nicht Thomas Gottschalk, der dann “Allzeit-Unersetzliche”, darselbst? Ich habe schon vor Monaten nachgefragt, damals lag Hape Kerkeling klar vorne. Aber vielleicht gibt es ja noch jemand, der Jörg Pilawa verhindern kann.

Mai 28th, 2011

Atomkraftwerke: Verseuchte Gurken in Merkels Garten

Jetzt hat sie ihren ganz persönlichen radioaktiven EHEC-Salat, unsere Kanzlerin. Laut ZDF-Politbarometer glauben etwas mehr als zwei Drittel der Deutschen nicht mehr, dass Angela Merkels Regierung eine redliche Atompolitik macht. Nur noch 13 Prozent halten die im “Herbst der Entscheidungen” beschlossene Laufzeitverlängerung für richtig. Was ist bloß geschehen?

Halten wir kurz inne. Wäre vor einem Jahr der Mond auf die Erde gefallen, hätte uns der Bayerische Umweltminister Markus Söder versprochen, dass dieser am Kühlturm von Isar 1 folgenlos abprallen würde. Viele hätten es geglaubt, auf dem Politischen Aschermittwoch hätte ihm die versammelte CSU für dieses Versprechen zugejubelt. Schließlich wurden doch – dank unserer überragenden Ingenieurleistungen – bei uns schon immer die sichersten Atommeiler der Welt gebaut. Nichts konnte passieren. Lästig war nur das Gebrabbel grüner/linker Kreise.

Aber stand dahinter eine Überzeugung? Nie und nimmer. Denn in dieser Regierung gibt es keine. Es kann doch nicht sein, dass sich das mit fester Stimmer gegebene Versprechen, dass unsere Kraftwerke Tod und Teufel trotzen würden, nicht mehr gilt, nur weil der große Airbus neuerdings zehn Meter länger ist. Oder weil ein Tsunami bei Landhut angesichts des weiteren Abschmelzens der Polkappen nicht einhundertprozentig ausgeschlossen werden kann?

Die deutsche Atompolitik ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Menschen verarscht werden, wenn sie es sich gefallen lassen. Weil Entscheidungen frei nach Winston Churchills berühmtem Satz gefällt werden: “Glaube nur dem Gutachten, das du selbst gefälscht hast.” Notfalls mit einer grandios besetzten Ethik-Kommission.

Tja – und jetzt hat es das Volk gemerkt. Und lässt es sich nicht mehr gefallen, sondern geht auf die Straße. Wie heute in vielen Städten, unter anderem in Fürth.

Für unredliche Politiker/-innen ist das der Super-Gau. Verseuchte Gurken können schlimmer nicht sein.

März 1st, 2011

Die Lösung: Die Guttenbergs zu “Wetten, dass…?”

“In diesen Tagen ist der sonst als Stilikone auftretende Mann zu beobachten, wie er eingefallen und stoppelbärtig erscheint. Er nestelt ungeschickt an seinem Jackett herum. Plötzlich wahren auch solche Menschen Distanz zu ihm, die sich vorher nicht dicht genug zu ihm hindrängen konnten. Wie hält der Mann das aus? Wie kämpft er gegen sein Leid?”

Diese (minimal veränderte) Herz-Schmerz-Prosa aus “Bild” gilt nicht einem unverschuldet in Hartz IV abgedrifteten Ex-Angestellten, sondern unserem Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg am Tag vor dessen Rücktritt. Die Frage ist aber nicht, wie die Leser ihren Schmerz beim Lesen dieses Textes überwinden. Es geht darum, was wir mit ihm anfangen. Nach seinem Leben in der Politik. Wie wir alle miteinander verhindern, dass er aus schierer Verzweiflung irgendwann stockbesoffen unter den Brücken von Kundus herumliegt.

Und ja, es gibt eine mögliche Fügung des Schicksals, nämlich “Wetten, dass…?”.

Ich hatte vor einigen Tagen nach möglichen Nachfolgern für Thomas Gottschalk gefragt. Als klarer Favorit entpuppte sich mit 80,42 Prozent der Stimmen Hape Kerkeling. Allerdings ist diese Quote anzuzweifeln, weil es schwer danach aussieht, als hätte sich da ein Hardcore-Fan die Finger wundgeklickt. Während Frank Elstner total und Jörg Pilawa ziemlich herb durchfielen, kam Dieter Bohlen mit 5,59 Prozent auf Platz drei.

Auf Platz zwei jedoch finden wir – richtig – Stephanie zu Guttenberg. Ihr trauen 10,49 Prozent zu, die berühmteste ZDF-Show zu moderieren. Ja, und nun stellen wir doch mal ihren Göttergatten dazu.
Wie Thomas Gottschalk kommt er aus Oberfranken, wird von den Leuten gerne angeschaut, kann ohne Punkt und Komma reden, ist im Herzen ein Rocker und weiß sich immer passend anzuziehen. Schließlich: Er würde eine Sendung übernehmen, in der fast immer die Schummler das größte Aufsehen erregt haben.

Stephanie und KT als Moderatorenpaar bei “Wetten, dass…?” – es wäre die von Millionen Rentnern herbeigesehnte Wiederkehr von Paola und Kurt Felix im 21. Jahrhundert. 15 Millionen und mehr würden zuschauen. Und Gottschalk wäre schnell vergessen.

Februar 13th, 2011

Gottschalk und der Werther-Effekt

">

Ein Grund dafür, warum sich anständige Medien mit Berichten über Suizide zurückhalten, ist der so genannte “Werther-Effekt”. Dieser besagt, dass spektakuläre Abschiede von dieser Welt, über die viel geschrieben und gefunkt wird, immer Nachahmer finden. Nun ist auch jeder Rücktritt ein kleiner Tod. Und somit hat Hosni Mubarak einen solchen Nachfolger gefunden. Thomas Gottschalk ist der neue Werther.

Gut, seine Rücktrittsankündigung in der gestrigen “Wetten, dass…?”-Sendung war uns irgendwie klar.

Dezember 5th, 2010

Beten nach “Wetten, dass…?” Mir geht das zu weit

Ein falscher Sprung – und die Fernsehnation ist fassungslos und entsetzt: Nachdem sich bei “Wetten, dass…” der Kandidat Samuel Koch schwer verletzt hat, wird inzwischen schon zum weltweiten Gebet für den 23-Jährigen aufgerufen. Passt das noch?

Thomas Gottschalks ZDF-Show lebt – neben zugeplapperten Werbeeinblendungen für neue Produkte bekannter Stars – davon, dass Menschen völlig absurde Höchstleistungen vollbringen.

November 29th, 2009

ZDF: Fatal ist, wenn der Koch zu mächtig wird

Stellen wir uns einmal vor: In unserem Lieblingsrestaurant steht der Küchenchef vor der Vertragsverlängerung. Er hat seinen Job bis dahin ordentlich gemacht, kein Mensch wirft ihm vor, dass er mieses Schlabberzeug produziert hätte.  Trotzdem muss er gehen, denn im Gastronomie-Ausschuss des Stadtrates hat sich eine konservative Gruppe gegen ihn zusammengerottet. Ihr Anführer kann zwar nicht genau sagen, warum der Koch nicht mehr tragbar ist. Entfernt wird er trotzdem.

Sie fänden das absurd? Doof? Skandalös? Sicher, aber so etwas gibt es. Nicht in einem Wirtshaus, aber beim ZDF. Der Küchenchef heißt Brender. Der andere Hauptdarsteller Koch, Roland Koch.

Sympathisch war uns der hessische Ministerpräsident ja noch nie. Er ist ein Meister der Machtpolitik alter Prägung, der eigentlich nur deshalb noch regiert, weil seine schärfste Konkurrentin Andrea Ypsilanti vorübergehend rettungslos machbesoffen war. Sollte er journalistische Kompetenz besitzen, so besteht sie wohl am ehesten in Versuchen, die öffentliche Meinung durch fiese Kampagnen zu beeinflussen.

Im ZDF-Verwaltungsrat darf so einer das große Wort führen. Und weil er willfährige Mitvollstrecker wie unseren Ex-Ministerpräsidenten Edmund Stoiber hat, klappt es mit dem Absägen eines Journalisten.

Nun hat ein Nikolaus Brender kein natürliches Recht auf eine automatische Vertragsverlängerung.  Sein ZDF ist ja ganz bestimmt keine phänomenale Vorzeige-Anstalt. Aber wenn es bei einem Sender eine klare Personalempfehlung des Intendanten gibt und einsichtige Argumente  gegen eine Person fehlen, sollten sich die Politiker ganz einfach zurückhalten.

So aber zeigt der Fall Brender wie aktuell eine frühere Mahnung des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker ist. Dieser hatte vor 17 Jahren den immer übermäßigen Einfluss der Parteien in der Gesellschaft kritisiert. Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern ist er definitiv zu groß. Vor allem dann, wenn es Politiker gibt, die unbedingt  einmal wie Berlusconi sein möchten.

PS.:Fragt sich bloß, wer das ZDF künftig führen soll. Eigentlich gibt es als kongenialen Partner für Koch und Stoiber doch nur einen: BR-Chefredakteur Siegmund Gottlieb. Mit ihm wären, wie man so schön sagt, die Richtigen beeinander.