Die Krise beim Fliegen

Der beste Freund des Menschen ist…??? Natürlich, es ist nicht mehr der Hund. Es ist das Smartphone, unser  treuer Begleiter, der uns immer in Kontakt mit der Welt hält, der uns die Zeit vertreibt und uns zuverlässig mit nutzlosen Informationen versorgt. Falls nicht der Akku leer ist. Oder falls wir nicht abheben.

Tatsächlich, im Flugzeug ist alles anders. Hier verblasst die Flatrate zugunsten des Flugmodus. Viele Menschen sind in diesen Tagen über den Wolken unterwegs. Aber ist die Freiheit wirklich grenzenlos, wenn die Luftaufsichtsbaracke außer Sichtweite kommt? Wahrscheinlich  ist es genau andersrum. Falls Professor Dr. Tilmann Allert richtig liegt.

Der Frankfurter Soziologe hat gründlich über Flugreisen nachgedacht. Er kam zur Erkenntnis, dass es für den Menschen gar nicht so einfach ist, in einem Jet zu sitzen. Als Passagier habe dieser seine raumzeitliche Verortung verlassen. In seiner transitorischen Krise entwickle er unterschiedliche Strategien, um sich damit zu arrangieren, dass er zur Untätigkeit verdammt in einer Gruppe von wildfremden Leuten sitzen muss.

Wir kennen diese Airbus-Nebenleute (und uns selbst). Da gibt es die scheinbar Tiefenentspannten, die mit geschlossenen Augen ihren Tagträumen nachhängen. Da ist der meckernde Querulant.  Vielleicht noch schlimmer sind diejenigen, die ihre Zwangslage mit übertriebener Geschwätzigkeit. Die dir das Du anbieten, sobald nach dem Start das Anschnallzeichen ausgeschaltet wird.

Andere lassen ihren schlechten Manieren freien Lauf, pöbeln herum und saufen literweise  holländisches Industriebier anstatt Tomatensaft. Wieder andere kaufen auf ihrem Fernflug den Bordshop leer. Und schließlich gibt es, so unser Professor, die Gruppe, die wirklich Panik hat. Ihre Flugangast sieht er als Sehnsucht nach Verortung.

Es gibt aber noch einen Aspekt. Einen, der dieses Land noch massiv verändern könnte. Zum Wesen des Fliegens gehört, so Allert, “der scharfe Kontrast zwischen maximaler Überwindung von Raumgrenzen und dem Minimum an Eigenanstrengung. Kann es demnach sein, dass das böse Wort vom “anstrengungslosen Wohlstand” während eines transitorischen Tagtraumes entstanden ist? Wie wäre die Bundestagswahl ausgegangen, wenn Guido Westwelle nicht vielfliegender Außen-, sondern Justizminister gewesen wäre? Und wie viel weniger hätte die NSA über Angela Merkel erfahren, wenn sie neben Smartphones auch Hunde lieben würde?

Das Reisen in großer Höhe erscheint uns selbstverständlich. Und doch steckt es voller tiefgründiger Fragen. Wo, bitte, war nochmal der Notausgang?

 

Politik 2013: Nur Schweigen macht keine Fehler

Begreifen wir endlich: Die große Politik befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Dramatik, Emotionen, Charisma – können wir alles vergessen. Erfolgreiche Staatenlenker/-innen teilen sich die Kräfte besser ein. Sie gewinnen durch Schweigen.

Ein großes Opfer des aktuellen Trends ist SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. Sein erster Makel ist, dass er als Kandidat von einem kettenrauchenden Altkanzler erfunden wurde, also der Profiteur eines anachronistischen Altmänner-Bündnisses ist. Hinzu kommt aber: Er ist ein Freund klarer Worte sowie lustiger oder provozierender Sprüche. Doch in dieser Gesellschaft ist politische Korrektheit nicht nur bei Kinderbüchern zum höchsten Qualitätsmerkmal geworden. Wer zu laut ist, wer die Ruhe des kollektiven Sofa-Schlafes stört, wird mit Ablehnung bestraft. So stark, dass Steinbrück inzwischen unbeliebter als unser Außenminister. Schlimmer als Westerwelle? Das hätte noch vor einigen Monaten niemand für möglich gehalten.

Nun, Guido Westerwelle profitiert davon, dass nunmehr ein gewisser Philipp Rösler die politischen Ziele einer nicht mehr erforderlichen Partei erklären muss. Bundeskanzlerin Angela Merkel wiederum hilft es, dass der Herausforderer zu viel redet. Für sie reicht es aus, gelegentlich darauf hinzuweisen, dass die Zeiten schwer sind, wahrscheinlich noch schwieriger werden, dass sie aber mit ihr an der Spitze erträglich gestaltet werden können. Und während die vorlaute Ursula von der Leyen in der eigenen Partei bekämpft wird, während Kristina Schröder sowieso immer aneckt, ist der neue Bundespräsident Joachim Gauck beliebt. Weil er wohldosiert ab und zu von Freiheit redet, aber ansonsten den Mund hält.

Die Menschen wollen also nicht mit großen Visionen belästigt werden. Sie wollen einfach nur wissen, dass jemand da ist und dass es deshalb gut wird.

Für Angela Merkel birgt das die Chance, das Spektrum ihrer Ministerriege um einen neuen Farbtupfer zu erweitern. Sie hat schon eine siebenfache Mutter, einen bekennenden Schwulen, einen Rollstuhlfahrer und einen ostasiatischen Migranten mit ungeklärtem Geburtsdatum. Vielleicht lechzt das Wahlvolk gerade nach einem taubstummen Minister. Aber nach einem, der die Gebärdensprache nicht beherrscht.

Der Rest ist Schweigen.

 

 

 

 

Prophetin Merkel erobert die Welt

Der Prophet gilt wenig im eigenen Land. Es ist gar nicht so selten, dass Menschen von ihrem unmittelbaren Umfeld als relativ erfolglos, lästig oder bestenfalls alternativlos wahrgenommen werden, dass sie aber fern der Heimat einen überragenden Ruf haben. So geht es auch Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Bei uns tippen sich die Leute an die Stirn, wenn sie ihre Koalition als erfolgreichste Bundesregierung aller Zeiten bezeichnet. Was ja auch verständlich ist, da zu dieser Regierung Menschen wie Guido Westerwelle oder Philipp Rösler gehören. Diese Namen vertragen sich mit dem Wort “Erfolg” wie ein Rinderhüftsteak mit der Speisekarte eines vegetarischen Restaurants.

Dann aber meldet sich “Forbes” zu Wort. Das für seine Ranglisten der bedeutendsten oder reichsten Persönlichkeiten berühmt-berüchtigte  Magazin, hat unsere “Angie” zum zweitmächtigsten Menschen der Welt ernannt. Die US-Zeitschrift platzierte die CDU-Politikerin direkt hinter US-Präsident Barack Obama. “Merkel ist das Rückgrat der Europäischen Union und trägt das Schicksal des Euro auf ihres Schultern”, wurde die Auswahl begründet. “Durch ihren harten Sparkurs in der europäischen Schuldenkrise hat sie ihre Macht gezeigt.”

An US-Präsident Barack Obama ist Merkel nicht vorbeigekommen. Wohl aber an Persönlichkeiten wie dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, Microsoft-Gründer Bill Gates, Papst Benedikt XVI. und dem Chef der US-Notenbank, Ben Bernanke. Selbst der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi und der Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas, Xi Jinping, sind gegen “Angie ” chancenlos.

Wir reiben uns verwundert die Augen. Zumal wir wissen: Eine Spitzenkraft kann immer nur so gut sein, wie die Menschen, die sie unterstützen. Rainer Brüderle und Kristina Schröder zählen somit zu den Politikern von Weltniveau. Das hätten wir nun wirklich nicht vorhergesagt.

Putin und Medwedew: Das Prinzip Dick und Doof

Die Zirkus-, Theater-, Film-, Musik-, ja die gesamte Menschheitsgeschichte ist voll von gegensätzlichen und daher (tragi-)komischen Paaren. Denken wir nur an Dick und Doof, Pat und Patachon, Starsky und Hutch, Hänsel und Gretel, Kain und Abel, Dr. Jekyll und Mr. Hyde oder an Don Quichotte und Sancho Pansa.

[polldaddy poll="5537635"]

Sie alle zeigten uns den Facettenreichtum des menschlichen Wesens. Wahlweise nach der Devise “Gemeinsam sind wir unerträglich” oder eben “Gemeinsam sind wir unschlagbar”.

Es war eine Frage der Zeit, bis dieses Prinzip in der Politik erprobt wurde. Nach der Endphase von Helmut Kohl und keinem anderen gaben Gerd und Joschka ein recht schlüssiges Tandem ab. Bei Angela und Philipp klappt das auch ohne Guido nicht so recht.

Ein wahrhaftiges Traumpaar gibt es dafür in Russland. Dort haben der aktuelle Präsident Dmitrij Medwedew und der derzeitige Ministerpräsident Wladimir Putin beschlossen, das Land unter sich aufzuteilen. Da das Volk das Ganze offenbar mitmachen wird, werden zu bestimmten Terminen die Paläste getauscht. Wobei der “lupenreine Demokrat” Putin sehr eindeutig das Krokodil und Medwedew der Kasper ist.

Kann ein solcher ständiger Rollentausch auch bei uns funktionieren? Und falls ja, mit wem? Bitte stimmen Sie ab.

Rösler muss sich scheiden lassen

Kann man sich Philipp Rösler mit dicken Backen und Bauch vorstellen? Schwierig, aber es ist denkbar. Denn in Berlin besteht akute Scheidungsgefahr. Also drohen ihm ein paar neue Pfunde.
Warum? Bisher galt es als ehernes Gesetz, dass Männer nur in festen Beziehungen zunehmen. Weil Frauen, die ihrerseits am Anfang gemeinsamer Lebensabschnitte runder werden, ihren Liebsten gerne füttern. Weil ihnen ein treues Dickerchen letztlich lieber ist als ein schicker Fremdgänger.
Der Wegfall der eigentlichen Ernàhrerin würde demnach, so denkt der Laie, wie eine Diät wirken. Tut es aber nicht. Nach einer Langzeit-Studie der Universität von Ohio nehmen die meisten Männer auch nach einer Scheidung zu. Der wahre Lehrsatz lautet demnach: Wer jemals in einer Beziehung war, wächst an den falschen Stellen. Egal, wie sein Leben läuft.
Soll man also Philipp Rösler zur politischen Scheidung raten? Auf jeden Fall. Denn die Krux der derzeitigen FDP-Führungsriege ist doch, dass sie alle so jung und schlank sind, dass man meint, dass sie wie aufgeputschte Windhunde jedem möglichen Thema hinterherhetzen. Dass sie heute hier und morgen da sind, dass sie unbedingt beachtet werden wollen, aber eigentlich keine Prinzipien.
Das Volk will aber auch Wohlfühl-Minister. Es sucht jemand, dem es vertrauen kann, an dem es sich ankuscheln kann. Das kann ein Brüderle gegen Westerwelle, Lindner und Bahr nicht schaffen. Rösler sollte also weg von Mutti, um dann nach einer ausgiebigen Schlemmerreise durch treudeutsche Schweinebraten-Kneipen im Genschman-Format mit gelbem Pullunder zurückzukehren.
Sie wollen Beweise für den Erfolg dieser Strategie? Schauen Sie doch mal den Gabriel an.

Griechenland-Pleite? Wir hassen die Antike

Man kann sich zur scheinbar unvermeidbaren Staatspleite viele Informationen oder Gerüchte einverleiben. Ich bin heute mal ein gläubiger Mensch. Ich glaube daran, dass dieses Land gerade für all das Leid bestraft wird, da es Menschen wie mir in dessen Jugend angetan hat. Pythagoras, die Zahl Pi – griechische Erfindungen wie diese haben mich einst bis an den Rand einer Therapie gedemütigt. Ich habe lange gebraucht, um neues Selbstbewusstsein aufzubauen. Und jetzt stellt sich raus: Die können selber gar nicht rechnen.

“Ich liebe dieses Griechenland überall. Es trägt die Farbe meines Herzens.” Für Schwärmereien wie diese des Dichters Hölderlin ist zurzeit überhaupt keine Zeit. Wir sind sauer auf die Hellenen. Und diese fangen gerade an, uns so richtig schön zu verachten. Es hört ja auch niemand gerne, dass die harte Arbeit, die er ein Leben lang geleistet hat, in anderen Ländern eigentlich nur als Kostenfaktor gesehen wird. Es kann auch niemand begreifen, dass er nur noch sparen soll. Man mag sich gar nicht ausmalen, was bei uns los wäre, wenn wir von unserer Regierung ein ähnliches Streichprogramm vorgesetzt bekämen.

Warum aber heizt jetzt der FDP-Vorsitzende Rösler die Anti-Hellas-Stimmung an? Ja, vielleicht ist es tatsächlich eine tief sitzende Abneigung der jungen Liberalen gegen die Antike. Guido Westerwelle hatte seine Abscheu über die spätrömische Dekadenz hinausposaunt. Aber waren die Griechen – bei allem Schönen und Guten, was sie uns gebracht haben – nicht auch dekadent im Quadrat?

Das soll hier nicht vertieft werden. Jedenfalls hatte ich, hatten wir eine Rechnung offen. Die wird in diesen Tagen verbal beglichen. Aber jetzt muss es auch wieder gut sein. Pythagoras wird durch die Drachme nicht besser. Liebe Griechen, ich verzeihe Euch. Wir schaffen es!

Keiner mag ihn. Keiner traut ihm. Es ist Guido.

Lach nur, Guido. Dich mag trotzdem keiner.

Lach nur, Guido. Dich mag trotzdem keiner.

Also, jetzt muss doch mal Schluss sein. Es kann nicht so weitergehen, dass der gesamte, in diesem Land vorhandene Hass auf die Politik auf eine einzige Person projiziert wird. Ist aber so: Guido Westerwelle ist der Giga-Mega-Anti-Typ schlechthin.

Als Moderator eines Politik-Frühschoppens habe ich das am Sonntag live erlebt. Da wurden sämtliche Aussagen von Abgeordneten von fünf Parteien gelassen zur Kenntnis genommen. Aber schon die Erwähnung des Namens Westerwelle brachte das Blut der Zuhörer in Wallung. Und als ihn FDP-Landtagsvizepräsident Jörg Rohde als “den besten Außenminister seit Genscher” bezeichnete, gab es höhnische bis wütende Proteste.

Kein Zweifel, dieser Mann kann tun was immer er will. In den Augen der Menschen macht er es falsch. Er hat das eigentlich für höchste Popularitätswerte bekannte Amt des Außenministers im öffentlichen Ansehen derart heruntergewirtschaftet, dass er in der Beliebtheitsskala ganz unten herumkrebst. Aus dem einstigen Überflieger der Liberalen ist der Maulwurf der Nation geworden. Zu seinem beiden linken Händen kommen mindestens zwei linke Füße.

Ist es gerecht? Zunächst: So schlecht kann er seine Arbeit gar nicht machen, als dass die Komplett-Ablehnung der Menschen gerechtfertigt wäre. Aber Guido Westerwelle ist eben so ein Typ, der wahrscheinlich schon als Kind keine Spielgefährten gefunden hat. Ein Großmaul mit Hang zur übertriebenen Selbstdarstellung. Ob er nun 18-Prozent auf seine Schuhsohlen malte, im Big-Brother-Container auftauchte oder mit einem Gaga-Mobil auf Wahlkampftour ging oder das blödsinnige Wort von der “spätrömischen Dekadenz” in die Welt setzte.

Keiner mag ihn. Keiner will ihn mehr. Keiner findet ihn gut. Der ehemalige CSU-Halbgott Franz-Josef Strauß meinte mal: “Everybody’s darling is everybody’s Rindviech”. Mancher schafft Letzteres, ohne jemals Darling gewesen zu sein.

Für Interessierte hab ich das noch: http://www.istwesterwellenochimamt.de/
und die von mir gegründete Facobook-Gruppe “Schickt Guido Westerwelle auf die Alm”. http://www.facebook.com/groups/257545684265515/

Die Welt riecht besser – aber früher war sie cooler

Als James Dean qualmte, galt rauchen noch als cool.

Als James Dean qualmte, galt rauchen noch als cool.

Seit einer kreativen Sternstunde des Sängers Elton John wissen wir, dass “Sorry” das härteste Wort der Welt ist. Wir tun uns schwer, einfach so mal zuzugeben, dass wir auf dem falschen Dampfer waren. Heute ist für mich der Tag dieser Demutsgeste gekommen: Das Rauchverbot in Bayern war nicht völlig falsch.

Fast drei Jahre hatte bei uns ein Glaubenskrieg getobt. Seit genau einem Jahr nun gibt es die vom gesundheitsbewussten Teil des Volkes gewollten strikten Regeln. Und es hat sich viel verändert. Die Raucher sind – der billigen Schmuggelware sei Dank – zwar noch nicht zur völlig unbedeutenden Randgruppe geworden. Aber sie sind netter und rücksichtsvoller als noch vor ein paar Jahren. Sie stellen sich zum Beispiel in die Rauchfrei-Quadrate auf den Bahnhöfen und nehmen mit bewundernswertem Gleichmut in Kauf, wie bescheuert das aussieht.

Und doch fehlt etwas. Nämlich diese mit Unbelehrbarkeit und Krebsverachtung gepaarte Lässigkeit der Raucher. Es fehlen die Qualmer, die in ihrer Stammkneipe beim Abfackeln ihres Tabaks den Gang der Dinge analysierten, kreativ-sarkastisch in die Zukunft schauten, dabei ordentlich becherten und am nächsten Tag mit einem schweren Kopf und dunklen Augenringen aufwachten. Oder die sich bei einem Glas Rotwein an kubanischen Pralinen verlustierten. Menschen, die anders waren, als die heute so sehr als Vorbild gepriesenen Marathonläufer.

Kurzum, die Welt riecht besser – aber früher war sie cooler. Die Zeiten für Dichter und Denker sind schwierig geworden. Aber in einem Land, in dem sich die Leute freiwillig von Merkel, Westerwelle und Seehofer regieren lassen, muss das vielleicht so sein.

Philipp, Sylvie, Gabi? Wen braucht die FDP?

Schon lustig, diese FDP. Jetzt haben sie ihren „Igitt-Faktor-Mann“ Guido Westerwelle weg – und wissen nicht mehr weiter. Also helfen wir. Suchen wir den/die ideale/n Nachfolger/in.

Offenbar läuft alles auf Philipp Rösler zu. Für ihn spricht, dass er alles Leid dieser Welt mit asiatischer Gelassenheit kommentieren kann. Außerdem erinnert er stark an Harry Potter, spricht also belesene junge Frauen an. Und Lord Voldemort alias Wolfgang Schäuble ist auch ruhiger geworden.

Heiße Kandidatin Nummer 2: Sylvie van der Vaart. Die FDP war Spaßpartei immer am angenehmsten. Und außerdem
[polldaddy poll="4849228"] feierte sie große Erfolge, wenn sie hübsche, aber politisch unbedarfte Frauen ins Rennen schickte. Wie zuletzt mit “Katja” in Hamburg.

Rainer Brüderle darf nicht vergessen werden. Ein Politiker, der für alle Gelegenheiten eine Kiste Wein im Schreibtisch hat, ist überall gerne gesehen. Außerdem steht er als schwatzhafter Geselle für eine Öffnung der Partei.

Arnulf Baring wäre der Gegenentwurf zu Sylvie van der Vaart. Aufgrund seines Alters ein Übergangskandidat, glänzt er durch notorische Empörung. Als gut trainierter und viel gebuchter Talk-Show-Gast ist er attraktiv.

Schließlich Gabriele Pauli: Ist als brave bayerische Landtagsabgeordnete in Vergessenheit geraten. Ist aber immer bereit, wenn ein heikler Führungsjob zu vergeben ist. Ihre Esoterik-Erfahrung sollte der richtunglosen FDP beim geistig-moralischen Neuanfang helfen.

Guido Westerwelle – konsequent inkonsequent

Gerade Politiker(innen) der derzeitigen Bundesregierung reden gerne davon, wie wichtig Werte für Individuum und Gesellschaft sind.  Worum es sich dabei handelt, haben wir als Kinder so gelernt: In vergleichbaren Situationen verhalten sich andere Menschen (speziell unsere Eltern)  nach übersichtlichen Regeln. Enttäuscht hat uns hingegen, wenn Versprechen nicht eingelöst oder Ankündigungen heiße Luft waren.

Natürlich: Konsequentes Verhalten kann der schwierigere Weg sein. Wer sich anpasst, anstatt den eigenen Standpunkt zu vertreten, hat es oft leichter. Wer mit den Wölfen heult, hat weniger gefährliche Feinde. Wer Konflikten aus dem Weg geht, lebt sicherer.

Viele glauben das und leben danach. Aber manchmal macht man damit eine ganz schlechte Figur. So wie Außenminister Guido Westerwelle mit seiner Enthaltung bei der Abstimmung des UN-Sicherheitsrates über eine Flugverbotszone über Libyen. Weiter lesen