Bewaffnete Lehrer: Die Homöopathie des Bösen

Schulen bereiten uns Sorgen. Anwohner schimpfen darüber, dass immer mehr Eltern ihre Kinder mit dem Auto zu Schule bringen. Staus, Abgase und Geschrei kurz vor 8 Uhr sind an der Tagesordnung. In den USA hätten sie diese Probleme vermutlich gerne. Dort müssen Eltern befürchten, dass ihre Kinder gar nicht mehr nach Hause kommen. Weil sie in eine Schießerei geraten sind. Denn Waffen gehören dort zur persönlichen Freiheit.

Der auch dank erheblicher Spenden der Waffen-Lobby ins Amt gekommene Präsident Donald Trump sieht sich nun heftigen Protesten gegen zu die private Aufrüstung gegenüber. Klar, dass er schon wegen seiner mächtigen Freunde darauf nicht eingehen kann. Also formuliert er einen Plan: Wenn es an jeder Schule treffsichere Lehrer gäbe, wäre das Problem innerhalb kürzester Zeit erledigt. Ein solcher Pädagoge würde den Angreifer ja sofort erschießen.

Wer an seine Schulzeit denkt, vermag dieses Vertrauen nicht zu entwickeln. Wir erinnern uns daran, wie verzweifelt sich Deutschlehrer mit Overhead-Projektoren abgemüht haben, wie der Versuch im Physikunterricht erst im dritten Anlauf geklappt hat und wie das Reagenzglas im Chemielabor versehentlich explodiert ist. Also können wir uns schwer vorstellen, dass ein Pädagoge einen trainierten Schützen unschädlich machen kann. Zumal Lehrer tatsächlich keine Soldaten sind.

Trumps Prinzip bedeutet, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben, also Böses durch Böses zu bekämpfen. Wenn dich jemand auf die rechte Wange schlägt, da haue ihm mit Wucht auf die linke. Das erinnert an das pervertierte Prinzip der Homöopathie: „Ähnliches möge durch Ähnliches geheilt werden“.

Alkoholkranke Menschen würden sich dadurch kurieren, dass sie alle zwei Tage eine Flasche Schnaps leeren. Den Problemen mit Rasern und Dränglern im Straßenverkehr käme man dadurch bei, dass kein Kleinwagen mehr unter 200 km/h Höchstgeschwindigkeit ausgeliefert werden. Wer sein Auto komplett sinnlos abstellt, verhindert, dass andere falsch parken. Raucherentwöhnung könnte dadurch geschehen, dass man sich bei langen Spaziergängen entlang unserer Hauptverkehrsstraßen die notwendige Schadstoff-Dosis holt.

Letztlich führt Trumps Denkweise in die Anarchie. In einen gesetzlosen Zustand, in dem ausschließlich der Stärkere oder Reichere oder Skrupellosere bestimmt.

Ein Donald Trump glaubt aus Prinzip, dass er der Stärkere sei. Und so erzählt er wieder einmal kompletten Mist. Bloß, dass uns das immer weniger aufregt. Peng!