VW und der Fußball: Die Vergebung wächst mit jedem Pokal

VW-Emblem statt gutem Stern: Der Golf-Konzern löst ab 2019 den Oberklassen-Hersteller Mercedes als Großsponsor der deutschen Fußball-Nationalelf ab. Deutscher Fußball-Bund und Volkswagen: Hier wächst zusammen, was zusammengehört.

Der heutige Profifußball vereint zwei Eigenschaften: Absolute Präzision bei Ballannahme und Kurzpass, aber maximale Schnoddrigkeit beim Umgang mit Gesetzen. Die allerbesten Kicker der Welt, Messi und Ronaldo, sind offensichtlich Steuersünder, der große Funktionär Uli Hoeneß ging deswegen ins Gefängnis.  Sein Vorgänger, lange Zeit wahlweise Kaiser oder Lichtgestalt, wusste als Abgesandter des DFB um die Überzeugungskraft größerer Geldbeträge.

Wer so berühmt ist, wer Millionen begeistert und dabei hilft, die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender auf den vordersten Plätzen der Quoten-Hitparade zu halten, lebt nicht in den Niederungen des Legalen. Zumal er darauf hoffen kann, dass die Fans jede Schweinerei verzeihen,  wenn das Ergebnis stimmt.

Darauf hofft der VW-Konzern. Weil er sich als globaler Auto-Champion versteht, sieht er sich auf Augenhöhe mit unseren Weltmeistern. Ihre Nähe bringt Vergebung und Liebe, zumindest bei sehr vielen Männern.

Aber braucht das nicht auch Mercedes? Bestimnt, doch Volkswagen zahlt bis Mitte 2024 mit 25 bis 30 Millionen Euro jährlich rund 20 Millionen Euro mehr als die Konkurrenz.

Man könnte mit dem Geld auch jede Menge Betrugs-Diesel umrüsten.

Doch wir kennen die große Konstante bei den FußBall – Verbänden: Liebe ist käuflich. Und Vergebung wächst mit jedem Pokal.