Frau Merkel an Volk: „Ich bin wie Ihr!“

Manchmal ist es aufschlussreich, sich zu erinnern. Vor 15 Jahren hatte der von uns als tumber Geselle eingeschätzte US-Präsident Georg W. Bush den Irak-Krieg vom Zaun gebrochen. Die Bundesregierung lehnte eine Beteiligung ab. Was Kanzler Gerhard Schröder dem Volk auf dem Marktplatz von Goslar mitteilte. CDU-Spitzenkandidatin Angela Merkel fand das damals abseitig, unhöflich und schädlich. Man könne so etwas doch nicht auf diese Art sagen.

Heute sind die Vorzeichen anders. Angela Merkel nutzt eine Bierzelt-Rede, um den heutigen US-Präsidenten Donald Trump zum Problembären der Weltpolitik zu erklären. Man könnte fragen: Gehört sich das?

Höflich ist es vielleicht nicht, aber in jeder Hinsicht hilfreich. Die Wahlkämpferin Angela Merkel nutzt, wie ihr Vorgänger, eine Umgebung, in der sie dem Volk nahe ist. Indem sie sich nicht im Kabinett oder in der Bundespressekonferenz äußert, sagt sie: „Seht her, ich bin wie Ihr!“  Die Botschaft wird auf diese Weise stark. Zumal in den USA sowieso viele glauben, dass die Deutschen im Bierzelt hocken, falls sie einmal keine teuren Autos bauen.

Das Volk freut sich: „Die hat es diesem Typen endlich mal gezeigt. Souveräne Frau, unsere Kanzlerin.“ Und das macht unterm Strich: Weniger Stimmen bei der AfD, Unions-Anhänger mit Wohlgefühl und eine Opposition, die sich schwer tut, mit Donald Trump noch viel, viel böser zu sein.

Ach so, man möchte wissen, was Angela Merkel wirklich über ihn denkt. Keine Sorge, das erfahren wir. Nach der Wahl. Falls es diesen Präsidenten dann noch gibt…

 

 

 

Uns Donald und die zwei Prozent

Zahlen, Quoten, Kennziffern: Statistiken informieren uns, sie lenken uns und sorgen, je nachdem, für Freude oder Frust. Gerade passiert Letzteres bei den versammelten Europäern. Denn US-Präsident Donald J. Trump hat sie kollektiv abgewatscht. Zwei Prozent mehr für den Militärhaushalt hätten sie versprochen. Geschehen sei fast durchwegs nichts.

Mag ja sein, aber der Zorn des großen Egomanen sollte nicht verdecken, dass Zahlenspiele immer relativ sind. So arbeiten sich Arbeitgeber und Gewerkschaften vorausschauend an den Folgen der Digitalisierung ab. Was bedeutet das für die Arbeitsbedingungen? Wird noch genug Geld verdient? Sind die Renten sicher? Fragen, die diskutiert werden, weil Experten geschätzt haben, dass bis 2030 die Hälfte der heutigen Arbeitsplätze wegfällt. Sie haben geschätzt, wohlgemerkt. Es kann also auch anders kommen.

Publiziert wurde jüngst das Ergebnis einer Studie zur Prostitution in Deutschland. Demnach nähmen eine Million Männer täglich diese Dienstleistung in Anspruch, 400.000 Frauen stünden zwecks Anbahnung auf der Straße. Wenn man männliche Deutsche im nicht-prositutionsfähigen Alter abzieht, wird klar, dass es sich hier um eine der größten Branchen dieser Republik handeln muss. Männer sähen demnach die Hure ihrer Wahl öfter als ihre Fleischereifachverkäuferin.

Doch zurück zu Donald Trump. Bei diesen ominösen zwei Prozent sollte es nicht nur darum gehen, dass sie geleistet werden, sondern auch wofür. Der Präsident dürfte hier klare Prioritäten haben: Es geht darum, mit schönen Waffen gute Jobs zu schaffen. Frieden entsteht dadurch, dass man jemand ein High-Tech-Mündungsrohr vor die Nase hält. Wer dann nicht spurt, wird weggepustet.

Uns wurde erklärt, dass Deutschland auch am Hindukusch verteidigt wird. Wenn das aber so ist, geht es nicht nur darum, möglichst viele Einheimische zu bedrohen oder zu töten. Auch konkrete Hilfe vor Ort ist Landesverteidigung. Sie wird aber kaum im Verkauf von guten US-Waren bestehen. Ob ein Mister Trump das kapiert? Ungewiss. Sehr Ungewiss.

 

Donald Trump: Ein Männerschnupfen auf zwei Beinen

„Ich liebe mich! Liebst Du mich auch?“ So lautet die Frage des Narzissten an seine Umwelt. Ein solcher Mensch sieht sich im Recht, wenn er anderen weh tut. Retourkutschen oder auch nur leichte Angriffe auf seine Person betrachtet er als unerhört bis grausam. Der größte Narzisst der westlichen Welt ist zurzeit US-Präsident Donald J. Trump. Er fühlt sich verfolgt, so sehr wie kein anderer Politiker vor ihm.

Mit dieser Aussage erweist sich der famose Milliardär als Männerschnupfen auf zwei Beinen. Die Vorwürfe gegen ihn sind ja nicht einmal ungerecht. Sie werden ausgelöst von einer, sagen wir, extravaganten Regierungspolitik. Trump selbst prahlt mit geheimen Informationen, ohne zu bedenken, dass ihm mit dem russischen Außenminister Lawrow ein ausgefuchster Profi gegenübersitzt. Und er feuert den FBI-Chef fristlos, weil dieser drauf und dran war, gegen ihn zu ermitteln. „War doch richtig“, sagt der Narzisst.

Doch definieren wir Verfolgung: Schon wenn es darum geht, dass einer von den Medien gehetzt wird, ist der Neue im Vergleich zu seinem im Watergate-Skandal aufgeriebenen Vorgänger Richard Nixon ein ziemlicher Waisenknabe.

Was aber ist mit den erschossenen US-Präsidenten? In dieser Weise traf es im Jahr 1865 den amerikanischen Übervater Abraham Lincoln während eines Theaterbesuchs. 1881 wurde James A. Garfield hinterrücks getötet, während er auf einem Bahnsteig stand. William McKinley starb 1901 während eines Messebesuchs durch Revolverkugeln und dann wurde der in Berlin und Westdeutschland so verehrte John F. Kennedy im Jahr 1963 im offenen Wagen in Dallas das Opfer eines Todesschützen.

Präsident zu sein ist also schlimmer als der Tod. Das schwerer Stoff für unsere Philosophen. Oder haben wir dieses große Land nicht verstanden? Die US-Waffenlobby wird anmerken, dass ein Erschossener immer in Ehren abtritt. Ob bei Donald Trump davon viel übrig bleibt, darf doch sehr bezweifelt werden.

 

 

 

 

 

Donald Trump: Er bleibt ein Typ zum Fürchten

Es ist doch alles gar nicht so schlimm. So seufzt mancher erleichtert nach 100 Tagen Donald Trump. Der nach eigener Einschätzung tollste US-Präsident aller Zeiten habe einige Dämpfer bekommen. Manches an seiner Politik wirke schon sehr normal. So werde das auch weitergehen. Wenn wir uns da bloß nicht täuschen.

Richtig ist, dass Donald Trump einige Aha-Erlebnisse gehabt hat. Weder ist es leicht, per Dekret Muslime von den USA fernzuhalten oder eine Krankenversicherung zu zerstören. Die von Mexiko bezahlten Mauer bleibt wohl auch eine Illusion. Und setzt der Präsident nicht wunderbare Zeichen, indem er in Sachen Berater den Widerling Bannon abserviert und dafür seine hübsche Tochter hinaus in die Welt schickt?

Trotzdem haben wir allen Grund, uns vor diesem Mann zu fürchten. Er entdeckt nämlich nach und nach, wie er seine Macht wirksam anwenden kann. Und er hat gelernt, dass auch der größte Versager an der Spitze der Weltmacht USA die Menschen hinter sich bringt, wenn er Marschbefehle für Atom-U-Boote gibt, Raketen abschießen oder Bomben abwerfen lässt. Hinter einem Kriegsherrn schart sich das Volk zuverlässig.

Tabus sind nicht sein Ding. Oder hätte er sonst die „Mutter aller Bomben“ über dem Territorium eines verbündeten Staates abwerfen lassen? Fragen wir uns doch, was in Deutschland los wäre, wenn dieses Zerstörungs-Monstrum nach Evakuierung der Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern aufschlagen würde, weil die USA dort ein Terroristen-Nest vermutet haben?

Wir würden es kaum so gelassen sehen wie jetzt, wo es bloß um dieses Afghanistan geht.

Dieser US-Präsident wirkt auf uns manchmal wie ein schlechter Soap-Darsteller oder eine Karikatur. Harmlos doof ist er deswegen nicht. Auch Clowns können der Horror sein.

Merkel und Trump: Szenen keiner Ehe

Wie riecht Donald Trump? Angela Merkel muss es seit diesem Wochenende wissen. Denn geht es nach den bedeutendsten Politik-Beobachtern dieses Landes, hatte die erste Begegnung der beiden Anführer der westlichen Welt vor allem diesen Zweck: Man sollte sich beschnuppern.

Was gar nicht so einfach war. Beim offiziellen Fototermin standen die Sessel weit auseinander, zu erleben war eine Szene, wie man sie aus sehr langjährigen Beziehungen kennt. Unsere Mutti amüsierte sich dezent über den grantigen alten Mann neben ihr, zeigte sich aber von der Körpersprache zugewandt. Mr. President wiederum saß da wie Opa Paul, der wegen einer lästigen Familienangelegenheit das Endspiel des DFB-Pokals verpasst.

Was peinlich und extrem unhöflich wirkte, hat das Weiße Haus inzwischen erklärt. Donald Trump habe die leisen Hinweise der Kanzlerin und die lauten Aufforderungen der Fotografen schlicht und ergreifend überhört. Absicht habe keinesfalls vorgelegen, erklärte sein Sprecher Sean Spicer auf Nachfrage des Spiegel. Vielleicht versteckt sich ja unter dem dichten Blondhaar ein Hörgerät, dessen Akku gerade leer war.

Möglicherweise war der Präsident einfach abgelenkt und in Gedanken schon beim nächsten Dekret. Er hat ja viel zu tun. Er muss zum Beispiel die Betonmischung für seine Mauer festlegen und darüber nachdenken, wie viele muslimische Staaten  mit einem Einreisebann zu belegen sind, damit auch die höchsten Richter der USA zustimmen. Oder hat er überlegt, wie er es mit Angela Merkels Hilfe erreichen kann, dass im Kaufhaus des Westens eine Vitrine mit Tochter Ivankas Modekreationen aufgestellt wird? Hat Ehefrau Melania aus Langeweile ihr Haushaltsgeld für März bereits verprasst und fordert einen Nachschlag, für den das karge Präsidenten-Gehalt nicht reicht?

Solche Probleme vermutet man bei Donald Trump. Vielleicht aber war die Szene pure Strategie, nämlich im Sinne eines Versöhnungssignals an die Adresse radikaler Muslime. Er hat, immerhin, einem unreinen Weib den Handschlag verweigert. Vielleicht hat er diese Chance erschnuppert.

Wir warten auf das Lob des Kalifen. Um dann zu wissen: Unser großer Verbündeter ist mehr Profi als wir alle denken.

Denk‘ ich an Schweden in der Nacht…

Wir sollten Donald Trump dankbar sein. Richtete er doch den Schweinwerfer auf ein famoses, aber im Allgemeinen ziemlich vergessenes Nachbarland. Der US-Präsident hat Schweden entdeckt. Und er hat – Fak, Fake, Fake – öffentlich behauptet, dass dort nachts etwas passiert.

Das ist, statistisch betrachtet, ziemlich unwahrscheinlich. Schweden ist mit 450.000 Quadratkilometern fast 30 Prozent größer als Deutschland. Es hat aber nur zehn Millionen Einwohner, mithin nicht einmal ein Achtel der Bevölkerungszahl unseres Landes. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Schwede zufällig einen Schweden trifft, um gemeinsam Unsinn zu machen, ist also relativ gering. Vermutlich deshalb gibt es hier bloß 18.000 Polizisten. Alleine in Bayern sind es 41.000.

Die Schweden gelten uns als ein Volk, in dem die Frauen blond sind und trotzdem nicht mehr Elternzeit als ihre Männer nehmen. Ein bedeutendes Unternehmen von dort hat es geschafft, dass Kinder Kötbullar statt Frikadelle oder Fleischküchle sagen. Schweden hat sechs Mal den Eurovision Song Contest gewonnen, drei Mal so oft wie Deutschland. Dieses Land kann Popkultur. Seine Designer verzieren Kerzenhalter, Serviettenständer oder  Weinkorken mit Elchen und nennen Hängeleuchten Söder.

Doch genug der Länderkunde. Was war los Freitagnacht in Schweden? Der Witze gibt es viele, Tatsache ist aber, dass der 87-jährige Sänger Owe Thörnquist bei seinen Proben zum Vorentscheid für den Eurovision Song Contest technische Probleme hatte. Wegen Sturm und Schnee wurde die Straße E 10 wegen Schnee und Sturm zwischen Katterjak und Riksgränsen gesperrt. In Stockholm beendete die Polizei eine Trunkenheitsfahrt. Später am Wochenende schießt der migrationshintergründige Schwede Imbrahimovic ein tödliches Tor. Aber das war im englischen Blackburn.

Der Präsident hat inzwischen eingeräumt, dass sein angeblich schlimmer Vorfall aus einer Fernsehsendung stammt, die er allerdings falsch verstanden hat. Unser Fazit: Laut einer Studie der Barmer Ersatzkasse hatten im Jahr 2015 rund 9,3 Prozent der Deutschen regelmäßig Kopfweh. Seit dem Erscheinen von Donald Trump dürften es stetig mehr werden.

Ein Horst wird niemals Kini

Na also. Unser neuer Lieblingsfeind, Donald Trump, hat in Deutschland wenigstens einen Bewunderer. Es ist der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Horst Seehofer. Dieser findet es beeindruckend, wie zügig und kompromisslos der neue US-Präsident seine Wahlversprechen erfüllt. Und man darf vermuten: Da träumt einer davon, auch mal so zu dürfen wie er gerne wollen würde.

Greifen wir zwei Grundregeln für erfolgreiches politisches Handeln heraus: Laut Machiavelli tun Regierende gut daran, die Grausamkeiten am Beginn ihrer Amtszeit zu begehen. Das hat Donald Trump bei Obamacare und beim einen oder anderen Naturschutz-Gedöns getan. Die Entscheidung für den Mauerbau an der Grenze zu Mexiko sowie das gegen Muslime verhängte Einreiseverbot ist gemäß seiner Ideologie indes als Geschenk ans Volk zu betrachten.

Die US-Amerikaner finden dies, gemäß einer neuen Umfrage des Ipsos-Meinungsforschungsinstitutes, noch okay. 52 Prozent der dabei Befragten vertraten die Meinung, dass er ein guter Präsident sein werde. Euphorischer äußern sich Russen und Inder. Dort strecken 72 beziehungsweise 64 Prozent die Daumen nach oben. Der Rest der Welt hält wenig von Trump. 78 Prozent der Deutschen glauben, dass er schlecht arbeiten wird, die Briten gehen davon zu 80 Prozent aus. Am größten ist die Ablehnung mit 81 beziehungsweise 84 Prozent in Mexiko und Spanien.

Nicht aber bei Horst Seehofer. Bei ihm, einem Freund der fragwürdigen Visionen, wie sein Einsatz für die Pkw-Maut zeigt, kommt Mr. President gut an. Was aber auch einfach ein Ausdruck persönlicher Sehnsüchte sein kann.

Weiß er doch, dass in seinem bayerischen Revier sowieso geschieht, was seine CSU will. Er braucht für’s Handeln keine Meinung der Opposition. Aber die Demokratie verlangt danach, dass er sich das Gemaule wenigstens anhört. Wie viel könnte man im Bund durchsetzen, wenn das sinnlose Herumsitzen im Landtag nicht wäre?

Regieren per Dekret: Das ist der Weg für den Freistaat! Wir hatten das auch schon. Doch Vorsicht: Zum Bayern-Regenten gehört der passende Name. Ein Horst wird niemal Kini. Ein Donald aber auch nicht.

 

 

 

Donald Trump: Zu kühn für diese Welt

Das Leiden an der Politik – vielleicht ist es bloß Langeweile. Im Großen und Ganzen ist es gut, dass Probleme im Merkel-Stil pragmatisch und seriös abgearbeitet. Doch wo ist die Kühnheit, wo der große Entwurf für die Zukunft? Wo ist die Vision, die uns begeistert und antreibt?

Donald Trump macht es gerade vor. Eine 3200 Kilometer lange Mauer bauen und die hierfür investierten Dollar-Milliarden von anderen bezahlen lassen, ist ein erstaunlicher Gedanke. Der Anti-Tortilla-Schutzwall an der Grenze zu Mexiko wäre 20 Mal länger als die Berliner Mauer, hätte allerdings – alternativlose Fakten, sorry – nur ein Siebtel der Ausdehnung der Chinesischen Mauer.

Unser Präsident hat aber mehr vor: Er möchte Straßen, Brücken, Flughäfen und Öl-Pipelines in einem bislang unbekannten Ausmaß bauen lassen, aber zugleich die Steuern wie noch nie senken. Er findet Folter nicht so ganz verkehrt  und möchte die US-Unternehmen von 75 Prozent der gesetzlichen Vorgaben entlasten. Alleine diese Kühnheit verdient eine eigenständige Betrachtung.

Und wir? Können wir hier auch nur ein bisschen mithalten? Yes. we can. Das Deutsche Zentrum für Luft und Raumfahrt will Ende 2017 einen Satelliten ins All schießen, auf dem Tomaten heranwachsen können. Sollten diese in der Schwerelosigkeit tatsächlich keimen, sollen sie später einmal Astronauten bei ihren Reisen in ferne Welten als Nahrungsgrundlage dienen. Tomaten im Weltall. Wir trauen uns.

Aber halt: Denkt nicht, bei genauer Betrachtung, dieser Donald Trump viel zu groß für diese Welt? Würde es ihn nicht reizen, galaktisch zu agieren? Also Miss-Universe-Wahlen auf dem Planeten Venus durchzuführen oder den Ring des Saturn zu asphaltieren? Er müsste nur vor Ort sein.

Alsdenn: Sollten wir einen US-Präsidenten auf den Mond schießen? Welch schöne, welch kühne Idee.

 

Trump und Höcke – wir kriegen eine neue Mauer

Ab heute ist er da: Donald Trump. Und schon melden Geheimdienste, dass es unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel superschnell an den Kragen gehen wird. Der neue US-Präsident verbündet sich mit AfD. Die Bundesregierung schweigt bisher.

Angestachelt zum Geheimplan wurde der Neue im Weißen Haus durch Extrem-Rechtsaußen Björn Höcke. Demnach wird Trumps Unternehmen in Deutschland eine neue Mauer bauen. Dieser „antiislamistische Schutzwall“ soll im Wesentlichen entlang der früheren Ost-West-Grenze verlaufen

Dank dieser Grenzziehung hat die AfD in den befreiten Gebieten die Chance, den Regierungschef zu stellen.  Ein neuer Westteil von Berlin ist vorgesehen, allerdings soll er gezielt aus Stadtteilen mit hohem Ausländeranteil gebildet werden.

Kreuzberg-Friedrichshain und Neukölln werden zwingend eingemauert. Doch auch ein unbedeutendes Viertel am Stadtrand soll einbezogen werden. Es soll – nicht als Herz, sondern als Blinddarm der Stadt – das Holocaust-Denkmal übernehmen.

Dann ist ausgemistet – und selbst Berlin wieder vorzeigedeutsch.

Danke, Mister President, we love you.

Wobei unsere Enthüllung einen kleinen Nachteil hat: Sie ist frei erfunden.

FAKE-NEWS also. Aber das sollte weder Trump noch Höcke stören.

 

Die Märkte mögen es charakterlos

Am Ende eines Jahres wird Bilanz gezogen. Dazu gehört stets auch die Frage, wer der Liebling „der Märkte“ ist. Welches Unternehmen also die Geldfürsten des Finanzkapitalismus am meisten begeistert. Das Geheimnis ist gelüftet, der Star der Börsianer ist gekürt: Der Apple-Konzern darf sich „wertvollstes Unternehmen der Welt“ nennen.

Das US-Unternehmen wird an den Finanzmärkten mit 625 Milliarden Dollar bewertet. Das ist mehr, als die sieben am höchsten bewerteten deutschen Firmen zusammen aufweisen. Als Mitglieder der digitalen Elite verstehen wir das.

Zwar kann ein ein iPhone kaum mehr als ein ganz offiziell in Fernost produziertes Smartphone. Aber dank neuem Wasserschutz ermöglicht es Selfies beim Schnorcheln, es hat Stereo-Lautsprecher, drahtlose Kopfhörer und ein Retina-Display mit Force Touch. Erstmals sind auch die Antennenstreifen an den Gehäusekanten effektiv getarnt. Schließlich stehen dem Quad-Core-Prozessor A10 Fusion 3 GB RAM zur Seite. Das ist, keine Frage, Fortschritt pur. Darauf hat die Welt gewartet.

Mit kühlem Kopf betrachtet, wirkt das iPhone übertrieben teuer. Aber vielleicht werden die Apple-Arbeiter besser bezahlt.  Mag sein, dass das für die Software-Entwickler, Designer und Marketing-Experten gilt. Fabrikarbeit lässt auch unser Vorzeige-Unternehmen allerdings wie alle anderen in Ostasien leisten. Zu konkurrenzfähigen, also elend schlechten Konditionen für die Menschen am Band.

Das allerdings wird gegenüber den Öffentlichkeit weggewischt. Was erst recht für die Förderung der für ein iPhone erforderlichen Rohstoffe gilt. Da sind so viele Subunternehmer, Rohstoffhändler und Milizenchefs aus unsicheren Regionen beteiligt, dass keine Verbindung zu Apple mehr hergestellt werden kann, wenn wieder einmal irgendwo in Afrika der Einsturz einer Mine ein paar Bergbau-Sklaven tötet. Und die in dreistellihger Millionenhöhe hinterzogenen Steuern von Apple lagern dem Vernehmen nach auf einer Südsee- oder Karibik-Insel. Wo jedoch, erscheint auf keinem Display.

Unser Fazit: „Die Märkte“ lieben Blender, Betrüger und eiskalte Ausbeuter. Hauptsache, man schaut gut aus. Champagner für die Märkte!