Donald und Kim: Es war wie Liebe

So, das Gröbste wäre überstanden. Das Kuschel-Date der Präsidenten von USA und Nordkorea ist Geschichte, und noch immer gibt es keinen Tweet von Donald Trump, in dem er feststellt, dass diese „großartige Persönlichkeit“ Kim Jong Un eher doch eine üble Kanaille ist, die die totale Vernichtung ihres Landes verdient. Es geht voran.

Die Bilder vom Treffen vermittelten so viel Harmonie, dass man nach Art der Regenbogenpresse hinschauen kann. Da ist festzustellen, dass die Flaggen der beteiligten Staaten farblich optimal harmonierten. Die Frisur von Donald Trump war perfekt getackert und gebügelt wie immer. Der Figaro von Kim Jong Un wiederum ist entweder ein verwegener Trendsetter oder aber ein elender Stümper, für den nach nordkoreanischem Recht zehn Jahre Straflager vorzusehen sind.

Erstaunlich ist die offene Sympathie des US-Präsidenten für den jungen Diktator durchaus. Zwar wirkt  Kim Jong Un bei Begegnungen mit anderen Mächtigen wie ein als Mensch reinkarnierter Pandabär, er hat aber vom Schnitt seines Anzugs her deutliche Anleihen bei Angela Merkel genommen. Das geht eigentlich gar nicht. Aber Trump war gut drauf, nachzuvollziehen an der mehrfach gezeigten geballten Faust, seiner ganz persönlichen „Seht-her-ich-bin-ein-geiler-Typ“-Geste.

Was aber hat das Treffen gebracht? Wenn man sich daran erinnert, dass Barack Obama für den Friedensnobelpreis lediglich eine gute Rede vor muslimischen Gerlehrten gebraucht hat, ist Donald Trump schon ziemlich nah dran. Kim Jong Un unterdrückt und exekutiert für diese Auszeichnung vielleicht doch zu viel.

Der prollige Strafzoll-Grantler als Friedensengel. Es könnte etwas werden. Jedoch: Ein Trump-Jahr bringt zirka 1500 seiner Tweets. Es kann also noch ganz, ganz viel passieren.