Scaramucci: Ein Name ist Programm

Bestimmt ist es verkehrt, vom Namen eines Menschen auf dessen Eigenschaften zu schließen. Aber manchmal bietet es sich an. Martin Schulz war tatsächlich mal Bürgermeister. Und Anthony Scaramucci, neuer Kommunikationschef im Weißen Haus, erscheint tatsächlich als seltsame Figur aus einem schlechten Film.

Gegenüber einem Journalisten ist der ehemalige Finanzmanager und Buchautor ausgerastet. Über zwei seiner wichtigsten Kollegen ließ er verlauten, einer sei  ein verdammter paranoider Schizophreniker, der andere versuche, seinen eigenen Schwanz zu lutschen.

Man mag diese Sprache widerlich finden, aber sie passt zum Chef des Ganzen. Man darf annehmen, dass sich Donald Trump wohlfühlt, wenn der Umgangston in seiner Regierungszentrale nicht akademisch flüsternd, sondern derb polternd ist. Scaramucci, Sohn eines Sandbruch-Arbeiters und einer Hausfrau, der von sich selbst erzählt, dass er in jungen Jahren mit Goldkettchen im getunten Camaro unterwegs war, passt da wie das Pils zur Bar.

Aber was ist mit dem Namen, der es durch den Queen-Song „Bohemian Rhapsody“ prominent in die Rockpop-Kultur geschafft hat? Dieser Skaramuz ist eine Figur der italienischen Commedia dell’Arte. Er vertritt den Typus des neapolitanischen Abenteurers und Aufschneiders, der sich für sein Geprahle immer wieder eine Tracht Prügel einfängt. Im Englischen steht Scaramouch umgangssprachlich für ein Großmaul.

Das italienische Wort Scaramuzzo schließlich bedeutet „Scharmützel“.

Davon wird Trumps neuer Chefberater gewiss noch einige anzetteln. Man kann es also drehen und wenden, wie man will: Manchmal ist der Name eben doch Programm.