Wer länger isst, ist früher tot

Oh Welt, wie bist du grausam. „Die Zahl der Krebserkrankungen steigt weltweit dramatisch“, meldeten gerade die Medien dieser Republik.  Uns schaudert, es wächst die Angst vor Geschwüren, Tod und Verderben. Aber zurecht?

Ich meine nicht. In einer Welt, in der immer mehr Menschen leben und zudem immer älter werden, ist eine Zunahme der Krebserkrankungen ganz normal. Der Horror ist, so gesehen, klein. Zumal medizinischer Fortschritt – wir lieben Siemens! – sicher zu erwarten ist.

Ärgerlich ist allerdings, dass mit der bösen Zukunftsvision der mahnende Zeigefinger erhoben wird. Wir seien nämlich, so heißt es, an unseren Krebserkrankungen selber schuld. Weil wir uns ja völlig falsch ernähren. Zu viel Fett, zu viel Süßes, zu viel Alkohol – all dieses ruiniere unsere Körperzellen. Wir können viel, viel älter werden. Wenn wir nur wollten und nicht jede Kalorienbombe in uns hineinschaufeln würden.

Damit sind wir allerdings bei der Frage angelangt: Wozu eigentlich? Warum in aller Welt sollten wir ein freudlos-asketisches Dasein wählen, nur um sozial unverträglich steinalt zu werden? Zumal das Geld dafür eh nicht reichen wird. Die frühere Idee, die Lebensversicherung einzustreichen und mit den Zinsen die Rente aufzuhübschen, funktioniert ja nicht mehr. Die Banken legen bestenfalls Nullkommaeinbisschenwas drauf, weshalb man nur die Chance hat, das Ersparte bis zum Ableben aufzubrauchen. Erben werden in Zukunft traurige Gesellen sein.

Alsdenn: Pfeifen wir auf den Krebs. Hauen wir rein. Wer länger isst, ist früher tot. Und alle, alle freuen sich.