Stirb langsam 2017: Frau M. überlebt.

Schwer verdaulich dieser Brocken, den uns FDP-Chef Christian Lindner vor die Füße geworfen hat. Nix Jamaika, stattdessen lange Gesichter und allgemeine Verwirrung. Nur eine hat ihr Lächeln behalten: Angela Merkel, Bundeskanzlerin und weltgrößte Überlebenskünstlerin dfer Politik. Alles bricht scheinbar zusammen. Sie bleibt.

Wäre die deutsche Politik ein Ort der großen Emotionen, es wären Vergleiche zu grandiosen Action-Streifen erlaubt. Merkels Fähigkeit, aus allen Verwerfungen ihres Metiers mit den selben alten Phrasen als Überlebende herauszukommen, ist famos. Finanzkrise, Atomausstieg, Klimawandel, sinnloses Wahlverhalten der Bürger: Wird alles weggesteckt. In Sachen Krisenbewältigung könnten sich nur Bruce Willis, James Bond und der Terminator mit ihr messen.

Doch bei uns läuft es ruhiger und diskreter ab. Deutsche Politik ist nicht das Schlachtfeld der Rambo-Amazone. Hier braucht es Geduld, Geschmeidigkeit, die Kunst, auch in Situationen größter Not eigenes Geschrei zu vermeiden. Und das ist fast unmenschlich schwer. Es erinnert an die großen Überlebenskünstler der Tierwelt. Wenngleich diese Vergleiche für eine Frau nicht schmeichelhaft sind.

Aber nehmen wir zum Beispiel das Dromedar. Es speichert Energie besser als jede E-Auto-Batterie und begleitet so seine Menschen folgsam durch die Wüste. Das Chamäleon passt sich der Umgebung an. Schwarz-Rot? Da entspannt die Echse. Schwampel? Das ist für sie schwierig, aber zunächst mal machbar. Die Zecke heftet sich über lange Phasen unbemerkt an ihr Wirtstier, in diesem Fall das Volk an. Und die Kakerlake? Der Vergleich ist uncharmant. Aber auch sie hätte Fukushima überstanden.

Die Krone des Überlebens ist jedoch das Bärtierchen. Diese millimetergroßen so genannten Gewebetiere falten sich zusammen, um in einem scheintoten Zustand als „Tönnchen“ selbst extremste Umweltbedingungen zu überleben. Dabei wirken sie äußerlich wie ein mehrfach gebrauchtes Ebay-Paket.

Sie sind nicht schön. Aber enorm clever und deshalb immer da. Ein Bärtierchen passt zu Berlin. Alles Weitere regelt – vielleicht – die SPD.