Gegen die Gewissheit der Angst hilft nicht nur Vernunft

Und jetzt wieder Frankreich. Islamistische Mörder haben eine Kirche nahe Rouen gestürmt und deren Pfarrer hingerichtet. Dabei stecken uns die jüngsten Anschläge von Würzburg, München und Ansbach, aber auch von Kabul, noch tief in den Knochen. Wird es ein Ende des Terrors geben? Es fällt uns immer schwerer, daran zu glauben. Bloß: Eine Alternative haben wir nicht.

Es wirkt unbegreiflich, wie sich Hirne von jungen, am Leben verzweifelten Männern bei passender Gelegenheit in Luft auflösen. Niemand kann erklären, warum sich dieses Phänomen in diesen Tagen derart ballt. Und man mag sich nicht vorstellen, wie leer es in diesen Tätern sein muss, damit genug Platz ist für ungezügelten, sinnlosen Hass gegen andere Menschen. Sie riskieren ihre eigene Existenz, nur um töten zu können. Irgend etwas läuft gewaltig schief.

Vernunft, ein kühler Kopf, könnten uns helfen. Trotz aller Horrornachrichten ist das Risiko, bei einem Amoklauf oder einer Terror-Attacke zu sterben, äußerst gering. Im Straßenverkehr, ja sogar im Haushalt, kommen mehr Menschen ums Leben. Aber die jetzige Bedrohung ist anders. Wenn man beginnt, beim Einkaufsbummel nach bärtigen Burschen mit Rucksäcken Ausschau zu halten, verfestigt sich die Angst, dass man jederzeit und überall attackiert werden könnte, zur Gewissheit. Wer Auto oder Rad fährt, rechnet – trotz objektiv größerer Gefahr – nicht mit einem Unfall. Hier ist es anders.

Was aber hilft uns dann? Gottvertrauen wäre eine Lösung, aber wer hat das noch? Also brauchen wir wohl eine Mischung aus Vertrauen und Fatalismus. Eine Gewissheit, dass nichts passieren wird, dass es aber im Leben manchmal kommt, wie es kommt. Auch Humor kann helfen. Humor, gemischt mit Trotz. Lasst sie toben, lasst sie ihrem pseudo-religiösen Schwachsinn frönen. Wir stecken ihnen die Zunge raus.

Yalla, Ihr Wichser! Lachen ist erlaubt! Fangen wir an!