G 20: Was hat der Inder gesagt?

Durchatmen, wir haben es geschafft. Die Mächtigen der mächtigsten Staaten dieser Welt sind abgereist, in den verwüsteten Ecken von Hamburg wird aufgeräumt. Und wir fragen uns: Musste es dieser G20-Gipfel wirklich sein?

Man kann diese Frage nicht mit Ja oder Nein beantworten. Wer jemals ein politisches Amt ausgeübt hat, weiß, dass die persönliche Begegnung, das unmittelbare Gespräch, auch durch den noch so regen Austausch von WhatsApp-Nachrichten oder Videokonferenzen nicht zu ersetzen sind. Wichtige Entscheidungen fallen eben im Dialog.

Im Falle des aktuellen Gipfels hätte man besser über den Austragungsort nachdenken müssen. Es war seit langem absehbar, dass es keine Beschlüsse geben würde, die die Welt bewegen. Zugleich war klar, dass es in Hamburg Krawalle geben würde. Das wusste jeder.

Also war es fast schon pure Romantik von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bürgermeister Olaf Scholz, zu erwarten, dass die Gipfel-Teilnehmer eine weltoffene Stadt vorfänden, die ihre Gäste freundlich und allenfalls mit freundlich-buntem Protest begrüßen würde. Diese beiden Politiker, die nun den Helden der Polizei danken, haben genau diese Heroen sehenden Auges verheizt. Die Entscheidung für Hamburg war Mist.

Was auch angesichts der dort vertretenen Staatschefs gilt. Niemand kann ernsthaft behaupten, dass beim G 20 ausschließlich lupenreine, sympathische Demokraten versammelt waren. Die Proteste waren berechtigt, denn die auf freien Handel gestützte globale Wirtschaftsordnung hat ihr Versprechen, mehr Wohlstand und ein gerechteres Leben für alle zu erreichen, nicht erfüllt. Warum sollte es bei 40 Prozent Jugendarbeitslosigkeit in EU-Staaten keine Rebellion geben?

Die schwarz vermummten Randalierer jedoch haben den Gegnern von G20 schwer geschadet. Das Plündern von Supermärkten oder das Anzünden irgendwelcher Autos ist an Hirnlosigkeit nicht zu überbieten. Andererseits: Wer schon einmal für ein linkes Thema demonstriert hat, weiß, dass sich Polizeikräfte trefflich auf provozierendes Verhalten verstehen.

Differenziert und emotionsfrei auf diesen Gipfel zu schauen, fällt also schwer. Nähern wir uns den wahren Inhalten des Treffens doch mal so: Was hat der Inder gesagt, im Namen seines nicht so reichen Milliarden-Volkes? Vielleicht waren seine Ideen gar nicht mal so schlecht. Darüber hört, sieht und liest man aber viel zu wenig…