Wir wollen fahren!

Es gilt! Ab jetzt! Alle für das Klima! Wir sind bereit, zu sparen, zu verzichten und für die Weltenrettung zu bezahlen. Spätestens dann, wenn das Klimakabinett unser Klimakanzlerin sein Klimapaket geschnürt hat, werden wir die Hemdsärmel hochkrempeln und die Thermostate herunterdrehen. Und überall im Land wird demonstriert.

Vor allem aber wenden wir uns gegen die Autos. Einst der Liebling der Massen, ganz objektiv auch ein Grund für unseren Wohlstand, ist es inzwischen unpopulärer als jede Kreuzfahrt, jeder Fernflug oder jede bunt bedruckte Plastiktüte.

Anlässlich der Internationalen Automobil-Ausstellung, wo es früher allenfalls feministische Attacken wegen Räkel-Frauen auf Motorhauben gegeben hat, bewegte sich diesmal ein langer Protestzug gegen den Autowahn auf einem dafür gesperrten Autobahn-Abschnitt.

Und überhaupt, diese SUV’s! Viele sehen sie inzwischen als Mordwerkzeuge an, die man am besten aus der Nähe von Menschen verbannt. Großautos in Innenstädten? Haltet Sie weg, wird gefordert, wobei aber vergessen wird, dass die Gefährlichkeit eines Fahrzeuges tatsächlich stark davon abhängt, wer am Steuer sitzt. Ein Herzinfarkt kann überall passieren.

Aber ist der neue Auto-Hass wirklich die ganze Wahrheit? Die Antwort ist: Nein. Trotz aller Diskussionen gibt es in Deutschland mehr Pkw als je zuvor. Wie der Spiegel auf der Basis von Daten des Kraftfahrtbundesamtes ermittelt hat, kamen Anfang dieses Jahres auf 1000 Einwohner 567 Autos. Dies ist ein historischer Höchststand. Im Jahr 2008 waren es, so das Magazin, erst 501. Zugelassen waren 47,1 Millionen Pkw. 

Fazit: Die wahre Geschichte ist meistens eine andere. Wir müssen die Treibhausgase eben alternativ sparen. Das sollten wir überlegen, und das bitteschön auch auf folgender wissenschaftlicher Grundlage: Wie hoch ist der CO2-Gehalt von heißer Luft?