Erhitzt, erschöpft – und bald in der Sauna

Schier endlos ist die Zahl der internationalen Gedenk- und Aktionstage. Doch manchmal sind sie auf den falsch platziert. Nehmen wir etwa den „Tag des chronischen Erschöpfungssyndroms“. Dieser findet am 12. Mai statt. Jedoch, wir bräuchten ihn jetzt.

Unsere Erschöpfung lässt sich mittlerweile in Wochen bemessen. Das Wetter hat uns machtvoll gezeigt, was uns blüht, wenn es mit dem Klimawandel richtig ernst wird. Diejenigen, die selbst bei kleinsten Regenschauern nörgeln, sind verstummt. Die Zeiten, in denen ein Heinrich Heine mutmaßte, dass ein Sommer in Deutschland bloß ein grün angestrichener Winter sei, sind vorbei. Es brennt von oben. Die Menschen haben es satt.

Und nicht nur die. Igel verdursten reihenweise, Vögeln vergeht das Zwitschern, Fischköpfe donnern im flachen Wasser gegen Kieselsteine. Die Hopfenernte, und damit unser Bier, ist in Gefahr. Mancherorts ist sogar das Gießen der Gärten verboten. Was dazu führt, dass weinende Hobbygärtner zusehen müssen, wie ihr Salat noch in der Erde welk wird. Bis zur großen Invasion von Wanderheuschrecken ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit.

Die Wüste lebt – zurzeit bloß nicht dort, wo sie hingehört. Aus dem Norden Malis etwa wird gemeldet, dass es dort, am Rand der Sahara seit über einer Woche regnet. So stark, dass die ersten, aus Lehm gebauten Häuser eingestürzt sind.

„Es ist furchtbar!“, wird die Lage geschildert. Genau wie hier, wo das Wehklagen jetzt der Hitze, spätestens nach drei Tagen Regenwetter aber dem kühlen Nass gelten wird.  Bei uns wäre allerdings die Rettung nah: Am 24. September ist „Tag der Sauna“. Da passt