Das Volk verzeiht. Und straft.

Wer in seiner Jugend niemals Kommunist war, wird nie ein wahrer Demokrat. Eine aktuelle Umfrage des Forsa-Institutes vermittelt uns die Erkenntnis, dass diese These stimmen könnte. Denn Winfried Kretschmann ist zurzeit Deutschlands beliebtester Ministerpräsident.

Der grüne Landesvater von Baden-Württemberg war in jungen Jahren ein ziemlich schlimmer Finger. Jedenfalls aus der Sicht von Verfassungsschützern.Gehörte er doch von 1973 bis 1975 der Hochschule des arg fundamentalistischen Kommunistischen Bundes Westdeutschland an.

Nachdem die Zeiten des harten Radikalenerlasses wurde er Gymnasiallehrer. Heute sind 76 Prozent der Baden-Württemberger mit seiner Arbeit zufrieden. Verfassungsschützer würden von einer exorbianten Resozialisierung sprechen, wie sie, abgesehen von rehabilitierten Nazis nach dem Zweiten Weltkrieg, vor Winfried Kretschmann vielleicht noch Joschka Fischer gelungen ist. Man sieht, unser Volk verzeiht, wenn es Leistung sieht.

Annähernd herausragende Zustimmungswerte weist nur noch die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (72 Prozent) auf. Die beiden siegreichen Nordlichter Stephan Weil und Daniel Günther folgen mit 68 und 63 Prozent bereits mit einem sichtbaren Abstand.

Wo Helden sind, gibt es Verlierer. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller ist einer. Er kommt auf ziemlich verheerende 38 Prozent Zustimmung. Aber das ist eben Berlin. Da denken sich die Leute, was sie wollen.

Wer jedoch ist ganz unten? Jawohl, Horst Seehofer. Nur noch 31 Prozent der Menschen in Bayern finden ihn gut, 63 Prozent wollen ihn nicht mehr sehen. Er wird, wie das vom Nachfolger besiegte Leittier in die Wüste geschickt.

Der König ist tot! Es lebe der König! Und wenn dieser Markus Söder heißt? Auch egal. Das Volk verzeiht. Aber es straft auch. Wann und wie es will.