Der Präsident im Schlafzimmer

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan denkt und handelt, wie wir alle wissen, in ganz großen Dimensionen. Das sieht man, wenn er Paläste oder Flughäfen bauen lässt. Man erkennt es auch daran, dass er, ganz anders als die meisten EU-Regierungswarmduscher, unserer Kanzlerin Angela Merkel respektlos die Stirn bietet.

Dieser Mann hat den Mut, dem eigenen Größenwahn Taten folgen zu lassen. Erdogan äußert sich sogar in religiös anmutenden Fragen.  Weshalb zu fragen ist: Will dieser Mann der neue Papst werden?

Die Vermutung erscheint statthaft, seitdem sich der türkische Staatspräsident explizit zu Fragen der Fortpflanzung geäußert hat. Dieses Thema war schon immer auch eine Domäne der Kirche. Katholische Priester etwa leisten zwar den Schwur, niemals Sex zu haben, sehen sich aber gleichwohl im Recht, anderen Leuten vorzuschreiben, welchem Zweck dieser zu dienen habe: Der Fortpflanzung zur Freude Gottes. Auch Despoten beanspruchen seit jeher die Früchte der innerhalb ihrer Staatsgrenzen vorhandenen Leiber für sich.

Nun ist der Verzicht auf Verhütungsmittel eine offenkundigé Schnittstelle zwischen dem Denken Erdogans sowie der katholischen Lehre. Seine Berufung zuim Papst wäre somit vermutlich auf Jahrhunderte hinaus die beste Chance, das morgenländische Schisma, die Kirchenspaltung von 1054, zu überwinden. Damals erklärten sich der römische Papst Leo IX. sowie Patriarch Michael I. von Konstantinopel gegenseitig zu Glaubensdeppen. Seitdem ist auseinander, was – vermutlich aus der Sicht Gottes – zusammengehört.

Nutzen wir die Gelegenheit, ziehen wir einen Schlusstrich, erretten wir Franziskus aus der Verzweilfung, die in seinem Amt irgendwann kommen muss. Papst Recep I. würde nicht nur die Christen vereinen, er würde auch den Islam in den gemeinsamen Laden eingliedern. Er wäre so der allumfassende, dreifaltige Lehrer und geistige Vater der halben Welt.

Wir sagen: Amen, Amen und nochmals Amen. Doch jetzt: Genug gebetet, husch-husch ins Bettchen. Es gibt zu tun…