Denk‘ ich an Schweden in der Nacht…

Wir sollten Donald Trump dankbar sein. Richtete er doch den Schweinwerfer auf ein famoses, aber im Allgemeinen ziemlich vergessenes Nachbarland. Der US-Präsident hat Schweden entdeckt. Und er hat – Fak, Fake, Fake – öffentlich behauptet, dass dort nachts etwas passiert.

Das ist, statistisch betrachtet, ziemlich unwahrscheinlich. Schweden ist mit 450.000 Quadratkilometern fast 30 Prozent größer als Deutschland. Es hat aber nur zehn Millionen Einwohner, mithin nicht einmal ein Achtel der Bevölkerungszahl unseres Landes. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Schwede zufällig einen Schweden trifft, um gemeinsam Unsinn zu machen, ist also relativ gering. Vermutlich deshalb gibt es hier bloß 18.000 Polizisten. Alleine in Bayern sind es 41.000.

Die Schweden gelten uns als ein Volk, in dem die Frauen blond sind und trotzdem nicht mehr Elternzeit als ihre Männer nehmen. Ein bedeutendes Unternehmen von dort hat es geschafft, dass Kinder Kötbullar statt Frikadelle oder Fleischküchle sagen. Schweden hat sechs Mal den Eurovision Song Contest gewonnen, drei Mal so oft wie Deutschland. Dieses Land kann Popkultur. Seine Designer verzieren Kerzenhalter, Serviettenständer oder  Weinkorken mit Elchen und nennen Hängeleuchten Söder.

Doch genug der Länderkunde. Was war los Freitagnacht in Schweden? Der Witze gibt es viele, Tatsache ist aber, dass der 87-jährige Sänger Owe Thörnquist bei seinen Proben zum Vorentscheid für den Eurovision Song Contest technische Probleme hatte. Wegen Sturm und Schnee wurde die Straße E 10 wegen Schnee und Sturm zwischen Katterjak und Riksgränsen gesperrt. In Stockholm beendete die Polizei eine Trunkenheitsfahrt. Später am Wochenende schießt der migrationshintergründige Schwede Imbrahimovic ein tödliches Tor. Aber das war im englischen Blackburn.

Der Präsident hat inzwischen eingeräumt, dass sein angeblich schlimmer Vorfall aus einer Fernsehsendung stammt, die er allerdings falsch verstanden hat. Unser Fazit: Laut einer Studie der Barmer Ersatzkasse hatten im Jahr 2015 rund 9,3 Prozent der Deutschen regelmäßig Kopfweh. Seit dem Erscheinen von Donald Trump dürften es stetig mehr werden.

Grüß die Elche, Carl Gustav!

So ein König hat`s nicht leicht.

So ein König hat`s nicht leicht.

Das hätte sich der Schwedenkönig so gedacht. Zuerst werden ungeheuerlichste Vorgänge in ungeheuerlichsten Sexclubs enthüllt. Dann tritt dieser Carl Gustav am Freitag gemeinsam mit der betrogenen Königin bei einer Benefizveranstaltung namens „World Child and Youth Forum“ auf. Weil er meint, dass ein kurzes „Schwamm drüber“ reicht? Nein, nein, Majestät. Jetzt wird abgerechnet.

Wir wollen dem Leben dieses Mannes nicht grundsätzlich eine gewisse Tragik absprechen. Da repräsentiert sich einer durch die Weltgeschichte, genau wissend, dass ihn eigentlich niemand braucht. Nicht jeder Vertreter des Adels wird schließlich Verteidigungsminister. Was also soll der oberste Feingeborene des „Konungariket Sverigie“ (Königreich Schweden) tun, als sich dramatisch zu langweilen?

Schwer hat er es wegen seines Namens: Die Bedeutung von Karl ist nicht genau geklärt. Erklärungsversuche sind „Mann, Ehemann“ (aus dem Althochdeutschen abgeleitet) oder „freier Mann“ (nach dem mittelniederdeutschen kerle). Das ist, mit Verlaub, ein Widerspruch in sich beziehungsweise eine völlige Unmöglichkeit. Vielleicht hat er sich aber auch an seinem Zweitnamen „Gustav“ orientiert.

Und hat die altschwedische Übersetzung – „Stab Gottes“ – so verstanden, dass es zu seinem Job gehören würde, gelegentlich ein paar Mädels durchzunudeln? Kann ja eh nicht so schlimm sein. Erstens ist Schweden ein mega-tolerantes Land. Zweitens war es lange genug sowieso ein Qualitätsmerkmal eines respektierten Herrschers, dass er sich jederzeit und in jeder Hinsicht als potent zu erweisen wusste. Hätte sich im 18. Jahrhundert irgendjemand über die Fremdgängerei des Herrschers beschwert? Niemals. Man hätte ihn als tollen Hecht angesehen. Das wäre wahre Tradition!

Alles erklärt und entschuldigt, somit? Nein! Denn da hat einer „unsere“ Silvia betrogen. Also erwarten wir Wiedergutmachung.

Die deutschgeborene Königin sollte sich scheiden lassen. Da es sich bei ihrer Hochzeit mit Carl Gustav um eine Liebesheirat gehandelt haben soll, müssten die beiden in einer Zugewinngemeinschaft leben. Somit stünde Silvia im Falle einer Trennung ein erheblicher Teil Schwedens zu, welcher umgehend nach Deutschland eingegliedert werden sollte. Mit unserer Königin als Ministerpräsidentin auf Lebenszeit.

Schweden ist  um ein gutes Viertel größer als Deutschland, kann also was hergeben. Vorschlag zur Güte: Wir nehmen den Süden mit schönen Städten wie Malmö oder Helsingborg. Was die Hauptstadt Stockholm und den menschenleeren Norden angeht, wollen wir mal nicht so sein. Grüß die Elche, Carl Gustav!

Junge Menschen, seid wie Victoria und Daniel!

Zwei, die ihre Eltern glücklich gemacht haben: Victoria und Daniel.

Zwei, die ihre Eltern glücklich gemacht haben: Victoria und Daniel.

Ja, lassen wir ruhig ein Tränchen fließen. Da hat Schwedens Kronprinzessin Victoria einen Mann namens Daniel Westling geheiratet. Offensichtlich ein netter Kerl, der, weil er Fitnesstrainer ist, genauso gut auch Wrestling heißen könnte. Einer, der angeblich dumm ist, aber mit seinem Intellektuellen-Brillengestell keineswegs doof wirkt. Und wenn es so wäre? Was würde ein  IQ-Tiefflieger mehr dem europäischen Hochadel schon schaden?

Unterm Strich ist es aber so: Es wurde allerhöchste Zeit, dass Prinzessin Victoria die Entscheidung zur Hochzeit getroffen hat. Sie ist fast 33, also sollte sie ihr Mädchenzimmer im königlichen Schloss wirklich mal räumen.

Aber so ist diese  nachwachsende Erwachsenengeneration. Sie will einfach nicht weg von daheim. Nicht nur in Schweden, sondern auch in Deutschland. So leben laut Statistischem Bundesamt (Zahlen von 2008) fast zwei Drittel (63 Prozent) der Männer bis zum Alter von 26 Jahren noch im Haushalt der Eltern. Und auch fast jede zweite (47 Prozent) der 18- ­bis 26-jährigen ledigen Frauen stellte noch bei Mama und Papa die Füße unter den Wohnzimmertisch.

Denkt da eigentlich irgendjemand ans Schicksal der Alten? Die hätten gerne Zeit für sich und ein Leben, das sich nicht nach den Kindern richtet. Gut, ein junger Mann ist verhältnismäßig pflegeleicht. Es braucht nur einen PC und eine Playstation, um ihn relativ zuverlässig ruhigzustellen. Bei jungen Frauen ist es nicht so leicht. Das Showprogramm vor dem Ausgehen mit Haarewachsen, ausgiebigem Föhnen, Schminken, zwölf klärenden Telefonaten und 36 SMS-Nachrichten  beginnt heutzutage erst gegen 22.30 Uhr. Das strengt an. Aber auch der eigentlich erwachsene Kerl, der sich auf dem Sofa ausstreckt und während eines WM-Vorrundenspiels sämtliche Erdnüsse frisst, kann nerven.

Junge Menschen, nehmt zur Kenntnis: Eure Eltern lieben Euch. Aber irgendwann ist es genug! Seid wie Victoria und Daniel. aber wartet nicht, bis Ihr 33 seid!