Warum wurde Schäuble zum Rollstuhl-Terminator?

Tja, da rätseln wir also: Was ist da bloß in Wolfgang Schäuble gefahren? Es dürfte der erste Fall eines medien-öffentlichen Rufmordes gegen einen leitenden Angestellten gewesen sein, als der Bundesfinanzminister seinen Pressesprecher mit den Worten “Reden Sie nicht, Herr Offer!” dazu aufforderte, endlich “die Zahlen” herbeizuschaffen.

Der erste Reflex der Öffentlichkeit war Zustimmung für den Minister. Da habe endlich mal einer Klartext geredet, war das spontane Gefühl. Erst nach und nach wurde uns klar, dass sich kein Chef, der auch annähernd bei Trost ist, so verhält. Weiter lesen

Herr Schäuble, der Schmerzensmann des großen Geldes

“Integrität und Ehrlichkeit sind ein grundlegender Bestandteil unseres Geschäfts.” Jawohl, mit diesem stolzen Satz beschreibt ein Unternehmenauf seiner Homepage das Wesen seines Handelns. Es  handelt sich aber nicht  um die Chemische Reinigung von Frau Scholze, sondern  um die großartige Hypo Real Estate Group. Die hat sich gerade  40 Milliarden Euro Zusatzgeldspritze genehmigen lassen.  Armer Wolfgang Schäuble!

Der Bundesfinanzminister wird bestimmt damit hadern, dass die paar Hundert Mitarbeiter einer Münchner Bank nahezu den gleichen Betrag versemmeln, wie sämtliche Einwohner von Angola in einem Jahr an Bruttosozialprodukt erwirtschaften.

Aber vielleicht tröstet ihn das auch. Denn die voraussichtlich 57,5 Milliarden Euro neuen Schulden, die er  sich  in   seinem 2011-er Bundeshaushalt erlauben  will, nehmen sich doch vergleichsweise erträglich  aus. Aber egal: Ein  unglücklicher Mensch ist Merkels Schmerzensmann sowieso.

Denn: Geld  macht nur dann glücklich, wenn  die Beträge überschaubar sind. Das haben Forscher  bei Befragungen von US-Amerikanern herausgefunden. Liege das Einkommen bei umgerechnet etwa 58.000 Euro pro Jahr, sei eine Art Grenze erreicht. Noch mehr Geld mache dann zwar zufriedener, aber nicht automatisch glücklicher.  Die Zufrieden­heit nahm zwar mit dem Einkommen stetig zu. Das emotionale Wohlbefinden jedoch sank bei höheren Einnahmen. Fazit: Wer sehr gut verdient, ist anfälliger für Traurigkeit, Stress und Verfolgungswahn.

Wir sahen also Wolfgang Schäubles erwartet krisenhaften Gesichtsausdruck,  als er dem staunenden Bundestag sein Schuldenbündel als Sparpaket verkauft. Der Mann jongliert mit über 307 Milliarden Euro, was völlig unüberschaubar, dafür aber  ausgesprochen stressfördernd ist.

Schließlich ist da auch noch das trübsinnig machende Ministergehalt. Eigentlich gibt es für Herrn Schäuble doch nur einen Rat: Geben Sie sich  mit 58.000 Euro pro  Jahr zufrieden.  Und diese Welt wird wieder schön  sein.

Der neue Politikstil: Wildsau und Hasenhirn

Die Bundespräsidentenwahl liefert immer neuen Stoff. Ist doch nicht nur Joachim Gaucks Lebensgefährtin eine Nürnbergerin, sondern ist die Kandidatin der Linken, Luc Jochimsen , sogar in Bratwurst-City  geboren. Aber ihre Aussichten sind derart gering, dass wir uns lieber der Bundesregierung zuwenden. Da geht es inzwischen zu wie in einer Pilsbar.

„Wildsau“ schallt es aus den Reihen der FDP in Richtung CSU. Und dort reagiert man pflichtgemäß empört. Selbst ein Markus Söder mahnt mehr Anstand an, dürfte jedoch  innerlich gewaltig  grinsen. Denn nun wird Politik im früheren derben, leicht angesoffenen Stil der größten CSU-Politiker wie Franz-Josef Strauß oder Gerold Tandler gemacht. Und die in Berlin weitgehend zurecht vergessene  Partei wieder wahrgenommen.

Die Bayern  haben die Liberalen „Gurkentruppe“ genannt. Das ist nicht schlimm, handelt es sich doch um einen Begriff aus dem Fußball, wo sich ein gewisser Edmund Stoiber schon immer gerne bedient hat. War es stets doch sein Bestreben, sein Bayern in die „Tschämpionsliehg“ der Länder dieser Welt zu bringen.

Klar, man könnte jetzt den CSU-Gedanken weiterspinnen. Nämlich so, dass zu einer Gurkentruppe ein Gurkenlaster gehört. Weshalb es nicht schlecht wäre, Daniel Küblböck als Spaßminister für positive Energie im Land sorgen zu lassen. Aber Guido Westerwelle will ja nicht unbedingt Menschen neben sich haben, die  ihm von ihren Begabungen her zu sehr ähneln.

Als Publikum betrachten wird die gegenseitigen Beschimpfungen am besten als Unterhaltungsprogramm. Wir fordern allerdings Phantasie. Ehrabschneiderische Vorwürfe wie “Lügner” oder “Gauner” sind uns zu platt. Es muss schon passen. Wie etwa “Schlafwagenschaffner” für Verkehrsminister Ramsauer, “Hebammenkoffer” für Familienministerin Schröder, “Haubentaucher” für Umweltminister Röttgen,  “Schnieptröte” für den Chef des Bundeskanzleramtes, Ronald Pofalla, “Geizknochen” für Wolfgang Schäuble oder “Bananenbiegerin” für Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner.

Wir sind gespannt, wie prollig der Ton unter den Regierenden noch wird. Ansonsten halten wir es beim Blick auf die deutsche Politik mit dem Kabarettisten Erwin Pelzig: “Warum sollte man sich jetzt schon aufhängen, wo es doch nächstes Jahr noch viel bessere Gründe gibt?” Bis dahin eine kleine Umfrage:

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Wenn Wolfgang Schäuble der Weihnachtsmann wäre…

Man kennt sie ja, die normative Kraft des Faktischen. Sei eine Sache noch so abseitig – wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, regt sie keinen mehr auf. So ist das mit der deutschen Finanzpolitik. Minister Wolfgang Schäuble verteilt – vom Koalitionspartner getrieben – Geschenke. Zugleich deutet er an, dass er sie wieder kassieren wird. Aber sind die Leute deshalb richtig wütend? Nö, nicht so.

Schauen wir doch mal aufs Gesetz: Öffentliche Haushalte müssen so finanziert sein, dass ihre dauerhafte Leistungsfähigkeit gewährleistet ist.  Diese erste Finanzverwalter-Regel bedeutet, dass Schulden zwar erlaubt sind. Sie dürfen aber niemals so hoch sein, dass es keine Chance gibt, jemals wieder aus den roten Zahlen zu kommen.

Das erscheint bei uns inzwischen völlig unmöglich. Diese Sache ist gelaufen, die Schuldenbremse kommt erst später, weshalb sich die derzeitige Regierung  ungeniert ins Geldpumpen stürzt. Man muss ja auch sehen: Wenn die Koalition so weitermacht, ist ihre Wiederwahl garantiert. Denn wer wollte Nachfolger von Bankrotteuren werden? Opposition ist dann viel schöner als regieren.

Was die Zukunft angeht, hat auch FDP-Fraktionsvize Jürgen Koppelin völlig recht, wenn er anmerkt, dass “manches Zierpflänzchen aus dem Bundeshaushalt herausreißen sein wird.” Das wird schneller kommen als er denkt. Denn das Wachstumsbeschleunigungsgesetz zieht Geld von den Kommunen ab. Und so wird es in den Gärten von Hotels und Chefarzt-Villen immer stärker grünen und blühen.  Die Pflanzenpracht auf den in die Mitte von Kreisverkehren gesetzten Keltengräber-Nachbildungen hingegen wirdverkümmern. In den Stadtparks wird Löwenzahn die Tulpen verdrängen.

Aber die eigentliche Frage in diesem vorfestlichen Tagen ist doch: Was wäre Wolfgang Schäuble für ein Weihnachtsmann, welches Geschenk passt zu ihm? Auf jeden Fall eines, das alles in allem betrachtet wertlos ist. Und eines, das er sich bei seiner Rotstift-Orgie ab 2011 wieder holt.

Unter diesen Vorzeichen kann es sich doch nur um einen Wanderpokal handeln. Den Ehrenpreis für die blindesten Wähler  der Welt.

Doch auch ihre Augen werden irgendwann geöffnet sein…

In Berlin regieren Beutelschneider

Immer deutlicher zeigt sich, dass das mit den Steuersenkungen durch die neue Bundesregierung entweder kompletter Wahnsinn oder ein große Wahlkampflüge ist. Wie bestellt kommen täglich Meldungen, wonach die Einnahmen des Staates geringer sind als erwartet.

Vor elf Tagen hatte ich danach gefragt, wie man jemand nennen müsste, der Geld verschenkt, das ihm nicht gehört und der sich Zins und Tilgung von den Beschenkten bezahlen. Klares Umfrage-Ergebnis: Die beste Bezeichnung ist “Beutelschneider”. Genau die Hälfte der Abstimmungsteilnehmer waren dieser Meinung.

31 Prozent gab es für die Antwort-Möglichkeit “Hallodri”, zwölf Prozent für  “Schwindler” und acht Prozent für “Quacksalber”. Lustig findet die Steuerlüge niemand. Die Antwortmöglichkeit “Schalk” wurde nicht angeklickt.

Zweite Thema, ganz am Rande: Nur zehn Prozent der Quelle-Mitarbeiter waren in der Gewerkschaft organisiert. Wie soll man Menschen vertreten, die meinen, dass sie es nicht nötig haben?

Steuersenkung: Bitte ein anderes Wort für Betrüger…

Achtung, hier ringt einer akut nach einem Wort. Seit dem Wochenende frage ich mich, mit welcher Person man die neue Bundesregierung treffend und doch nicht geifernd vergleichen kann.

Wenn wir es an Wolfgang Schäuble personifizieren, dann ist da jemand, der Geld verschenkt, das er gar nicht hat, das aber die Beschenkten über kurz oder lang selbst zurückzahlen müssen. Ich habe herumgefragt  und immer wieder das Wort “Betrüger” gehört. Das ist mir zu hart, also:

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Was  Schäubles Kompetenz angeht, ist diese Frage nicht dumm. Anschauen lohnt sich:

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