Die neue Krankheit: Das Hassperger-Syndrom

Eigentlich waren wir sicher, dass es in jüngster Vergangenheit keine schönere Wort-Neuschöpfung als „Flugscham“ gegeben habe. Der Kampf ums Klima und damit um die Zukunft dieses Planeten schien damit genial in einem Begriff zusammengefasst.

Denn logisch ist doch: Ohne Verzicht,  ausgelöst durch wachsendes Schuldbewusstsein, würde diese Welt keinesfalls überleben.

Aber da ist ja noch Greta Thunberg. Für Millionen ist sie die Jeanne d’Arc des Weltklimas, zum Teil kultisch verehrt, soeben für ihr unnachgiebiges Engagement mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Für andere ist sie eine überschätzte, fehlgeleitete 16-Jährige mit schlechten Manieren.

Vor allem bei älteren Männern löst bereits Gretas Anblick ein verschärftes Hassperger-Syndrom aus. Die Göre möge doch endlich mal den Mund halten, schallt es in den Sozialen Netzwerken.  Der Hass steigert sich bis hin zu öffentlich verbreiteten Vergewaltigungsphantasien.

Die geistige Umweltverschmutzung ist enorm. Aber sie kommt auch subtil daher. So meinte Friedrich Merz, Ex-Großpolitiker mit gescheiterten Comeback, darauf hinweisen zu müssen, dass Greta ein krankes Kind sei.

Er folgt so einem sehr gestrigen Menschenbild, wonach nur im gesunden Körper ein gesunder Geist wohnen könne. Und außerdem: Ist es nicht viel kranker, seinen Lebensinhalt darin zu sehen, reichen Leuten zu helfen, dass ihr Geld so gut arbeitet, dass sie anstrengungslos immer reicher werden?

Klar, Greta nervt. Aber das ist der Plan. Wer Ältere bewegen will,  muss das tun.  Also: Weitermachen. Vielleicht schämen sich irgendwann sogar gewisse Männer.